BASF, BMW, Volkswagen

Ranking der besten Lieferketten in Europa

21.10.2015 von Christiane Pütter
Gartner bewertet BMW und Volkswagen beim Supply Chain Management schlechter als im Vorjahr. BASF macht dagegen einen Platz gut. Sieger ist wieder Unilever.
  • Unter den 15 Unternehmen mit der besten Lieferkette sind drei deutsche vertreten: BASF, BMW und Volkswagen
  • An der Spitze stehen Unilever, Inditex und H&M
Zentrales Ersatzteillager der BMW Group in Dingolfing: Gutes Lieferketten-Management bescheinigt Gartner neben BMW auch BASF und Volkswagen.
Foto: BMW AG

Einmal pro Jahr sieht sich der US-Marktforscher Gartner an, wie Unternehmen ihre Lieferkette organisieren. Das gilt branchenübergreifend. Die Analysten erstellen dann ein Ranking, das folgende Punkte berücksichtigt: Rendite, Lagerbestand und Umsatzentwicklung. Als vierten Faktor vergeben sie einen Composite Score, in den Experten- und Analystenmeinungen einfließen.

Neben dem weltweiten Ranking erstellt Gartner eine Top 15-Liste für Europa. In diesem Jahr sind - wie schon 2014 - drei deutsche Unternehmen vertreten: die Automobilhersteller BMW und Volkswagen sowie der Chemiekonzern BASF.

BMW bestes Unternehmen aus Deutschland

Lag BMW als bestplatzierter Deutscher im Vorjahr noch auf dem siebten Rang, erreicht der Autobauer jetzt Platz acht. Sein Composite Score lautet 1,85. Zum Vergleich: Europas bestem Lieferkettenmanager Unilever misst Gartner 5,15 zu. Weltweit rangiert BMW an 29. Stelle.

BASF klettert auf Rang 11

Dagegen hat sich BASF einen Platz nach vorne geschoben und liegt nun auf dem elften Rang (weltweit: 36). Der Composite Score beträgt 1,73. Volkswagen platziert sich mit einem Composite Score von 1,47 an fünfzehnter Stelle (weltweit: 53) und verliert damit zwei Plätze.

Gartner über die 15 besten Lieferketten Europas 2015
Die besten Lieferketten-Manager
Ein mal pro Jahr sieht sich der US-Marktforscher Gartner an, wie Unternehmen ihre Lieferkette organisieren. Das gilt branchenübergreifend.
Europas Top 15
Die Analysten erstellen dann ein Ranking, das folgende Punkte berücksichtigt: Rendite, Lagerbestand und Umsatzentwicklung. Als vierten Faktor vergeben sie einen Composite Score, in den Experten- und Analystenmeinungen einfließen.
Rang Eins: Unilever
Insgesamt hat sich an der europäischen Spitze nicht viel verändert. Gartners Top 5 in der europäischen Liste ist unverändert der britisch-niederländische Konsumgüter-Konzern Unilever, und zwar zum fünften Mal in Folge. Weltweit sieht Gartner Unilever auf dem dritten Platz.
Platz zwei: Inditex
Der spanische Textilhändler Inditex – bekannteste Marke ist Zara – behält europaweit den zweiten Platz (weltweit: fünf). Nach dem Prinzip vertikaler Ketten designt, produziert und liefert Inditex die Kleidung selbst und ist dabei immer auf dem neuesten modischen Stand.
Platz drei: H&M
Eine weitere Textilkette folgt wie im Vorjahr auf Platz drei, das schwedische Label H&M nämlich (weltweit: sieben). H&M sourct Herstellung und Vertrieb aus und realisiert damit Effizienz-Gewinne, so Gartner.
Platz vier: Nestle
Rang vier unter den Firmen mit der besten Lieferkette ist laut Gartner Nestlé (weltweit: 17). Damit ging es für den Schweizer Lebensmittelkonzern einen Platz nach oben. Die Analysten betonen, wie sehr Nestlé dezentrale Teams in ihrem jeweiligen Empowerment unterstützt.
Platz fünf: L'Oreal
Den fünften Rang nimmt der französische Kosmetik-Riese L’Oreal ein (weltweit: 22), der sich ebenfalls um einen Platz verbessert hat. Wie Gartner schreibt, investiert L’Oreal stark in Data Analytics und konnte die Lagerhaltung damit um 30 bis 50 Prozent entlasten.

Was Unilever auszeichnet

Insgesamt hat sich an der europäischen Spitze nicht viel verändert. Gartners Top 5 in der europäischen Liste ist unverändert der britisch-niederländische Konsumgüter-Konzern Unilever, und zwar zum fünften Mal in Folge. Weltweit sehen die Analysten den Konzern auf Platz drei.

Wie Gartner schreibt, setzt Unilever seit 2010 einen firmenweiten "Sustainable Living Plan" um. Dieser beinhaltet Schlagworte wie "Zero waste" und das Regenwaldschutz-Programm Tropical Forest Alliance, an dem sich privatwirtschaftliche Unternehmen gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Organisationen beteiligen.

Darüber hinaus soll Unilevers "Perfect Store"-Initiative dafür sorgen, dass die Endverbraucher in den Geschäften stets die gewünschten Produkte finden. Durch Datenanalyse kann der Konzern die einzelnen Märkte immer passgenauer beliefern, lobt Gartner. Im vergangenen Jahr verbesserte Unilever die sogenannte "On-Shelf Availiability" um 2,2 Prozent.

