kununu-Gehaltsanalyse

In München stimmt die Vergütung, in Duisburg nicht

01.09.2022 von Hans Königes
Die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Gehalt ist in München am größten, Bonn folgt auf Rang zwei. Schlusslicht sind drei Städte aus dem Westen.
Vor allem in einigen Städten im Westen der Republik sind die Mitarbeiter mit ihrer Bezahlung unzufrieden.
Foto: Noppadon stocker - shutterstock.com

In München sind die Menschen am glücklichsten mit ihrem Gehalt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu, für die insgesamt mehr als 480.000 Gehaltsangaben und über 266.000 Arbeitgeber-Bewertungen von August 2020 bis Juli 2022 in den 30 größten Städten Deutschlands ausgewertet wurden.

Demnach erreicht die bayerische Landeshauptstadt München eine Gehaltszufriedenheit von 63,8 Prozent. Dieser Prozentsatz bezieht sich auf die Menschen, die ihr Gehalt mit sehr gut oder gut bewerten. Bonn kommt auf dem zweiten Platz auf einen Wert von 63,7 Prozent, gefolgt von Stuttgart mit 63,6 Prozent. Am Ende der Rangliste rangieren:

In München hat die hohe Zufriedenheit gute Gründe. Denn mit durchschnittlich 55.477 Euro verdienen die Münchener im Großstadt-Vergleich auch tatsächlich am besten. Auf dem zweiten Platz der faktischen Lohntabelle folgt Stuttgart (55.224 Euro) vor Frankfurt am Main mit einem Durchschnittsgehalt von 55.221 Euro, was allerdings nicht in einer hohen Gehaltszufriedenheit mündet. Denn in diesem Ranking liegt die hessische Landeshauptstadt nur auf Rang elf. Am wenigsten verdienen indes Beschäftigte in:

Große Gehaltsunterschiede

In der Bundeshauptstadt Berlin verdienen die Menschen im Schnitt 46.077 Euro und liegen damit nur auf Rang 19 des städtischen Gehaltsrankings. Mit Position 15 hinsichtlich der Gehaltszufriedenheit wirkt sich das geringe Salär aber nicht ganz so auf die Stimmungslage der Berliner und Berlinerinnen aus, wie es ihrem realen Gehaltsniveau eigentlich entspräche. Eine ähnliche Beobachtung machten die Analysten für Chemnitz, wo die Menschen im Schnitt im Vergleich zu allen anderen deutschen Großstädten am wenigsten verdienen, dafür im Zufriedenheitsranking immerhin auf Platz 19 von 30 Städten landen.

"Eine überdurchschnittliche Lohnstruktur führt nicht immer automatisch zu einer hohen Gehaltszufriedenheit, auch wenn in München tatsächlich beides zusammenkommt. Trotzdem sind die Lebenshaltungskosten in Städten wie Chemnitz ganz anders als etwa in Metropolen wie Berlin", analysiert Nina Zimmermann, CEO von kununu.

Daher habe man im Rahmen einer weiteren Analyse vor allem die größten deutschen Städte wie Hamburg, Berlin, Köln und München noch einmal etwas genauer miteinander verglichen. Das Ergebnis: Im Vergleich der einzelnen Berufsprofile wird vor allem in Berlin auffallend wenig verdient. So verdienen etwa Unternehmensberater in Köln 24 Prozent mehr als ihre Kollegen in Berlin. Und auch in Hamburg liegt ein Berater-Salär noch sechs Prozent über dem in der Hauptstadt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in nichtakademischen Berufsprofilen: Auf Baustellen in Hamburg wird zwölf Prozent, in Köln 15 Prozent mehr verdient als in Berlin. Ein Erzieher oder eine Erzieherin verdient in Berlin im Durchschnitt 35.435 Euro, während in München für den gleichen Job 41.840 Euro in der Lohntüte liegen.

