Hausautomation leicht gemacht

Interessante Smart-Home-Lösungen im Überblick

22.12.2015 von Klaus Hauptfleisch
Smart Home, die zentrale Heimvernetzung und Haussteuerung, lockt viele neue Anbieter an. In unserer Marktübersicht stellen wir einige interessante Smart-Home-Lösungen vor.

Hinter Begriffen wie Smart Home, Hausautomation oder intelligente Gebäudetechnik verbergen sich eine Vielzahl von Produkten und Ideen, die meisten davon immer noch Einzel- oder Insellösungen.

Als idealer Brückenbau gilt für viele Installateure und etablierte Anbieter dagegen immer noch ein von EIB zu KNX weiterentwickelter europäischer Installationsbus für die meist kabelgeführte Datenleitung parallel zur Stromversorgung. Die Funk- und Powerline-Varianten konnten sich nicht wirklich durchsetzen.

Um die Nachrüstung oder Umzüge zu erleichtern, haben die KNX/EIB-Pioniere Jung und Gira Anfang des Jahres ein gemeinsam entwickeltes neues bidirektionales Funksystem namens eNet auf den Weg gebracht. Andere alteingesessene Hersteller wie Honeywell oder Busch-Jaeger haben ähnliche Funksysteme im Programm, die eben den Vorteil haben, die für einzelne Lösungsszenarien weit günstiger sind und eine breitere Marktbasis schaffen.