Gartner lobt RFID-Tracking-bei Inditex

Der spanische Textilhändler Inditex - bekannteste Marke ist Zara - behält europaweit den zweiten Platz (weltweit: fünf). Nach dem Prinzip vertikaler Ketten designt, produziert und liefert Inditex die Kleidung selbst und ist dabei immer auf dem neuesten modischen Stand. Gartner lobt das ausgefeilte RFID-Tracking-System, mit dem der Konzern die Kleidungsstücke nachverfolgt.

Nach eigener Darstellung priorisiert Inditex Nachhaltigkeit. Derzeit arbeiten 51 Prozent der mehr als 6.600 Geschäfte "eco-efficient", im Jahr 2020 sollen es alle sein.

H&M landet wieder auf Platz drei

Eine weitere Textilkette folgt wie im Vorjahr auf Platz drei, das schwedische Label H&M nämlich (weltweit: sieben). H&M sourct Herstellung und Vertrieb aus und realisiert damit Effizienz-Gewinne, so Gartner. In puncto Umweltverträglichkeit setzt die Textilkette zunehmend auf Materialien wie ökologisch produzierte Baumwolle. Das Etisphere Institute, ein Think Tank aus New York, kürte H&M 2015 zum Konzern mit den höchsten ethischen Standards weltweit. Eben dieses Institut hat sich allerdings 2010 vom Slate Magazine vorwerfen lassen müssen, Unternehmen zahlten für solche Auszeichnungen Geld.

Nestlé betreibt eine der größten und komplexesten Lieferketten

Rang vier unter den Firmen mit der besten Lieferkette besetzt laut Gartner Nestlé (weltweit: 17). Damit ging es für den Schweizer Lebensmittelkonzern einen Platz nach oben. Die Analysten betonen, wie sehr Nestlé dezentrale Teams in ihrem jeweiligen Empowerment unterstützt. Dabei betreiben die Schweizer eine der weltweit größten und komplexesten Lieferketten überhaupt. Jeweils ein Zehntel des gesamten Kaffee- und Kakaomarktes weltweit gehen durch ihre Hände. Stichwort Ökologie: In den vergangenen zehn Jahren hat Nestle seine Wasserentnahme um ein Drittel gesenkt.

L'Oreal investiert in Data Analytics

Den fünften Rang nimmt der französische Kosmetik-Riese L'Oreal ein (weltweit: 22), der sich ebenfalls um einen Platz verbessert hat. Wie Gartner schreibt, investiert L'Oreal stark in Data Analytics und konnte die Lagerhaltung damit um 30 bis 50 Prozent entlasten. Die Treffsicherheit der Prognosen stieg um elf Prozent. Den zunehmend umweltbewussteren Kunden verspricht der Konzern, bis 2020 verstärkt mit erneuerbaren Energien zu arbeiten und immer weniger Produkte an Tieren zu testen. Stattdessen sollen 3D-Drucker Gewebe herstellen, das dem des Menschen ähnlich genug für solche Tests ist.

Supply Chain-Index: Die Top 25
Apple
Wenn Elektronik-Bauteile zur Religion werden: Apple belegt in diesem Ranking den esten Platz, weil es dem Unternehmen wie keinem Zweiten gelingt, unentbehrlicher Begleiter des Alltags vieler Menschen zu werden.
McDonald's
Der Burger-Multi landet auf Platz zwei, obwohl sich gerade in Deutschland die Liebe vieler Esser zu seinen Produkten deutlich abgekühlt hat. Global betrachtet funktioniert das Geschäftsmodell allerdings immer noch prächtig.
Unilever
Pfanni, OMO, Du darfst. Der Nahrungsmittel- und Kosmetikkonzern - im Bild die Deutschlandzentrale in Hamburgs Hafencity - ist ein Sammelsurium vieler Marken. Zusammengenommen formen sie einen der größten Konsumgüter-Hersteller der Welt.
Samsung
Auf Platz 6 des SCM-Rankings folgt der Elektronik-Multi aus Südkorea. Sein Image ist vielleicht nicht ganz so stark wie das von Apple, aber dafür sind die Zahlen besser: Samsung verkauft jährlich mehr als dreimal so viele Smartphones wie Apple.
Cisco
Das Unternehmen auf Platz sieben der Liste kennen in Deutschland die wenigsten Konsumenten. Das ändert aber nichts daran, dass seine Produkte unentbehrlich sind für einen reibungslosen Internetverkehr.
Intel
Schon bekannter ist die Nummer acht auf der Liste. Intel hält bei PC-Microprozessoren einen Marktanteil von ca. 80 Prozent.
Coca Cola
Der Zehntplatzierte hat ohne jeden Zweifel die Lieferkette im Griff: Die berühmten Kühlschränke in rot-weiß finden sich auch auf winzigen Inseln am Ende der Welt.
Qualcomm
Der Weltweit drittgrößte Chiphersteller - Platz 19 des Rankings - besitzt keine eigenen Fabriken, sondern lässt aussschließlich Externe für sich fertigen.
Seagate
Das Unternehmen hat seit seiner Gründung schon mehr als eine Milliarde Festplatten hergestellt. (Platz 20 im Ranking).

Platz 25 belegt der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern. Zu seinen Marken zählen Nesquik, Perrier, Häagen-Dazs, Mövenpick, Maggi, After Eight und unzählige mehr.