Auftraggeber-Erwartungen

Was freie IT-Projektleiter auszeichnet

04.10.2011 von Andreas Schaffry
Selbstständige Projektmanager fordern deutlich mehr Geld als andere IT-Freelancer. Die Projektbörse Gulp hat untersucht, was Auftraggeber von ihnen erwarten.

Freiberufliche IT-Projektmanager kassieren von ihren Auftraggebern im Schnitt 88 Euro Stundenhonorar. Damit liegen ihre Stundensätze um durchschnittlich 15 Euro über denen normaler IT-Freiberufler. Zu diesen Ergebnissen gelangt eine Marktstudie der Projektbörse Gulp.

Stundensätze abhängig von der Position

Freiberufliche IT-Projektmanager können derzeit locker Stundensätze von 88 Euro und mehr verlangen.
Foto: GULP

Etwas mehr als ein Fünftel der Projektmanager verlangen zwischen 90 und 99 Euro pro Stunde und 22,5 Prozent sogar Stundensätze jenseits der 100 Euro-Marke. Zum Vergleich: Von den sonstigen IT-Freelancern können nur 8,3 Prozent und 9,5 Prozent Beträge in diesen Preisklassen in Rechnung stellen.

Die Stundensätze hängen von der Position ab, die ein IT-Freiberufler in einem Projekt einnimmt. 38,8 Prozent der analysierten Projektmanager sind als Projektleiter tätig. 34,2 Prozent nehmen auch Einsätze als Berater an. Beide Gruppen - sowohl Projektmanager, die als Projektleiter tätig sind, als auch die Berater - fordern 89 Euro pro Stunde. 19,3 Prozent der Projektmanager sind auch als Trainer tätig. Ihre Stundensatzforderungen liegen im Schnitt bei 92 Euro pro Stunde. Damit ist diese Zusatzqualifikation finanziell als durchaus lukrativ einzustufen.

Alter und Berufserfahrung machen den Unterschied

Weitere Gründe, warum freiberufliche IT-Projektmanager mehr Geld fordern können als andere IT-Freelancer liegen der Umfrage zufolge in deren langjährigen Berufstätigkeit und den dadurch erworbenen Erfahrungen bei der Projektleitung und beim Projektmanagement.

Während knapp zwei Drittel der Projektmanager mehr als 20 Jahre Berufserfahrung haben, sind es von allen anderen IT-Freiberuflern nur knapp die Hälfte. Auch sind 55 Prozent der Projektmanager zwischen 40 und 50 Jahre alt. Nur etwas mehr als 16 Prozent der Projektverantwortlichen sind jünger als 40 Jahre, dagegen knapp ein Viertel aller IT-Selbstständigen.

Zertifizierung gern, aber nicht zwingend

Für Auftraggeber sind Zertifizierungen nicht so wichtig. Sie verlangen vor allem eine hohe Methoden-Kompetenz beim Projektmanagement.
Foto: Gulp

Auftraggeber verlangen von externen Projektmanagern in jedem Fall eine Methodenkompetenz bei der Durchführung von IT-Projekten. Nicht zwingend vorausgesetzt werden dagegen Projektmanagement-Zertifizierungen. Sie sind jedoch hilfreich. 41 Prozent der IT-Freelancer favorisieren dabei Bescheinigungen nach den Methoden des Project Management Institute (PMI) und 40 Prozent nach Prince 2.

Jeweils rund ein Viertel der Projektmanager können eine Qualifizierung der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM), der International Project Management Association (IPMA) oder zum Project Management Professional (PMP) vorweisen. Zehn Prozent haben das Zertifikat "Project Management Body of Knowledge" (PMBoK). Das ist die Grundlage für die PMP-Zertifizierung durch das PMI.

Die meisten IT-Projektmanager gibt es in München

Ein interessantes Detail der Studie ist die regionale Verteilung der selbstständigen Projektmanager. So sind im Postleitzahlengebiet D8 - das ist die Region München und Umland - über ein Viertel aller selbstständigen Projektmanager ansässig. Am wenigsten IT-Projektmanager gibt es mit 0,4 Prozent und 2,6 Prozent in den Postleitzahlengebieten D0 und D1. Das sind die Regionen um Dresden und um Berlin.

Die Daten für die Marktstudie lieferten die Profile von 75.000 in der Gulp-Datenbank eingetragenen freiberuflichen IT-Spezialisten, die über die Projektbörse an Freelancer zugestellten Projektanfragen und eine Analyse der Projektangebote von Auftraggebern.