Smart Home § -
EnerGenie von Gembird
Unter dem Namen EnerGenie vertreibt Gembird eine Reihe von Produkten, die Strom sparen helfen sollen. Dazu gehören unter anderem intelligente Steckdosenleisten und diese Kombination aus WLAN-Repeater und Smart-Home-Steckdose unter der Produktbezeichnung EG-PM1W-001. Soviel smarter oder intelligenter als Zeitschaltuhren sind diese Lösungen, wie sie etwa auch AVM und Belkin anbieten, nicht wirklich. Aber immerhin lassen sich die „intelligenten“ Steckdosen von überall auf der Welt aus ein- und ausschalten sowie ihre Schaltzeiten programmieren. Am ehesten von Intelligenz sprechen kann man, wenn nach dem IFTTT-Prinzip (If this than that) ereignisorientiert bei Dunkelheit das Licht angeht und die Jalousie herunterfährt. Das hat übrigens durchaus abschreckende Wirkung auf potentielle Einbrecher.
Netcam-HD-WLAN-Kamera von Belkin
Versicherungsunternehmen schreiben es mitunter vor oder winken mit niedrigeren Tarifen, wenn im Haus oder in der Wohnung eine WLAN-fähige Webcam wacht. Belkins neue Netcam-HD-WLAN-Kamera mit Nachtsichtmodus (F7D7602de) ist insofern eine sinnvolle Ergänzung der WeMo-Familie rund um die Hausautomatisierung mit WLAN-fähigen WeMo Insight Switch genannten intelligenten Steckdosen im Zentrum. Über die für Android und iOS verfügbare WeMo-App lässt sich in 720p-Qualität von Ferne alles genau beobachten oder aufnehmen, wann zum Beispiel die Kinder nach Hause kommen und welches von ihnen mit dreckigen Schuhen im Flur herumtapst, wie im Werbefilm gezeigt.
Netcam-HD-WLAN-Kamera von Belkin
Die Netcam-HD-WLAN-Kamera kann auch so programmiert werden, dass bei Bewegung eine E-Mail-Nachricht erfolgt. Da WeMo auch mit IFTTT funktioniert, ist eine ereignisorientierte Verknüpfung mit verschiedenen Online-Apps möglich.
Honeywell Evohome
Als Butz Thermo-Electric Regulator Co. 1885 gegründet, ist der amerikanische Mischkonzern wohl der oder einer der ältesten Anbieter von Gebäudetechnik. Das Unternehmen hat auch früh Lösungen für die intelligente Heizungssteuerung entwickelt und ist über Zukäufe wie Peha aus Lüdenscheid im Smart-Home-Bereich weiter gewachsen. Von dem lange verfolgten Bus-Weg hat sich Honeywell wegen der aufwendigen Verkabelung mehr oder weniger verabschiedet. Und so wird die neue Heizungssteuerung Evohome als Funksystem angeboten. Durch die Verknüpfung mit dem Diensteanbieter IFTTT (If this then that, wenn das, dann jenes) kann Evohome auch selbsttätig die Heizung einschalten, sobald es schneit oder frostig wird.
Honeywell Evohome: die Komponenten
Zu dem unter anderem bei Conrad Electronic erhältlichen Honeywell Evohome gehören ein zentrales Bediengerät sowie leicht zu montierende Funkregler für Heizkörper und Fußbodenheizungen. Ein optionales Gateway erlaubt die Steuerung per Smartphone von unterwegs aus. Über Smart Zoning und die Anpassung der Temperatur zu unterschiedlichen Tageszeiten soll Evohome bis zu 30 Prozent der Heizkosten sparen helfen. Das System ist auch lernfähig und erkennt, wie lange es dauert, einen Raum oder eine der bis zu zwölf möglichen Zonen die Wohlfühltemperatur erreicht.
Gira und Jung gehen mit eNet gemeinsam drahtlos
Kaum ein anderer deutscher Anbieter ist in der aktuellen Fernsehwerbung für Smart Home so präsent wie Gira aus Radevormwald bei Wuppertal. Dabei blickt das Unternehmen wie Jung aus dem nahe gelegenen Schalksmühle auf über 100 Jahre Schalt- und Schaltertechnik zurück. Beide Hersteller sind starke Verfechter des KNX/EIB-Standards in der klassischen Variante mit einem Kabel-Bussystem parallel zum Stromnetz. In gemeinsamer Entwicklungsarbeit haben sie aber Anfang des Jahres unter dem Namen eNet ein bidirektionales Funksystem auf den Weg gebracht, das sich wesentlich einfacher nachrüsten und umziehen lässt und auch die Einbindung in bestehende KNX-Welten erlaubt.
Der eNet-Server als Steuerzentrale
Herzstück und intelligente Steuerzentrale von eNet als bidirektionales Funksystem im 868,3-MHz-Band ist ein eNet-Server wie hier von Jung.
Das eNet-System im Detail
Steuern lässt sich eNet über entsprechende Tasthandsender, die sich bei Jung und Gira verblüffend ähneln, oder auch über eine Verbindung aus Funk-Gateway und iPhone & Co. Da eNet ein Funksystem ist, kann man die Schalter auch einfach an eine Glasfläche kleben, wie Gira zeigt.
eNet-System im Praxiseinsatz
Die Handsender lassen sich flexibel im Haus verteilen.
Neue Bedienkonzepte für eNet
Auf der Leitmesse Light + Building im April 2014 hat Gira unter anderem eine Gira G1 genannte neue Bedienzentrale für KNX-Systeme vorgestellt. Diese soll zwar erst im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt kommen, ist aber insofern von Interesse, dass die auch eNet unterstützt. Jung hat als Studie auch schon ein eigenes eNet-Bedienpanel präsentiert.
eNet im Praxiseinsatz
Der Dimmsender von Gira.
eNet im Praxiseinsatz
Die stuerzentrale von Jung.
Die Smart-Home-Lösung von Jung
KNX-Lösungen sollen hier eigentlich nur am Rande zur Sprache kommen, weil sie in der Verkabelungsvariante sich nur bei Neubauten oder teuren Renovierungsarbeiten lohnen. Das das nicht sein muss, zeigt die Firma Jung. Zu den Referenzobjekten gehören Luxusbauten wie die Villa Beer eines Stuttgarter Haustechnik-Unternehmers ebenso wie ein Plattenbau in Schwarzenberg am Erzgebirge, der altengerecht umgebaut wurde. Um die Kosten niedrig zu halten, wurde auf teure Taster und Wand-Displays verzichtet, stattdessen sollte sich KNX-Technik mit konventionellen Geräten wie iPhones oder iPad koppeln lassen. Unter Einbindung intelligenter Rauchmelder wurde eine Umgebung geschaffen, die es ermöglicht, die Wohnung nachts oder beim Verlassen derselben in eine Art Schlafmodus zu versenken, zum Beispiel durch Senken der Temperatur und Deaktivieren bestimmter Steckdosen.
Jung und Connected Living
Jung ist nach eigenen Angaben der bisher einzige Hersteller intelligenter KNX-Technik, der sich Connected Living angeschlossen hat. Die Berliner Initiative mit heute mehr als 50 aktiven Mitgliedern versteht sich auch als technologieübergreifende Plattform rund um ein vom DAI-Labor der TU Berlin entwickeltes Managementtool, das eine modulare Zusammenstellung der Heimvernetzung ermöglichen soll. Kernstück des Systems ist ein Home Control Center, über das sich alle angeschlossenen Geräte und Funktionen im Haus oder in der Wohnung steuern lassen. Um die Heimvernetzung stromsparend in ein Smart Grid einzubinden, soll ein EEBus als Schnittstelle für den Datenaustausch mit den Energieversorgern zum Einsatz kommen. Die Grafik zeigt die vielfältigen Möglichkeiten von CL und Jung in der Gebäudesteuerung.
Digitalstrom
Der Schweizer Anbieter Digitalstrom hat mit Mikrocomputer enthaltenen intelligenten Lüsterklemmen und Tastern auf sich aufmerksam gemacht. Darüber soll sich im Haus oder in der Wohnung alles steuern lassen, sogar die Temperatur der Dusche zum Schutz von Kindern und Senioren.
Homematic-System von eq-3
DasHomematic-System bietet ein umfangreiches Portfolio an Stuergeräten aus den Bereichen Licht, Beschattung, Heizen, Energiesparen, Wetter, Umwelt, Sicherheit und Alarm sowie Zutrittssteuerung.
Homematic Sicherheitt
Das Sicherheitspaket von Homematic beinhaltet zur einfachen Montage funkbasierte Geräte wie Bewegungsmelder, Rauchmelder, Funkgong oder Handsender.
Homematic Heizung
Auch im Bereich Hiezungs- und Energiesteuerung bietet das Homematic-System zahlreiche Sensoren und Aktoren.
SmartHome-System von RWE
Der Energiekonzern RWE hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eq-3 ein eigens Smart-Home-System entwickelt.
iHaus
Der Systemintegrator iHaus hat seine Software-Lösung zur Steuerung und Verknüpfung internetfähiger Geräte um Apple HomeKit und Alexa von Amazon erweitert.

