Tipps, die Geld sparen

Wie man Amazon bei den Preisen überlistet

07.01.2013 von Hartmut Wiehr
Die Preisgestaltung von Amazon ist nicht immer überschaubar. Einige Webseiten haben sich darauf spezialisiert, dem Quasi-Monopolisten auf die Finger zu schauen.
Mal gehen die Preise nach unten, ein ander Mal steigen sie wieder. Viele Amazon-Kunden verlieren da die Übersicht - und die Geduld. Preisvergleichsseiten helfen weiter.
Foto: Amazon

Vielen ist es noch gar nicht richtig bewusst geworden, aber der ehemalige Internet-Shop Amazon, der einst mit dem Buchverkauf über das Web startete, ist zu einem veritablen weltweiten Versandhaus herangewachsen. Fast alles gibt es inzwischen dort. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass der Gigant vielleicht sogar in den klassischen stationären Handel einsteigen könnte.

Dabei hat die Retail-Branche schon jetzt Angst vor Amazon, weil man dort ganz bewusst in den Preiskampf mit den Konkurrenten geht, um so den Marktanteil noch weiter zu vergrößern. Amazon betreibt dabei letztlich eine undurchsichtige Preispolitik, und nicht alles ist wirklich günstig, mal gehen die Preise rauf, dann wieder runter. Da die Übersicht zu behalten, ist nicht jedermanns Sache.

Kostenlose Benachrichtigung bei Preissenkung

Zu den Webseiten, die regelmäßig die Preisgestaltung von Amazon überwachen, gehört zum Beispiel www.snip-me.de mit dem Slogan „Preise bei Amazon überwachen“. Man kann sich kostenlos benachrichtigen lassen, wenn der Online-Shop bei bestimmten Artikeln eine Preissenkung vorgenommen hat. Die eigene ständige und lästige Kontrolle entfällt, wenn man unbedingt ein bestimmtes Produkt billiger haben will. Man wartet eben auf eine Mail von Snip-me.

Snip-me beschreibt die eigene Arbeit so: "snip-me.de ist ein Preisentwicklungs- und Preisalarm-Service für Amazon, der sowohl die Preise von Amazon als auch von Marketplace-Händlern überwacht.“ Aufgrund täglich mehrfacher Preisabfragen könnten neben regulären Angebotsaktionen auch "besonders gut nur kurzfristig geltende Preissenkungen erkannt und gemeldet werden“. Der Betreiber Mathias Hensel ist laut eigener Auskunft "Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU“ und verdient durch "die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu amazon.de, amazon.co.uk, amazon.es, amazon.it und amazon.fr“ eine so genannte "Werbekostenerstattung“.

Bei www.qula.de geht man ähnlich vor. Wer ein Amazon-Angebot verpasst hat oder mit einer plötzlichen Preiserhöhung unzufrieden ist, kann auf die Informationen der Webseite zurückgreifen, die laut Betreiber ein Archiv zu der Preisentwicklung bei Amazon vorrätig hält. Wer Angaben zu einem Produkt macht und seine E-Mail-Adresse angibt, wird bei einer Preissenkung informiert. Qula.de verspricht ebenso wie snip-me, die E-Mail-Adressen nicht weiterzuverkaufen und keine Werbung zu versenden. Auch Qula.de ist Mitglied des Amazon-Partnerprogramms.

Möglicher Amazon-Konkurrent in den Startlöchern

Eine weitere Möglichkeit, auf die Informationskraft des Internet und seine Social-Media-Qualität zurückzugreifen, bietet CheapRiver.com an: Wer englische Bücher gern im Original liest, erhält auf dieser Webseite konkrete Tipps, auf welcher Amazon-Seite man das Buch billiger bekommt. CheapRiver durchsucht dazu die Angebote Amazon.com, Amazon.ca, Amazon.de, Amazon.fr und Amazon.co.uk. In den Preisvergleich werden auch Versandkosten und Wechselkurse einbezogen, so dass man wirklich leicht das billigste Angebot finden kann. Da kann es sich schon mal lohnen, ein Buch lieber in den USA zu bestellen als bei Amazon-Deutschland.

Bei CheapRiver kann man bequem vergleichen, auf welcher Amazon-Seite ein englisches Buch billiger ist (einschließlich Versandkosten).
Foto: CheapRiver

Englische Bücher, DVDs, Musik und so weiter gibt es auch günstig bei www.play.com: Das englische Unternehmen versendet prinzipiell ohne Versandkosten innerhalb Europas und ist darüber hinaus sehr schnell. Play.com ist noch aus einem anderen Grund interessant: Vor kurzem wurde es von dem japanischen Anbieter Rakuten aufgekauft. Rakuten macht etwas, was vielleicht schon überfällig war und von einigen Marktbeobachtern erwartet wurde. Man will international ein Konkurrenzangebot zu Amazon aufbauen. Der Kauf von Play.com ist einer der ersten Schritte auf diesem Weg.