Alternativen zur Gehaltserhöhung
Alternativen zur Gehaltserhöhung
Sicher, über Gehaltserhöhungen freut sich jeder. Aber nicht immer ist eine Gehaltserhöhung sinnvoll:
Kalte Progression
Etwa, wenn die kalte Progression zuschlägt und der Arbeitnehmer wegen der erhöhten Abgabenlast nichts mehr vom Zuschlag hat. Doch es gibt jede Menge Möglichkeiten, dem Mitarbeiter Gutes zu tun.
Einmal volltanken
Lange waren Tankgutscheine in Mode - doch die Handhabung erwies sich als zu kompliziert. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Inzwischen darf der Arbeitgeber seinem Angestellten Sachzuwendungen in Höhe von 50 Euro zukommen lassen - jeden Monat.
Bloß nicht auszahlen!
Auszahlen darf das Unternehmen die 50 Euro nicht - sonst wären Steuern fällig.
Selbst kochen statt Essen gehen
Besonders praktisch: Essenschecks können auch im Supermarkt eingelöst werden.
Dienstwagen
Nach wie vor heißgeliebt: der Dienstwagen. Doch nicht jeder Mitarbeiter ist schon auf einer Gehaltsstufe, die einen Dienstwagen erlaubt - und nicht jeder will einen. Zudem müssen Unternehmen oft mit ihren Mitarbeitern komplizierte Verträge schließen. Wie wäre es stattdessen ...
Dienstrad
... mit einem Dienstrad? Gerade in großen Städten ist das Rad eine umweltfreundliche und schnelle Möglichkeit, zur Arbeit und zurück zu kommen. Vorteil: Die Nutzung des Dienstrads ist privat uneingeschränkt möglich, ohne dass komplizierte Verträge geschlossen werden müssen.
Kleine Geschenke
Ein Unternehmen kann über "anlassbezogene Zuwendungen" dem Mitarbeiter etwas schenken.
Leasingverträge für Smartphones
Wenn der Arbeitgeber keine Diensthandys zur Verfügung stellt, gibt es zudem die Möglichkeit, dass der Mitarbeiter über das Unternehmen ein Smartphone least. Das gilt natürlich für allerlei Elektrogeräte, etwa ...
Tablets
... iPads und andere Tablet-Computer. Für Wartung und Reparatur ist aber der Mitarbeiter selbst zuständig - und schenken darf die Firma dem Angestellten nach Ablauf des Leasingsvertrags das Gerät auch nicht.
Die Rechnung, bitte!
Alternativ kann der Arbeitgeber sich auch an der Telefonrechnung des Mitarbeiters beteiligen.
Prepaid-Kreditkarten
Einfach mit 50 Euro jeden Monat aufladen - und der Mitarbeiter kann sie ausgeben, wofür er möchte.
Karte für den ÖPNV
Vorsicht: Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Monatskarte für den ÖPNV, kann er seinem Mitarbeiter die 50 Euro nicht mehr auf die Prepaid-Kreditkarte laden. Doch auch da gibt es Alternativen.
Geburtstags- oder Jubiläumsgeschenke
Drei Mal im Jahr kann das Unternehmen so im Wert von 60 Euro ein Geschenk machen.
Fast wie Bargeld
Rabatte auf die eigenen Produkte für Mitarbeiter sind bis zu 1.080 Euro im Jahr steuerfrei.
Kantinenessen
Gern genommen sind auch Zuschüsse zum Essen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten.
Schlauer als vorher
Ein Arbeitnehmer kann auch in Weiterbildungen für seine Mitarbeiter investieren und für sie keine Steuern oder Abgaben zahlen, solange klar ist, dass die Weiterbildung direkt für den Job anwendbar ist.
Leere Kita
Ein Unternehmen kann außerdem anbieten, dem Mitarbeiter einen Zuschuss zu den Betreuungskosten für die Kinder zu leisten. Er ist ebenfalls steuer- und sozialabgabenfrei und kann das Budget einer Familie entlasten.
Gesundheit!
Auch für die Gesundheit des Mitarbeiters kann ein Unternehmen für 600 Euro im Jahr Ausgaben tätigen.
Und was ist im Alter?
Alle On-top-Leistungen werden nicht in die Rentenkasse eingezahlt. Experten gehen nicht davon aus, dass der Rentenanspruch dadurch stark beeinflusst wird. Aber eine Rechnung aufstellen, schadet auf keinen Fall.

Zur Analyse

kununu hat auf seinem Portal mittlerweile mehr als 2,1 Millionen unternehmensindividuelle Gehaltsdaten eingesammelt. Diese basieren auf Selbstangaben der Beschäftigten. kununu-Algorithmen sortieren dabei Gehaltsangaben aus, die nicht innerhalb eines vorher definierten Gehaltsbandes liegen. Zudem werden die Angaben in einen Gesamtkontext aus Branchendaten, Berufserfahrung und Personalverantwortung gestellt und daraufhin überprüft.

Für die aktuelle Analyse wurden 486.421 Gehaltsangaben sowie 265.604 Arbeitgeber-Bewertungen aus den 30 größten deutschen Städten herangezogen und miteinander in Hinsicht auf die konkreten Gehaltszahlen sowie die Zufriedenheit mit diesen verglichen. Für die Analyse wurden Daten vom 1. August 2020 bis 31. Juli 2022 erhoben.