IDC

Hardware-Ausgaben sinken um 9 Prozent

10.07.2009 von Nicolas Zeitler
Die IT-Ausgaben in Deutschland gehen laut neuen IDC-Zahlen 2009 um 2,4 Prozent zurück. Am stärksten betroffen ist das Hardware-Geschäft. Outsourcing kann dagegen zulegen.

Dass die Wirtschaftskrise in diesem Jahr auch auf die IT-Ausgaben in Deutschland durchschlägt, hatten Marktforscher schon Ende 2008 erwartet. Auch für IDC kommt der Rückgang nicht überraschend. Allerdings: "Die Tendenz hatten wir zwar schon gesehen, aber nicht in der Heftigkeit, wie wir sie jetzt feststellen", sagt Joachim Benner, Research Analyst bei dem Beratungshaus.

IDC-Analyst Joachim Benner hat einen so heftigen Einbruch des IT-Markts, wie er derzeit stattfindet, nicht erwartet.

IDC hat jetzt die Studie "Der IT-Markt in Deutschland, 2008 - 2013" veröffentlicht. In diese Marktübersicht, die laufend fortgeschrieben wird, fließen Ergebnisse von Befragungen, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und Zahlen von Anbietern wie auch IT-Abnehmern ein. Laut dem neuen Bericht wird die Rezession dieses Jahr voll auf den IT-Markt durchschlagen. Das lässt sich laut Benner aus den Zahlen des vierten Quartals 2008 und der ersten drei Monate von 2009 schließen, die die Anbieter jetzt vorgelegt haben.

Um 2,4 Prozent gehen die Ausgaben insgesamt zurück. Im Vorjahr hatte es noch ein Wachstum von 2,1 Prozent gegeben. Der gesamte IT-Markt in Deutschland wird in diesem Jahr bei rund 62 Milliarden Euro liegen.

Die verschiedenen Teile des Marktes sind von dem Rückgang ganz unterschiedlich betroffen. Besonders stark drosseln deutsche Unternehmen dieses Jahr ihre Ausgaben für Hardware - die rund 30 Prozent des gesamten IT-Markts ausmachen. Sie sinken um neun Prozent. Das schwache Hardware-Geschäft wird nach Einschätzung von Benner auch noch im kommenden Jahr anhalten. Erst Ende 2010 oder Anfang 2011 erwartet er eine Erholung - fast ein halbes Jahr später, als für Services und Software angenommen.

Eine Ausnahme stellt der Handel mit intelligenten mobilen Geräten dar. Der Markt für Smart Handhelds wird wohl früher wieder aufblühen als das übrige Hardware-Geschäft. "Diese Geräte setzen sich immer mehr durch, die Nachfrage der Anwender ist groß", sagt Benner.

Mehr Outsourcing in Krisenzeiten

Zu den Profiteuren der Krise gehört das Outsourcing. Die wirtschaftliche Lage treibe Firmen nun noch stärker dazu, die eigene IT-Fertigungstiefe zurückzufahren und Aufgaben auszulagern. Die Ausgaben dafür sollen deshalb in diesem Jahr steigen, um rund 4,5 Prozent. Dieses Wachstum wird allerdings nicht in Gänze dem deutschen Markt zugute kommen. Die IDC-Erhebung erfasst, in welchem Umfang deutsche Firmen IT-Ausgaben auslagern - unabhängig davon, ob sie Dienstleister im In- oder Ausland beauftragen. Besonders stark lagern deutsche IT-Chefs derzeit Aufgaben wie Application-Management aus, wogegen hardware-nahe Dienstleistungen laut Benner weniger stark gefragt sind.

Modelle wie Cloud Computing könnten ebenfalls zulegen, weil Firmen damit flexibel und günstig Leistungen beziehen können. Immer mehr Unternehmen sind bereit, dafür Geld auszugeben. Allerdings betont Benner, dass Cloud Computing bisher nur ein kleines Marktsegment sei, das zudem bei vielen Firmen noch keine Rolle spiele. Zudem werde es wohl nicht zu einem Thema werden, "das den Markt revolutioniert", sagt der Marktbeobachter.

Stützen sollen den IT-Markt in den nächsten Monaten auch Investitionen der öffentlichen Hand und des Gesundheitswesens. Mit einer spürbaren Erholung des gesamten Marktes ist laut der IDC-Untersuchung ab 2011 zu rechnen.