Apple-Fans weniger ängstlich

Android-Nutzer wollen mehr Sicherheit

23.01.2012 von Kolja Kröger
Seltener als Besitzer von Android-Geräten wünschen sich iPhone- und iPad-Nutzer Sicherheits-Software. iOS-Anwender würden jedoch eher für Virenscanner bezahlen.

Auch wenn die Beliebtheit der Android-Plattform zunimmt, vertrauen die Leser unserer Partner-Magazine PCWorld und Macworld einem iPhone oder iPad deutlich mehr. 1410 Leser nahmen an der Umfrage teil. Die überwiegende Mehrheit der Android-User wünschte sich eine Sicherheits-Software, bei den Smartphones waren es 84 Prozent und 79 Prozent bei Tablet-Besitzern. Zum Vergleich: Bei den smarten Apple-Geräten waren es jeweils nur etwa die Hälfte.

iOS Malware ist selten.
Foto: Smartgloves

Die iOS-Plattform mit ihrem kontrollierten Apple App Store gilt als relativ sicher, iOS Malware ist selten. Aber: "Die Tatsache, dass eine nicht unerhebliche Zahl der User von iPhone und iPad den Wunsch nach Security-Software äußern, zeigt anscheinend, dass sie nicht in einer Fantasiewelt leben", schreibt Nich Mediati von PCWorld in seinem Artikel über die Studie.

Auch der Apple App Store hat Sicherheitslücken

Sicherheitstipps für iOS-Geräte
Passwort vergeben
Ein Passwort ist die erste Hürde, die ein Dieb nehmen muss. Einrichten lässt es sich über Einstellungen - Allgemein - Code-Sperre. Wer die Option „Einfacher Code“ deaktiviert, kann eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen eingeben - die deutlich sichere Wahl.
Apps im gesperrten Zustand deaktivieren
Auch wenn eine Sperre gesetzt wurde, einige Apps lassen sich dennoch nutzen. Dazu gehört beispielsweise der neue Sprachassistent Siri. Den Zugriff kann man unter Einstellungen - Allgemein - Code-Sperre untersagen….
Geschwätzige Benachrichtigungen abschalten
… ähnliches gilt für iMessages und SMS - diese werden unter Umständen auch im gesperrten Zustand auf dem Display angezeigt. Das kann man ändern, indem man die Vorschau in Einstellungen - Mitteilungen im jeweiligen Menüpunkt abschaltet.
Gespeicherte Eingaben löschen
Wussten Sie, das iPhone und Co die Eingaben der Nutzer bis zu 12 Monate in einem Cache speichern? Das betrifft nicht nur Wörter sondern beispielsweise auch Zugangs-PINs für Bankkonten. Wer diese Daten löschen möchte findet die passende Option unter Einstellungen - Allgemein - Zurücksetzen - Tastaturwörterbuch.
Gerät vor Reparatur löschen
Sie müssen Ihr iOS-Gerät zurückgeben, umtauschen oder reparieren lassen? Dann sollten Sie alle darauf gespeicherten Daten entfernen. Die Funktion finden Sie unter Einstellungen - Allgemein - Zurücksetzen - Inhalte & Einstellungen löschen. Zuvor sollten Sie aber per iTunes ein Backup anlegen lassen.
Firmware aktuell halten
Eine neue Firmware bringt nicht nur neue Funktionen, sondern schließt meist auch gefundene Sicherheitslücken. Ältere Geräte können neue Betriebssysteme nur per iTunes einspielen, ab Version 5.0 klappt das auch über Einstellungen - Allgemein - Softwareaktualisierung.
Lieber kein Jailbreak
Ein Jailbreak mag verführerisch sein, schaltet man so doch neue Funktionen und Software-Verzeichnisse frei. Allerdings deaktiviert man auch zahlreiche Sicherheitsfunktionen der Geräte und kann nicht ohne weiteres auf die aktuelle Firmware aktualisieren. Wer sein iOS-Gerät auch beruflich nutzt, der sollte um Jailbreaks einen weiten Bogen machen.
Safari absichern
Was nur wenige Leute wissen - der Standardbrowser von iPhone und iPad bringt einige Sicherheitsfunktionen mit. Über Einstellungen - Safari kann man beispielsweise gespeicherte Cookies löschen, einen privaten Surfmodus aktivieren, Pop-Ups unterdrücken oder die Betrugswarnung einschalten.
E-Mail-Sicherheit
Egal ob iPod Touch, iPad oder iPhone - die meisten Geräte werden von irgendeinem Konto E-Mails abholen. Da die Verbindung nicht immer über gesicherte (WLAN-)Verbindungen erfolgt, sollten Sie eine Verschlüsselung der Verbindung erzwingen. Die Option dazu finden Sie in Einstellungen - Mail, Kontakte und Kalender. Klicken Sie hier auf den jeweiligen Account, wählen Sie Erweitert und stellen Sie sicher, dass die Option SSL aktiviert ist.
Dienste einschränken
Wer sein iOS-Gerät aus der Hand gibt, möchte vielleicht einige Funktionen sperren. Im Menü Einstellungen - Allgemein - Einschränkungen erlaubt iOS zahlreiche Beschränkungen. So kann man etwa In-App-Käufe untersagen oder die Ortungsdienste abschalten.
Ortung aktivieren
Alle iOS-Geräte lassen sich über den Cloud-Dienst iCloud orten, wenn der Nutzer diese Funktion aktiviert. Dazu muss iCloud auf dem Gerät aktiviert und der Benutzer beim Dienst angemeldet sein - die Apple-ID aus dem App Store gilt auch hier. Über Einstellungen - Mail, Kontakte und Kalender - iCloud kann die Option „Mein iPhone suchen“ aktiviert werden. Anschließend kann man das Gerät über die Website iCloud.com orten, sperren und aus der Ferne löschen.

