Voraussetzungen für den Test der e-Gesundheitskarte geschaffen

Klinikum Löbau-Zittau führt zentrales KIS ein

09.08.2006
Das Klinikum des Landkreises Löbau-Zittau hat in den Krankenhäusern in Zittau und Ebersbach ein zentrales Krankenhaus-Informations-System (KIS) eingeführt. Nach der erfolgreichen Implementierung verfügt das Klinikum nun über eine moderne, gemeinsame IT-Plattform, die einerseits die Integration der vorhandenen Subsysteme ermöglicht und zugleich die Voraussetzungen für die Teilnahme der Testregion Löbau-Zittau am Modellprojekt „Einführung der elektronischen Gesundheitskarte“ schafft.

Das Klinikum des Landkreises Löbau-Zittau ist ein Klinikum der Regelversorgung mit moderner medizinisch-technischer Ausstattung. Es ist Anfang 2005 aus der Fusion der beiden Kreiskrankenhäuser Löbau und Zittau entstanden. Die Managementgesellschaft Gesundheitszentrum Löbau-Zittau (MGLZ) ist alleiniger Gesellschafter und verwaltet das Klinikum. In seinen modernen und attraktiven Einrichtungen betreut das Klinikum über 20.000 Patienten im Jahr. Um nach der Fusion die Vorteile des Zusammenschlusses vollständig ausschöpfen zu können, sollten die vorhandenen IT-Systeme auf eine gemeinsame Lösung überführt werden, ohne jedoch die eingesetzten Systeme komplett auszutauschen.

Anfang 2006, knapp drei Monate nachdem die Entscheidung für die Produktsuite Lorenzo SolutionCentre von der iSOFT Deutschland GmbH, Mannheim, gefallen war, konnten die bestehenden Systeme abgelöst und die neue Lösung wie geplant in Betrieb genommen werden. Lorenzo SolutionCentre vereint nun die historisch bedingt sehr heterogene IT-Landschaften inklusive Subsysteme wie Labor, Radiologie und den e*GATE-Kommunikationsserver. Zahlreiche neue Funktionalitäten und Verbesserungen des Workflows führen zu einer hohen Akzeptanz seitens der Anwender.

Vereinheitlichung der Organisationsstrukturen

„Angesichts der knappen Vorbereitungszeit, des straffen Projektplanes und der Fülle der Aufgaben verlief die Einführung von Lorenzo SolutionCentre sehr erfolgreich. Mit der Implementierung des neuen KIS wurden zugleich unterschiedliche Organisationsstrukturen an den beiden Standorten vereinheitlicht und neue Workflows, etwa für die DRG-Ermittlung, umgesetzt. Viele bekannte Bedienabläufe sind durch das neue KIS ersetzt worden. Die Ärzte waren von Anfang an in die Systemumstellung eingebunden und können nun die optimierten Workflows nutzen“, bilanziert Romain Seibt, IT-Leiter des Klinikums Löbau-Zittau.

Aufgrund seiner flexiblen Architektur lasse sich Lorenzo SolutionCentre als zentrales Informationssystem problemlos um zusätzliche Komponenten erweitern und an kommende Anforderungen anpassen. Die Kriterien Kompatibilität und Ausbaufähigkeit betreffen dabei nicht nur die Systeme, die innerhalb des Klinikums zum Einsatz kommen. In Zittau und Ebersbach ist der Blick bereits klar auf die Zukunft gerichtet. Für den Freistaat Sachsen wird die elektronische Gesundheitskarte im Landkreis Löbau-Zittau getestet. Die regionale Verantwortung für den Test und die Koordination liegt bei der MGLZ.

Der Landkreis Löbau-Zittau wurde ausgewählt wegen seiner praktischen Erfahrungen mit dem elektronischen Heilberufsausweis. Im Zuge des Modellprojekts zur „Digitalisierung bildgebender Verfahren und Bildkommunikation der Krankenhäuser im Freistaat Sachsen“ (SaxTeleMed) ist im Klinikum des Landkreises Löbau-Zittau die Telematik-Infrastruktur für den neuen Ausweis eingerichtet worden. Nur mit diesem Arzt-/Apothekerausweis ist ein Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte möglich. Der elektronische Arztausweis ist im Klinikum Löbau-Zittau bereits in der routinemäßigen Anwendung.

„Vor dem Hintergrund der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der immer stärkeren Verbreitung integrierter Versorgungsformen haben wir mit iSOFT ganz bewusst einen Software-Partner gewählt, der auf Grund seiner Größe und internationalen Erfahrungen das Potential besitzt, auch kommende Herausforderungen zu überwinden und dessen Fokus nicht allein auf die Prozesse innerhalb eines Krankenhauses, sondern verstärkt auf die Unterstützung intersektoraler Behandlungsformen gerichtet ist. Mit Lorenzo SolutionCentre haben wir uns für eine innovative zukunftssichere Lösung entschieden und frühzeitig die Vorrausetzungen geschaffen, um uns erfolgreich in einem sich wandelnden Gesundheitswesen zu positionieren“, fasst Romain Seibt zusammen.

LabCentre erhält KV-Zulassung

In der aktuellen Veröffentlichung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV wird erstmals LabCentre von iSOFT Deutschland als „Zertifizierte Software KVDT für die vertragsärztliche Abrechnung“ aufgeführt. „Mit dieser KV-Zulassung rundet iSOFT das Leistungsspektrum der Laborlösung weiter ab und stellt dem Anwender auch für die KV-Abrechnung alle Vorteile des LabCentre-Abrechnungsmoduls integriert zur Verfügung“, erklärt der Hersteller. Nach erfolgreicher Umsetzung eines schriftlichen Anforderungskataloges und einer umfangreichen Sichtprüfung vor Ort in der Zertifizierungsstelle in Berlin mit Simulationsabrechnungen anhand vorgegebener Testfälle attestierte die KBV der iSOFT- Lösung die vollständige Erfüllung aller geforderter Kriterien.

Neben der KV-Abrechnung ermöglicht das LabCentre Abrechnungsmodul die Abrechnung in Form von Privatliquidation und Sammelrechnung und eigne sich damit gleichermaßen gut für den Einsatz im Krankenhaus, der Laborfacharztpraxis oder dem Gemeinschaftslabor. Die Zuordnung zu den verschiedenen Abrechnungsformen erfolgt vollautomatisch anhand eines definierbaren Regelwerks. Einzelne Teile eines Auftrags können auch gesondert abgerechnet werden, beispielsweise durch automatische Aufteilung in Basislabor und Fachlabor. Soweit es gesetzliche Anforderungen zulassen, kann die Abrechnung weitestgehend automatisiert werden. Ein integriertes Mahnwesen, die Erstellung von „Info“-Rechnungen sowie Nachbearbeitungsfunktionen runden das Abrechnungsmodul ab. Das integrierte System erlaube ein breites Set an Auswertungen mit dem LabCentre Statistikmodul.

Reinhold Hölbling, MBmedien GmbH