Im noch relativ jungen Smart-Home-Markt, der viel von Bastlern und Tüftlern (Stichwort Do it yourself, kurz DiY) lebt, geht der Trend indes mehr und mehr zu IP-Lösungen. Und das ruft viele neue Player auf den Plan ruft, darunter auch so mächtige Smartphone- und Internetanbieter wie Apple, Samsung und Google. DiY- und IP-Lösungen sollen in diesem Artikel auch den Schwerpunkt bilden. Aber zunächst sei die Frage erlaubt, wo smart oder intelligent anfängt.

Was ist smart?

Wenn es nur um Bequemlichkeit oder um die Steuerung schwer erreichbarer Jalousien an hohen Dachfenstern zum Beispiel geht, tun es auch Infrarot-Fernbedienungen - irgendwie auch schon smart. Die guten alten Zeitschaltuhren können bei Abwesenheit ebenso Aktivität vorgaukeln wie sogenannte intelligente Steckdosen, wie sie AVM, Belkin, Gembird und Co. anbieten.

Ihr mehr an Intelligenz besteht vor allem darin, dass sich zum Beispiel WLAN-fähige Steckdosen oder Steckdosenleisten über Smartphone-Apps auch von Ferne ein- und ausschalten und ereignisorientiert mit anderen Geräten und Apps koppeln lassen. Ein IFTTT (If This Than That, Wenn-dann) genannter Diensteanbieter für solche Verknüpfungen zählt schon über 150 Channels beziehungsweise Apps, darunter auch Facebook und Twitter.

Mit einem eNet-Server lassen sich alle angeschlossenen Geräte zentral steuern.
Foto: Jung

Ein Smart TV oder netzwerkfähiger Receiver, für viele Novizen vielleicht der Einstieg zu Smart Home, braucht die Anbindung an ein Netzwerk, um auf Widgets, Internetradio oder Inhalte wie Flickr zugreifen zu können. Aber so richtig smart werden sie erst, wenn sie sich zentral oder von der Ferne über eine Smartphone-App steuern lassen. Smart Home besteht idealerweise darin, alle im Heimnetz angeschlossenen Geräte und Funktionen wie Licht, Heizung, Jalousie, Haushaltsgeräte und Musik über ein Bedienpanel steuern zu können. Es können auch mehrere oder eine Kombination unterschiedlicher Bedienelemente sein.

Gira, Jung und Co. bieten neben eigenen Tastern und Bediengeräten auch Gateways und Apps für iOS und Android an, um die angeschlossenen Geräte über Smartphone oder Tablet steuern zu können. Samsung bringt auch Smartwatches wie die Galaxy Gear als Steuereinheiten ins Spiel und baut samt eigener Unterhaltungselektronik und weißer Ware ein ganzes Ökosystem rund um Smart Home auf. Dabei setzt der koreanische Riese nicht alles auf eine Karte, sondern auf verschiedene Allianzen und Plattformen.

