Tomtom, Falk sowie Garmin und Navigon im Test

Fünf Navigationssysteme im Vergleich

27.03.2009 von Ines  Walke-Chomjakov
Die Routingprofis sollten nicht nur eine Strecke von A nach B berechnen können. Idealerweise sagen sie auch Staus voraus und schlagen alternative Strecken vor. Ausführliche Berichte darüber, was die Geräte an Ausstattung, Routenführung und Besonderheiten bieten.

Navigationsgeräte, die mehr als 250 Euro kosten, sollten in der Regel mehr bieten als nur Routen von A nach B zu berechnen. Noch hilfreicher sind mobile Begleiter, wenn sie beispielsweise Staus prognostizieren, alternative Strecken in wenigen Sekunden vorschlagen, häufig genutzte Autorouten speichern und dieses Wissen auch noch abhängig von Wochentag und Uhrzeit anwenden. Genau über diese Fähigkeiten verfügen die beiden Modelle Falk F10 und Tomtom Go 740 Live.

Staus clever umfahren

Die Unternehmen verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze: Beispielsweise lassen sich mit dem F10 von Falk bis zu 1.000 Kilometer aufzeichnen. Jedoch müssen die gespeicherten Streckendaten erst an Falk überspielt werden und sind nicht sofort für die Routenführung verwendbar. Das übermittelte Wissen wird zunächst geprüft, bevor alle Nutzer die Routendaten wieder überspielen können. Darüber hinaus bietet das Navigationsgerät aktuelle Karten sowie die Option "schlaue Route". Dadurch konnten schon viele Staus klug umfahren werden, weshalb die Redaktion das Gerät als "Innovation" auszeichnete.

Daten stets up to date

Das Modell Go 740 Live von Tomtom hat einen anderen Ansatz: In dem Navigationsgerät sind eine SIM-Karte und ein GPRS-Modul enthalten. Dadurch sind auch zusätzliche Dienste abrufbar. Mit HD Traffic, dem Verkehrsinfodienst von Tomtom, lassen sich auch die Daten von Handy-Nutzern als Informationsquelle zur Verkehrssituation einsetzen. Der Dienst analysiert die Verkehrssituation, weist auf mögliche zeitliche Verluste hin und schlägt alternative Strecken vor. Ein Vorteil ist, dass die verwendeten Daten stets auf dem neuen Stand sind. Auf der anderen Seite ist HD Traffic Teil der Live-Services des Unternehmens mit Kosten von monatlich 9,95 Euro. Diese zusätzlichen Kosten rentieren sich nur für Anwender, die sehr häufig unterwegs sind.

Auch US-Straßenkarten enthalten

Viel Leistung bieten Navigationsgeräte in diesem Preisniveau: TMC (Traffic Message Channel), dem Informationsdienst zur Verkehrssituation, ist entweder bereits verfügbar oder durch einen ähnlichen Dienst wie beim Tomtom Go 740 Live ersetzt. Auch die Kartenausstattung kann sich sehen lassen. Sogar ausgefallene Wünsche wie etwa Karten zu den USA und Kanada sind berücksichtigt. Ein Beispiel ist das Garmin Nüvi 670T. Diese Modelle sind besonders geeignet für Anwender geeignet, die Wert legen auf straßennamengenaues Navigieren. Sie alle nennen beim gesprochenen Routing den genauen Straßennamen.

Die Unterschiede zwischen den Navigationsgeräten liegen in technischen Feinheiten oder Raffinessen beim Bedienen. So bietet etwa der Testsieger Tomtom Go 930 Traffic die Funktion IQ-Routes, die neben Karteninfos auch beispielsweise den Wochentag und die Uhrzeit in die Streckenberechnung einfließen lässt.

Navigon 3110

Wer jedoch ein Navigationsgerät bevorzugt, das möglichst schmal ist, kann das Navigon 3110 in die engere Auswahl nehmen. Es kommt mit 3,5 Zoll Bilddiagonale - eher selten in diesem Preissegment.

Bitte beachten Sie, dass sich die angegebenen Preise in den ausführlichen Testberichten von den derzeitigen Preisen unterscheiden können. Sie werden zum Testzeitpunkt erhoben und später nicht aktualisiert. Der Zusammenstellung der Top 5 liegen die aktuellen mittleren Straßenpreise zugrunde, die wir bundesweit recherchieren.

