Fusion von Daten und Prozessen hat oberste Priorität

Effizienz von BPM für zwei von drei CIOs klar ersichtlich

17.10.2006 von Christiane Pütter
Dass sich das Managen von Schlüsselgeschäftsprozessen direkt auf den Unternehmenserfolg auswirkt, ist für 70 Prozent der CIOs eine klare Sache. Trotzdem wird Business Process Management (BPM) firmenweit erst in rund jedem zehnten Betrieb eingesetzt. Das geht aus einer Studie hervor, die der Marktforscher Vanson Bourne im Auftrag des Anbieters Filenet durchgeführt hat.

Sie wollen es erst sehen, bevor sie es glauben: Jeder zweite deutsche CIO kann die Auswirkungen geänderter Prozesse erst nach deren Implementierung ermitteln. Im europäischen Durchschnitt geben das 34 Prozent an.

Der unternehmensweite Einsatz von BPM steckt mit elf Prozent noch in der Nische. Insgesamt erklären aber 38 Prozent der Befragten, mit einer oder mehreren Lösungen zu arbeiten. Weitere fünfzehn Prozent stehen im Moment in den Startlöchern.

Per Hand statt per Klick

Nach den Worten der Analysten dürfte der Großteil der Befragten mit dem Status Quo kaum zufrieden sein, wird doch "eine ganze Bandbreite an wenig effizienten und zeitraubenden Techniken" eingesetzt. So werden in fast jeder dritten Firma (31 Prozent) Informationen immer noch händisch zusammengesucht.

Die Autoren der Studie haben abgefragt, welche Punkte als besonders entscheidend für den Unternehmenserfolg gelten. Ganz oben steht Kosteneffizienz mit 67 Prozent der Nennungen, gefolgt von Wachstum (55 Prozent), Wettbewerbsfähigkeit (45 Prozent) und Kundenbetreuung (43 Prozent). Die Liste der Motive für das Optimieren von Prozessen liest sich fast identisch: Höchste Priorität erhalten Kosteneffizienz (70 Prozent) und Wachstum (48 Prozent) vor Kundenbetreuung (46 Prozent) und Wettbewerbsfähigkeit (43 Prozent). Ein Ergebnis, das den engen Zusammenhang zwischen Performance und BPM deutlich macht.

Als wichtigste Komponente eines BPM-Systems gilt für fast zwei Drittel aller Befragten (63 Prozent) das Zusammenführen von Daten und Prozessen. Dem schreiben besonders die deutschen Studienteilnehmer mit 77 Prozent hohe Relevanz zu. An zweiter Stelle steht die Automatisierung (Gesamt: 48 Prozent, Deutschland: 70 Prozent).

Verändern von Prozessen ist in Deutschland Sache des CIOs

Ein interessantes Detail: Deutschen CIOs wird im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel Verantwortung für das Verändern von Prozessen übertragen. 43 Prozent der Studienteilnehmer hierzulande nennen den IT-Entscheider als Verantwortlichen, im Durchschnitt aller Befragten sind es nur 25 Prozent. Zuständig sind demnach in erster Linie die jeweiligen Abteilungsleiter (Gesamt: 37 Prozent, Deutschland: 27 Prozent) vor den CEOs beziehungsweise COOs (Gesamt: 29 Prozent, Deutschland: 23 Prozent).

Vanson Bourne hat für die Studie "Business Performance Survey" im Auftrag von Filenet mit 150 IT-Verantwortlichen aus verschiedenen Branchen in Mitteleuropa gesprochen.