Neues Betriebssystem von Microsoft womöglich mit Schnellstart-Funktion

Geheimniskrämerei um Windows 7

21.10.2008 von Nicolas Zeitler
Microsoft hat nun öffentlich bekannt gemacht, dass die nächste Betriebssystem-Generation den Namen "Windows 7" tragen wird. Mit MS verbundene Dienstleister wissen schon über Einzelheiten des neuen Systems Bescheid, haben allerdings offenbar einen Maulkorb verpasst bekommen.
Ein Produktname, aber noch keine Einzelheiten: Erst auf den Entwicklerkonferenzen Ende Oktober will der Redmonder Softwarehersteller Microsoft Näheres zu seinem neuen Betriebssystem Windows 7 mitteilen.
Foto: Microsoft

Die Nachricht verbreitete Mike Nash vom Windows Product Management zunächst über den Windows Vista Blog: "Windows 7" ist der Name für die nächste Generation von Microsofts Betriebssystem. Auch per Pressemitteilung streute der Software-Hersteller die Kunde dieser Tage.

Mit der Bezeichnung wende sich Microsoft bewusst ab von Nummern wie 3.11, Jahreszahlen wie 98 oder Markennamen wie Vista und kehre zurück zur Nummerierung. Windows 7 sei die siebte Version von Windows. Mittlerweile sei Windows mit den dazu gehörigen Software-Angeboten und Services mehr als nur ein Betriebssystem für den PC. Die einfache Bezeichnung solle diese besser einbinden, ließ der Konzern wissen.

Microsoft teilte weiter mit, Windows 7 basiere auf Vista. Dessen Plattformtechnologie werde in dem neuen System "weiterentwickelt und verfeinert". Anwender könnten daher heute ohne weiteres mit Vista arbeiten, da es "vollständig zukunftsfähig" sei.

Erscheinen soll Windows 7 nach Informationen unserer Schwesterpublikation CIO.com Ende 2009 oder Anfang 2010. Erste Details will Microsoft auf den Entwicklertagungen PDC und WinHEC vorstellen, die ab 27. Oktober beziehungsweise 5. November jeweils in Los Angeles stattfinden. Entwickler, die an diesen Konferenzen teilnehmen, sollen dann Pre-Beta-Versionen und damit einen ersten Einblick in Windows 7 erhalten.

Eng mit Microsoft verbundene Dienstleister wissen indes schon mehr über das neue Betriebssystem. Sie dürfen allerdings aufgrund von Verschwiegenheitserklärungen keine Informationen weitergeben, wie CIO.de von einem Partnerunternehmen von Microsoft erfuhr.

Benutzerkonten leichter vewalten

Einfacher als bei Vista soll offenbar die Benutzerkontenverwaltung (User Account Control, UAC) werden. Das schließt das Portal Pressetext.de aus Äußerungen von Microsoft-Entwickler Ben Fathi.

Das Portal Winfuture.de will indes erfahren haben, dass Microsoft eine Instant-On-Funktion für Windows 7 in Erwägung zieht. Der Redmonder Softwarehersteller habe ausgewählte Kunden gefragt, ob sie daran interessiert seien. Das Konzept "Instant On" würde bedeuten, dass der Nutzer seinen Computer in nur acht Sekunden hochfahren kann und dann Zugriff auf einige Funktionen hat. Er könnte nach auf Winfuture.de zitierten Angaben von Microsoft etwa DVDs anschauen und Musik hören, hätte aber keinen Zugriff auf persönliche Daten und die Rechnerkonfiguration.

Spott über den Produktnamen

Gleichzeitig wird auf Winfuture.de darüber diskutiert, wie Microsoft zu der Nummernvergabe 7 kommt. Marketing-Chef Mike Nash wird zitiert, die Zählweise beginne mit Windows NT, das die Versionsnummer 3.1 trug. Mit Windows 95 begann dann die Ära von Windows 4. Windows 2000 sei dann Version 5.0 gewesen, XP 5.1. Vista zuletzt habe dann die Codenummer 6.0 getragen.

Spötter finden indes noch andere Erklärungen für den Produktnamen Windows 7. So witzelt Randall Kennedy in seinem Blog auf Infoworld.com, ob der Rechner mit dem neuen System womöglich sieben Minuten zum Hochfahren brauche, für den Betrieb sieben Gigabyte Arbeitsspeicher nötig seien oder der Nutzer mindestens sieben mal mit der Maus klicken müsse, um einen Netzwerkadapter einzuschalten und sich mit einem Netzwerk zu verbinden.