Mobile Navis über 250 Euro
Garmin Nüvi 670T
Trotz der Fülle an Funktionen bleibt dieses Navi einfach zu bedienen.
Navigon 3110
Für ein Navi mit 3,5 Zoll Bildschirmdiagonale bietet es viele Funktionen.
Tomtom Go 740 Live
Mit Zusatzdiensten ausgestattetes Navi, die allerdings auch extra kosten.
Tomtom Go 930 Traffic
Navi mit IQ-Routes für eine genauere Streckenberechnung.
Garmin Nüvi 865TFM
Navi über 250 Euro, Platz 1: Beim Garmin Nüvi 865TFM setzt der Hersteller auf Spracheingabe per Fernbedienung.
Falk F10
Navi über 250 Euro, Platz 2: Das Falk F10 ist von Hause aus ein recht schlaues Navi, das mit der Zeit noch dazulernt.
Navigon 8410
Navi über 250 Euro, Platz 3: Mit dem Navigon 8410 kommt der Designfreund auf seine Kosten.
Falk F8 2nd Edition
Navi über 250 Euro, Platz 4: Das Falk F8 2nd Edition gehört zu den lernenden Navis. Darüber hinaus hat der Hersteller jetzt noch die Navi-Software überarbeitet.
Garmin Nüvi 1490Tpro
Navi über 250 Euro, Platz 5: Beim Garmin Nüvi 1490Tpro ist echte Fußgänger-Navigation möglich. Wenn auch per optionaler Karte.
Merian Scout P_Navigator
Navi über 250 Euro, Platz 6: Das Talent des Merian Scout P_Navigator liegt weniger in der klassischen Navigation als im Lotsen als Reiseführer.
Tomtom GO 930 Traffic
Navi über 250 Euro, Platz 7: Das Navi Tomtom Go 930 Traffic bringt IQ Routes zur besseren Routenberechnung mit.
Falk N220L
Navi über 250 Euro, Platz 8: Das Falk N220L bietet neben guten Routing-Funktionen dank City Guides sehr ausführliche Sonderziele.
Navigon 2110 MAX
Navi über 250 Euro, Platz 9: Das Navigon 2110 max erwies sich im Test als verlässliches Navi mit aktuellem Kartenmaterial und guten Routing-Funktionen.
Garmin Nüvi 770TFM
Navi über 250 Euro, Platz 10: Garmin steckt in das Navi Nüvi 770TFM jede Menge Ausstattung - von TMC über Trackaufzeichnung bis zu Karten für USA und Kanada.

Der Testsieger im Detail: Tomtom Go 930 Traffic

Navi mit IQ-Routes: Tomtom Go 930 Traffic.

Besonderheit: Das Go 930 Traffic gehört zu den Tomtom-Modellen, die IQ-Routes bieten: Diese Funktion soll die Streckenberechnung verbessern, indem neben rein kartentechnischen Faktoren zusätzliche Infos ins Routing einfließen. Dazu gehören durchschnittliche Geschwindigkeiten, die auf tatsächlichen Messungen beruhen. Oder die Frage, ob Sie wochentags, am Wochenende, bei Tag oder Nacht unterwegs sind. Im besten Falle soll IQ-Routes den Anwender über den Schleichpfad führen, während andere Verkehrsteilnehmer im Stau stecken. In unserem Praxistest konnten wir etwaige Änderungen nur bedingt feststellen. Allerdings soll die Funktion ständig verfeinert werden und sich mit dem Karten-Update auf das Gerät aufspielen lassen.

Ausstattung: Auch sonst ist das Tomtom Go 930 Traffic üppig ausgestattet. Das Navi bringt Karten für 35 europaische Länder sowie USA, Kanada und Russland mit. Es bietet einen Fahrspurassistenten, TMC sowie TMC Pro und navigiert straßennamengenau (Text to Speech). Dazu gibt's noch eine Fernbedienung, Docking Station, Bluetooth-Schnittstelle, FM-Transmitter, MP3-Software und Bildbetrachter. Außerdem verbessert EPT (Enhanced Positioning Technology) die Positionsbestimmung, wenn das GPS-Signal schwach ist oder ausfällt. Im Lieferumfang finden sich Saughalterung, Stromversorgung über den Zigarettenanzünder und TMC-Antenne.

Navigation: Das aufgespielte Kartenmaterial ist zwar umfassend, barg jedoch im Test einige Mängel. So schickte uns das Navi zum Beispiel in eine Sackgasse, behauptete aber hartnäckig, dass der Weg weiterginge. Solche Fehler lassen sich jedoch via Map-Share-Funktion auf der Tomtom-Home-Software bereinigen. Der Spurassistent erwies sich als praktisch und gut auf dem Schirm zu erkennen. Bei Ab- und Auffahrten von Autobahnen erschienen bildschirmfüllende Anzeigen mit Namen und Nummer der Ausfahrt. Eine hilfreiche Funktion, wenn auch sich in den meisten Fällen das tatsächliche Autobahnschild und die Bildschirmanzeige unterschieden. Bis zum ersten Signal vergingen 40 Sekunden - okay. Das gilt auch für die Routenberechnung, die für kurze bis mittlere Strecken im Schnitt 10 Sekunden dauerte. Dafür erwies sich der Akku als kurzlebig. Er hielt im Test gerade einmal 1 Stunde 45 Minuten.

