Manager auf Zeit

Interim-Manager sollen restrukturieren

16.11.2009 von Nicolas Zeitler
Manager auf Zeit werden zurzeit vorrangig für Umstrukturierungen ins Haus geholt. Häufig wird ihnen einer Studie zufolge auch die Aufgabe übertragen, Effizienz zu steigern oder Projekte zu steuern.

Restrukturierung ist die Aufgabe, die deutsche Firmen am häufigsten Interims-Managern anvertrauen. Dahinter folgen gleichauf die Themen Effizienzsteigerung und Projekt-Management. Das hat eine Studie der Marktbeobachter von Lünendonk aus Kaufbeuren ergeben.

Die Wirtschaftslage spiegelt sich nach Ansicht von Lünendonk-Marktbeobachtern in den Anfragen wieder, die an Anbieter von Interim-Management gerichtet werden.

Für die Studie "Der Markt für Interim Management in Deutschland" hat Lünendonk Vertreter von zehn großen Anbietern von Interim Management in der Bundesrepublik befragt. Sie sollten auf einer Skala angeben, welche Leistungen bei ihnen wie stark nachgefragt werden. Der niedrigste Wert -2 stand für "nie", der höchste +2 für "sehr oft". Restrukturierung kam auf den Wert 1,5, die beiden anderen besonders häufig gefragten Leistungen je auf 1,3.

Auf dem vierten Platz folgt mit einigem Abstand das Thema Sanierung mit dem Wert 0,8. Noch seltener nachgefragt werden Übergangs-Führungskräfte allgemein dafür, "Vakanzen zu überbrücken". Dabei sei dies ihre typische Aufgaben, kommentieren die Verfasser der Umfrage. Dass die Restrukturierung dem gegenüber so häufig verlangt werde, sei Auswuchs der derzeitigen Wirtschaftslage, meint Hartmut Lüerßen, Partner bei Lünendonk.

Vor ihrem Hintergrund sei auch zu erklären, dass "Wachstumsstrategien" noch seltener angefragt werden. Schlusslichter bei den Aufgaben, für die Firmen vorübergehend Mitarbeiter in Leitungsfunktion suchen, sind die Erschließung neuer Geschäftsfelder und die Umsetzung von Gesetzesänderungen.

Der Lünendonk GmbH zufolge ist der Markt für Interim-Management in den letzten Jahr stark gewachsen. Dies sei vor allem der Nachfrage durch große Unternehmen zu verdanken gewesen. Die Anbieter seien auch vor allem auf Großunternehmen als Kunden eingestellt.

Profi-Vermittler finden bessere Kandidaten

Dem Beratungsunternehmen zufolge tun Firmen gut daran, bei der Suche nach Führungskräften für eine begrenzte Zeit einen Anbieter für Interim-Management zu Rate zu ziehen. Ihre Reichweite sei groß, und sie könnten meist bessere Kandidaten präsentieren als sie die Suche im eigenen Netzwerk von Firmen hervorbrächte.

Als ein Qualitäts-Merkmal der Anbieter von Interim-Management nennt die Lünendonk-Umfrage den persönlichen Kontakt zu den Übergangs-Chefs. Dafür betrieben die Anbieter einigen Aufwand. Mittels ihrer Profildatenbank träfen sie eine Vorauswahl. Eine wichtige Rolle spiele aber auch das persönliche Gespräch vor Ort, vor allem bei hochrangigen Aufgaben.