Qivicon verbindet Standards

So hat sich Samsung auch der der Telekom ins Leben gerufenen Qivicon-Plattform angeschlossen. Jedoch sind unter den dort vorgestellten Produkten noch keine Samsung-Geräte zu finden. Herzstück der Qivicon-Plattform ist eine von Miele, EnBW, Vattenfall und RheinEnergie auch im OEM-Paket angebotene Home Base. Diese unterstützt von Hause aus nur die von der ostfriesischen ELV-Tochter eQ-3 eingeführte proprietäre Homematic-Funktechnik auf dem 868-MHz-Frequenzband, bietet über vier USB-Plätze aber auch Raum für andere Übertragungstechnologien. Da ZigBee als offener Standard im 2,4-GHz- oder 868-MHz-Funknetz immer beliebter wird, werden im Qivicon-Shop und im Bundle mit vielen Produkten auch bereits ZigBee-Sticks angeboten. Sticks für weitere Funktechnologien sollen folgen.

Miele wurde als einer der Vorreiter im Smart-Home-Markt schon genannt. Die deutsche Edelmarke zeigt sich mit Miele@home und der Miele@mobile-App etwa seit vielen Jahren sehr umtriebig im Smart-Home-Bereich, sieht dies wie Liebherr und andere Mitbewerber auch immer im Kontext mit intelligenter Stromnutzung über Smart Grids und hat eine ganze Armada von Haushaltsgeräten in Qivicon-Plattform eingebracht. Im Miele-StartUp-Komplettpaket befinden sich eine Qivicon Home Base, ein Zigbee-Stick und eine Miele-App zur Steuerung der Backöfen, Kühlschränke, Dampfgarer, Dunstabzugshauben, Geschirrspülmaschinen und vieles mehr.

Mit Qivicon lassen sich verschiedene Hausautomationssystem zentralisieren.
Foto: Qivicon

Allerdings setzen diese bei der Steuerung über Qivicon Mieles Hausgeräte-App voraus, während von eQ-3 vertriebene Homematic-Produkte wie Thermostate, Dimm- und Schaltaktoren, Bewegungs- und Rauchmelder zwar nicht von der Miele-App, wohl aber von Smart Home der Deutschen Telekom und von RheinEnergie sowie von den Apps der anderen Energieversorgern unterstützt wird. Gleiches gilt auch für entsprechende ZigBee-Produkte von Bitron Home. Im Qivicon-Reigen befinden sich aktuell auch Netzwerkkameras von D-Link und die LED-Lampen der hue-Familie von Philips, die allerdings nur mit der Telekom-App kompatibel sind.

Sonos-Multiroom-Lautsprechersysteme, wegen der einfachen Integration in verschiedene Szenarien, immer beliebter und mit Smart Home oft in einem Atemzug genannt, sollen in Bälde ebenfalls in die Qivicon-Familie aufgenommen werden. Auf der IFA 2014 hat Qivicon zusammen mit BMW auch schon eine Studie für Gebäudesteuerung vom Auto gezeigt. RWE gilt zwar als einer der größten Smart-Home-Anbieter in Deutschland, ist aber nicht bei Qivicon vertreten.

Von kleinen und großen neuen Mitspielern

Sonos und Philips hue haben schon so manche Entwicklungen im Smart-Home-Bereich angestoßen. Seit Anfang des Jahres macht ein junger Softwareanbieter namens iHaus von sich Reden, der sich als Spin-off des Münchener Gebäudetechnik-Traditionsunternehmen Heinemann unter dem Leitgedanken, alles lasse sich regeln, Smart Home und das Internet der Dinge auf die Fahne geheftet hat. Durch die Wenn-dann- oder IFTTT-Verknüpfung will iHaus weit mehr Anwendungsmöglichkeiten schaffen als nur das An- und Ausschalten der Philips-hue-LED-Lampen oder der Sonos-Lautsprechersysteme.