Fazit: Ein gutes und wiederum um ein Stückchen weiterentwickeltes Navigationsgerät. Beigaben wie IQ-Routes und Spurassistent sind nützliche Funktionen, wenn auch noch verbesserungswürdig.

Alternative: Im Garmin Nüvi 770TFM findet sich eine ähnlich üppige Ausstattung. Interessant ist das Navigationsgerät für alle, die neben europäischen Karten das Material für USA und Kanada benötigen. Plus des Navis ist die stets übersichtliche Handhabung.

Testergebnisse und technische Daten

Navigationsgerät

Tomtom Go 930 Traffic

Wertung

52 Punkte

Anbieter

Tomtom

Weblink

www.tomtom.com

Preis

rund 350 Euro

Hotline

01805/003842 (0,14 Euro/Min. aus dem dt. Festnetz)

BEWERTUNG (max. 100 Punkte)

Navigation (40%)

52

Ausstattung (30%)

38

Handhabung (20%)

93

Service (10%)

13

Preis-Leistung

ausreichend

Gesamtwertung

52

PC-WELT-TESTERGEBNISSE

Anzahl Sprachen

26

(Best 26)

Beurteilung Sprachansagen (Punkte)

11

(Best 15)

Akkulaufzeit (h:min)

01:45

(Best 4:19)

GPS-Erstempfang (Minuten)

00:40

(Best 0:11)

DIE TECHNISCHEN DATEN

Displaygröße (Zoll / Millimeter)

4,3 / 112

Auflösung (Pixel)

480 x 272

Prozessor (MHz)

400

Speicher (MB)

4160

Kartenslot

ja / SD, MMC

Traffic Message Channel (TMC) / TMC Pro

ja / ja

Kartenanbieter

Tele Atlas

Länder Europas (Anzahl)

35 plus USA, Kanada, Russland

MP3-Player-Funktion

ja

Bildbetrachtungsfunktion

ja

Bluetooth-Anschluss

ja

Kartenkapazität (MB)

Option

Netzteil mitgeliefert

nein

Straßennamengenaues Routing (Text to Speech)

ja

Extras

Enhanced Positioning Technology (EPT), IQ-Routes (Tag und Uhrzeit beim Routing berücksichtigt)

Navigationsgeräte über 250 Euro: Die Plätze 2 bis 5

Lernt dazu: Navi Falk F10.

Platz 2: Falk F10
Dieses Navi-Modell lernt dazu. Dazu zeichnet es bis zu 1000 Kilometer in kleinen Teilstücken auf. Allerdings nutzt es das zusätzliche Wissen nicht sofort. Vielmehr werden die Daten zuerst an Falk übermittelt, bevor sie sich wieder auf das Gerät spielen und anwenden lassen. Wem der Umweg zu umständlich ist, sei getröstet. Denn im Test hat sich bereits das vorhandene Datenmaterial als so aktuell herausgestellt, dass es so manche clevere Route in petto hatte.

Ausführlicher Testbericht: Falk F10
Aktuelle Preise: Falk F10

Karten für USA und Kanada: Garmin Nüvi 670T.

Platz 3: Garmin Nüvi 670T
Ein umfassend ausgestattetes Navigationsgerät, das trotz des Funktionsumfangs übersichtlich und damit intuitiv bedienbar bleibt. Es navigiert mit Ansage des Straßennamens (Text to Speech) und TMC (Traffic Message Channel). Das Navigationsgerät hat einen FM-Transmitter integriert, womit sich Musik und Sprachansagen über das Autoradio und damit deren Soundanlage leiten lassen.

Ausführlicher Testbericht: Garmin Nüvi 670T
Aktuelle Preise: Garmin Nüvi 670T

Kompaktformat: Navigon 3110.

Platz 4: Navigon 3110
In diesem Vergleichstest ist das Navigon 3110 der einzige Vertreter mit dem schmalen 3,5-Zoll-Bildschirm. Das verdankt das Navi ordentlichen Routing-Leistungen, auch wenn der Bildschirm leicht überfrachtet wirkte. Der Grund: Vom Akku-Ladestand bis zum GPS-Signal sollte alles auf dem Mini-Schirm Platz finden, ein nicht ganz einfaches Unterfangen.

Ausführlicher Testbericht: Navigon 3110
Aktuelle Preise: Navigon 3110

Platz 5: Tomtom Go 740 Live
Dieses Navi-Modell lohnt sich nur für ausgesprochene Vielfahrer. Denn um die integrierten Live-Services nutzen zu können, wird jeden Monat eine Pauschale von 9,95 Euro fällig. Dafür erhält der Anwender aktuelle Verkehrsinfos via HD Traffic und kann direkt am Gerät die Suchmaschine Google nutzen, um das aktuelle Wetter zu erfragen, oder einen POI (Point of Interest) zu suchen.

Ausführlicher Testbericht: Tomtom Go 740 Live
Aktuelle Preise: Tomtom Go 740 Live

Der Artikel erschien bei unserer Schwesterpublikation PC-Welt.