Behutsames Vorgehen schafft Vertrauen

Personal bei Änderungen in IT neuralgischer Punkt

09.12.2004 von Detlef Scholz
Die globale Wirtschaft weist Anzeichen der Erholung auf. IT-Entscheider müssen als Reaktion auf diese Entwicklung ihre Organisation in einen anderen "Modus" bringen: von der strikten Kostenbegrenzung in einen Wachstumskurs mit Gewinnmaximierung. Das zeigt eine Analyse des Marktforschungsunternehmens Gartner.

Drei Viertel der Firmen, die eine weit gehende organisatorische Änderung ins Auge fassen, schätzen die Fähigkeit und den Willen dazu im Unternehmen falsch ein. Es ist wichtig für den IT-Entscheider, die treibenden Kräfte hinter den Änderungen klar zu verstehen. Nur so lassen sich gewinnbringende Strategien und Prozesse definieren, um die notwendige organisatorische Transformation durch eine angepasste IT-Umgebung voranzubringen.

Der wichtigste Faktor beim Umbau der IT-Organisation sind die Mitarbeiter. Oftmals konzentrieren sich die Verantwortlichen nur auf die zu verrichtende Arbeit, die für die Änderung notwendig ist. Der Einfluss auf die Mitarbeiter wird dabei meistens unterschätzt.

Damit eine Initiative für einen organisatorischen Wechsel erfolgreich verläuft, müssen die Verantwortlichen die Reaktionen der Mitarbeiter vorwegnehmen. Art und Ausmaß des möglichen Widerstands sollten im Voraus genauestens erwogen werden.

Die Marktforscher empfehlen den IT-Managern ein nicht zu hohes Änderungstempo. Mit kleinen Schritten, die die Mitarbeiter nicht überfordern, wachse deren Vertrauen in die Führungsqualitäten der Manager. Zudem steige dann ihr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das Erlebnis einer gelungenen Transformation wird die Mitarbeiter auch zukünftigen Modifizierungen gegenüber positiv einstellen.

Fehlende Informationen erzeugen Widerstand

Bei IT-Änderungen ist es besonders wichtig, dass die Angestellten den verantwortlichen Managern vertrauen. Gartner spricht sich für ein systematisches und fortdauerndes Widerstands-Management aus. Eine vertrauensbildende Maßnahme sind auch Kommunikationsprogramme, die jeden Schritt der Transformation genau erklären und begründen.

Widerstand gegen Änderungen entsteht vor allem auf der emotionalen Ebene. Besonders dann, wenn die Informationen dazu nicht unmittelbar, noch vor der Realisierung zur Verfügung stehen, rumort es in den Mitarbeitern. "Je größer die Komplexität der organisatorischen Änderung, desto wichtiger wird eine holistische Denkweise im gesamten Unternehmen", so die Gartner-Analysten.

Effektives Änderungs-Management erfordert vom IT-Verantwortlichen, dass er einen formalen Prozess für die beständige Aufzeichnung und Messung der Änderungsvorgänge entwickelt. IT-Manager können verschiedene, formelle oder formlose Mess-Werkzeuge für die Erfolgskontrolle bei IT-Änderungsmaßnahmen nutzen. Die Tools sollten aber sinnvolle Informationen und Feedback liefern, damit die Strategie bei Bedarf optimiert werden kann.

Die Gartner-Analyse trägt den Titel "Leading IT Organization Change: Moving Beyond Change Management".

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