Mit den genannten Produkten, mit der Einbindung von iBeacons und Wetterdiensten für die ereignisorientierte Steuerung hat alles begonnen bei iHaus. Mittlerweile ist im Apple-Shop auch schon eine App für iOS kostenlos erhältlich, eine Android-App und eine Vielzahl weiterer Anwendungen sollen nach und nach folgen. Für die zu steuernden Geräte werden sogenannte LINKITs (link it) angeboten, die 30 Tage kostenlos genutzt werden können. Neben Sonos, Philips hue und Wetter- und Verkehrsdiensten, die in der kostenlosen Starterversion schon enthalten sind, sind unter anderem auch schon LINKITs für Smart TVs von Samsung und LG, Rauchmelder und Osram Lightify in Arbeit. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, über SUMITs die Funktionen mehrerer Geräte zusammenzufassen (sum it). Das Drehbuch dazu sollen die Kunden selbst schreiben können.

Praxiseinsatz: Die iHausTechnologie im Konferenzraum.
Foto: iHaus

Während iHaus sich mit relativ bescheidenen Mitteln im Blindflug einen Platz im Markt erobert hat, haben Google und Apple vor allem durch ihre massiven Investitionen für Schlagzeilen gesorgt. Oberflächlich gesehen scheinen die 3,2 Milliarden Dollar, die Google Anfang des Jahres für Nest Labs hingeblättert hat, nicht wirklich gut angelegt zu sein. Denn neben Funk-Rauchmeldern hat die neue Tochter nur Zweipunktregler für die in den USA üblichen Warmluftheizungen mitgebracht.

In Europa und den meisten anderen Regionen der Welt sind dagegen Heizungen mit Stetigreglern verbaut. Abgesehen davon erfordern die Nest-Regler eine US-Postleitzahl. Apple hat zwar mit iBeacon 2013 nützliche Bausteine zur Steuerung von Smart Home eingebracht, scheint sich sonst aber eher damit zu begnügen, dass die meisten mobilen Apps zunächst für iPhone und iPads entwickelt werden. Das mit iOS 8 vorgestellte Apple Homekit kommt anders als Apple Healthkit kaum in die Gänge.

iHaus verknüpft Apple HomeKit und Amazon Alexa mit Gebäudesystemtechnik

iHaus hat sich auf die Themen Smart Home und Internet of Things (IoT) spezialisiert. Dazu hat das Unternehmen eine Smart-Home-App für die Plattformen iOS und Android entwickelt, die der Schlüssel für ein intelligentes vernetztes Zuhause sein will.

Nun hat der Münchner Spin-off der Claus Heinemann Elektroanlagen GmbH seine Software-Lösung zur Steuerung und Verknüpfung internetfähiger Geräte um Apple HomeKit und Alexa von Amazon erweitert. Mit der App soll es möglich sein, WLAN-fähige Geräte unabhängig vom Hersteller miteinander zu vernetzen und bestehende KNX-Lösungen aus der Gebäudesystemtechnik mit IoT-Lösungen zu verknüpfen. Die neue App-Version 2.2 unterstützt nun erstmals auch Apple HomeKit. Damit sollen sich etwa smarte Steckdosen und intelligente Heizungsregler, die mit dem Label "Works with Apple HomeKit" versehen sind, über die App zentral bedienen und steuern lassen. Nach Angaben des Unternehmens soll das auch von unterwegs aus funktionieren.

"Der Nutzer bekommt damit völlig neue Use Cases an die Hand", erklärt iHaus-Vorstand Robert Klug. Mit jeder Integration werde iHaus immer mehr zum digitalen Knotenpunkt im alltäglichen Leben. Als neue Kombinationsmöglichkeit zwischen Systemen und Geräten sollen jetzt "HomeKit-Produkte beispielsweise über Amazon Echo auch auf die Sprachassistentin Alexa und nicht nur auf Apples Siri hören". Eine Steuerung aus der Ferne sei auch "ohne die sonst obligatorische Apple-TV-Verknüpfung" möglich.

In Karlsfeld bei München betreibt das Unternehmen ein Musterhaus, das auf Wunsch besichtigt werden kann.

Fazit

Aus den soeben genannten Gründen ist der vielfach gehegte Verdacht, dass es Google und Apple bei Smart Home mehr darum geht, unschätzbare Informationen über das Verbraucherhalten zu sammeln, vielleicht gar nicht so falsch. Andererseits wäre der Markt ohne die beiden führenden mobilen Betriebssysteme längst nicht so beflügelt wie heute. Denn diese haben ein Ökosystem geschaffen, das den Spieltrieb fördert. KNX-Systeme mögen zwar in punkto Sicherheit und Zuverlässigkeit immer noch die erste Wahl sein, aber erst durch IP- und Funklösungen wird das Spielfeld massenmarkttauglich und für jedermann erschwinglich.