Umfrage

Firmen erwarten mehr Probleme durch Brexit als durch Covid-19

30.04.2021
Einer Umfrage der Deutsch-Britischen Handelskammer zufolge sehen knapp zwei Drittel der befragten Firmen die durch den Brexit entstandenen Handelsbarrieren und Zollformalitäten als größere Hindernisse für ihr Geschäft als die anhaltenden Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie.
Handelsbarrieren und Zollformalitäten aufgrund des Brexit sind für Firmen mit Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich problematischer als die Corona-Pandemie.
Foto: Ivan Marc - shutterstock.com

Der Brexit stellt international tätige Firmen in Deutschland und Großbritannien weiterhin vor Probleme. Einer Umfrage der Deutsch-Britischen Handelskammer zufolge sehen knapp zwei Drittel der befragten Firmen die durch den Brexit entstandenen Handelsbarrieren und Zollformalitäten mit als die größten Probleme für ihr Geschäft in den kommenden zwölf Monaten. Anhaltende Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie liegen deutlich dahinter: Diese wurden von 56 Prozent der Befragten als eines der größten Probleme genannt.

Auch bei der Anpassung der Lieferketten spiegelt sich dieses Bild wieder: 41 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, wegen des Brexits ihre Lieferketten umgestellt zu haben. Nur vier Prozent haben dies wegen der Pandemie getan. Knapp ein Drittel gab allerdings an, die eigenen Lieferketten sowohl aufgrund von Corona als auch wegen des Brexits geändert zu haben.

20 Prozent sind wegen Brexit umgezogen

Knapp jedes fünfte Unternehmen ist außerdem wegen des Brexits bereits mit einem Teil seiner Geschäftstätigkeiten umgezogen oder will dies noch tun. Nur ein Prozent der Befragteb gab hingegen für einen solchen Umzug Corona als Begründung an.

Das Vereinigte Königreich hat zum Jahreswechsel den endgültigen Schritt aus der Europäischen Union vollzogen. Das Land trat final aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus, nachdem es zuvor noch ein knappes Jahr lang in einer Übergangsphase deren Regeln befolgt hatte. Die EU und Großbritannien einigten sich nur eine Woche vor Ablauf der Frist auf einen Handelspakt mit zollfreiem Warenverkehr. Dennoch ist der Handel durch neue Kontrollen und Formalitäten komplizierter geworden.

Für die Umfrage hat die Deutsch-Britische Handelskammer zwischen dem 25. März und 9. April 2021 ihre Mitgliedsunternehmen befragt, die Geschäftsaktivitäten in Großbritannien haben. Insgesamt wurden 117 Online-Fragebögen ausgefüllt. (dpa/pma)