Microsofts Cloud-Plattform

Microsoft Azure - die Neuerungen im Überblick

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Größere VMs, bessere Aufgaben-Automatisierung, mehr Sicherheit - Neuerungen gibt es bei Azure am laufenden Band. Wir fassen die zentralen Azure-Updates der letzten Monate in diesem Beitrag zusammen.

Microsoft Azure ist inzwischen eine ernstzunehmende Cloud-Plattform - und entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Neuerungen gibt es quasi am laufenden Band. Doch die wichtigsten Innovationen wurden im Oktober 2014 auf diversen Veranstaltungen wie der AzureConf und der TechEd Europe angekündigt beziehungsweise eingeführt. Zum Teil sind diese Dienste als Preview verfügbar, zum Teil haben einzelne Services aber auch schon den General Availability (GA-) Status erreicht.

Die neuen Funktionen und Werkzeuge sollen das Handling mit dem Cloud Service erleichtern, leistungfähigere Cloud-Features anbieten, eine höhere Sicherheit gewährleisten und Unternehmen ganz allgemein helfen, ihre eigene IT-Infrastruktur besser mit der von Azure zu verquicken. Die wichtigsten Entwicklungen der letzten Monate haben wir hier für Sie zusammengestellt.

G-Series VMs: Hochleistungsfähige VMs

Die vielleicht wichtigste Neuerung des letzten Halbjahres ist die Vorstellung extrem großer Virtueller Maschinen (VMs): die G-Series-VMs. Sie gelten als die größten und leistungsstärksten Maschinen, die es derzeit für die Public Cloud gibt. G-Series-VMs haben den grössten Arbeitsspeicher, die höchste Verarbeitungskapazität und die meisten lokalen SSDs aller Virtual-Machine-Größen für die Public Cloud.

Die Leistungsbandbreite reicht bis zu 448 GByte Arbeitsspeicher, 6,59 TByte SSD Speicher und 32 vCPUs der E5 v3 Intel-Xeon-Familie. Ferner hat Microsoft im Zusammenhang mit den neuen VM-Größen auch die Zahl der verwendbaren Datenlaufwerke auf bis zu 64 erhöht.

VMs dieses Kalibers erlauben den Betrieb sehr anspruchsvoller, unternehmenskritischer Anwendungen, beispielsweise große relationale und NoSQL Datenbankserver mit SQL ServerServer, MySQL, MongoDB oder Cassandra und umfangreiche Enterprise-Anwendungen. Alles zu Server auf CIO.de

G-Series VM: Die wichtigsten Leistungsparameter

VM Size

Kerne

RAM (in GiB)

Lokaler SSD Storage (in GB)

Maximal verwendbare Datenlaufwerke

Standard_G1

2

28

412

4

Standard_G2

4

56

824

8

Standard_G3

8

112

1,649

16

Standard_G4

16

224

3,298

32

Standard_G5

32

448

6,596

64

Um eine Virtual Machine der G-Serie zu generieren, navigieren Sie zum Azure Preview Portal. Wählen Sie "New" und dann Sie entweder OS oder VM Image. Stellen Sie sicher, dass Sie "West US" auswählen, damit Sie die Virtual-Machine-Grössen aktuell nutzen können. Der Support für andere Regionen wird sukzessive ausgebaut.

Aufgrund der starken Performance der virtuellen Maschinen müssen sich Kunden auf entsprechende Preise einstellen: Einsteigen können Unternehmen momentan mit 0,499 Euro pro Stunde, für das leistungsfähigste G5-Paket berechnet Microsoft 7,1864 Euro pro Stunde.

Azure Automation: Aufgaben wiederholen

Für die meisten Aufgaben in Microsoft Azure ist das Management-Portal gut ausgerüstet. Wenn bestimmte Tasks in der Cloud aber häufig ausgeführt werden müssen und sich wiederholen, ist dies mit dem Portal nur relativ aufwändig und fehleranfällig durchführbar. Solche Aufgaben sollten deshalb automatisiert werden.

Mit Azure Automation können nun solche, sich häufig wiederholende operative Aufgaben automatisiert werden. Daneben bietet Azure Automation auch die Möglichkeit sogenannte Checkpoints zu erstellen und Workflows nach Fehlern, Abstürzen oder Netzwerkproblemen automatisch wieder aufzunehmen.

Für die Automatisierung werden auf PowerShell basierende Runbooks verwendet, für die auch Management- und Monitoring-Funktionen verfügbar sind. Da die PowerShell die Grundlage bildet, ist es einfach, passende Lösungen zu adaptieren oder zu erweitern.

Wie sich Cloud-Dienste, Speicherkonten und virtuelle Maschinen automatisiert erstellen lassen, kann man anhand zahlreicher Demos in einem Video lernen, das auch die theoretischen Grundlagen vermittelt.

Das Azure-Automation-Team hat zudem eine Reihe von Runbook-Beispielen erstellt, die bei den ersten Schritten mit Automation unterstützen sollen. Diese Beispiele umfassen grundlegende Automation-Konzepte und sollen helfen, eigene Runbooks zu schreiben. Sie lassen sich auch als Bausteine für umfangreichere Automation-Aufgaben verwenden.