Klagen einiger Anleger

Komplettübernahme der Media-Saturn-Holding durch Ceconomy stockt

09.07.2021
Die Komplettübernahme der Media-Saturn-Holding durch den Elektronikhändler Ceconomy verzögert sich.
Es könnte noch ein wenig dauern, bis die Media-Saturn-Holding ganz durch Ceconomy übernommen werden kann.
Foto: Media-Saturn

Der Konzern verwies in einer Mitteilung auf eine vorläufige Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Freigabeverfahren hinsichtlich einer geplanten Kapitalerhöhung. Mit dieser Kapitalmaßnahme, gegen die einige Anleger klagen, sollte der Kauf der 21,62 Prozent finanziert werden, die die Familie Kellerhals über ihre Familienholding Convergenta hält. Im Gegenzug soll Convergenta mit bis zu 29,99 Prozent am Elektronikhändler beteiligt werden. Hintergrund ist eine lange schwelender Konflikt, den beide Seiten Ende 2020 beigelegt hatten.

Ceconomy hält laut der Mitteilung an den Plänen fest, sieht nun aber keine ausreichende Sicherheit mehr, dass die Transaktion im laufenden Geschäftsjahr 2020/2021 (bis Ende September 2021) vollzogen werden kann. Die Aktien des Konzerns gerieten auf die Nachricht hin auf der Handelsplattform Tradegate ein wenig unter Druck, das Minus hielt sich aber in Grenzen.

Update: Nun möchte Ceconomy seine Aktionäre womöglich erneut über die Komplettübernahme der Media-Saturn-Holding abstimmen lassen. Der Konzern prüft, die Finanzierung über eine Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe und damit den Kauf nochmals von einer Hauptversammlung absegnen zu lassen, und dabei gegebenenfalls die Aktionäre in ihren jeweiligen Aktiengattungen abstimmen zu lassen, wie der im SDax notierte Konzern am 15. Juli 2021, in Düsseldorf mitteilte.

An den Plänen zur Kapitalerhöhung hält Ceconomy weiter fest. Im Dezember 2020 hatte der Konzern die diesbezügliche Einigung mit der Familie Kellerhals nach jahrelangem Zwist verkündet. Mit der Übernahme und der daraus erfolgenden Neuorganisation der Gesellschafterstruktur wollen die Düsseldorfer das komplizierte Geflecht des Konzerns vereinfachen. Media Markt-Saturn soll eine 100-prozentige Tochter von Ceconomy werden. Ceconomy erhofft sich dadurch eine geringere Komplexität und eine Verbesserung der Prozesse.

Die beiden Elektronikketten Media Markt und Saturn sind die wichtigsten Geschäfte von Ceconomy. Die Transaktion sollte über eine Mischung aus neu zu begebenden Stammaktien und Wandelanleihen sowie einem begrenzten Betrag an Barmitteln finanziert werden. Streitpunkte in den Aktionärsklagen sind eben die geplanten Kapitalmaßnahmen, mit denen der Kauf der 21,62 Prozent finanziert werden soll, die die Familie Kellerhals über Convergenta hält. Im Gegenzug soll Convergenta mit bis zu 29,99 Prozent am Elektronikhändler beteiligt werden. (dpa/rw)