Es ist immer noch möglich, dass versteckte Malware es an Apples App-Review-Prozess vorbeischafft. Zudem, und dies ist aus Business-Sicht eine der größten mobilen Sicherheitslücken, sorgen sich die Besitzer von iOS-Geräten wahrscheinlich, dass ihre Daten bei Diebstahl oder Verlust in falsche Hände geraten. Phishing-Opfer zu werden, ist auch keine unbegründete Sorge. Zudem hat Apple noch keine mobile Sicherheits-Software für den App Store zugelassen.

Überrascht hat bei der Umfrage, dass iOS-User öfter für Virenscanner und ähnliche Programme auf ihrem iPhone oder iPad zahlen würden - obwohl sie einen geringeren Bedarf an derartiger Software verspüren. 69 Prozent der iPhone-Besitzer und 66 Prozent der iPad-Nutzer würden Geld für mehr Sicherheit auf ihrem Gerät ausgeben. Bei Android-Smartphones war es nur die Hälfte und bei den Tablets 56 Prozent.

Kultivierter: iPhone-Besitzer genießen öfter die teuren Seiten des Lebens.
Foto: Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien

Vielleicht liegt es daran, dass die Käufer der Apple-Spielzeuge grundsätzlich mehr Geld in der Tasche zu haben scheinen. Dass hier die Kaufkraft eine Rolle spielt, darauf weist auch Folgendes hin: Bei Android-Anhängern sind es eher die Tablet-Besitzer, die für Sicherheits-Software Geld ausgeben würden. Tablets kosten mehr, und dieses Geld muss man erstmal haben. Dafür hält manch Android-Fan die iPhone-Gemeinde für ignorant und wirft ihr vor, das Smartphone vor allem als Statussymbol gekauft zu haben, wie kürzlich bei uns berichtet.

iPhone-User trinken Chianti, Android-Besitzer lieber Bier

Tatsächlich gibt es Umfragen, in denen iOS-Nutzer als wohlhabender und kultivierter erscheinen. So fragte die Empfehlungs-Seite Hunch.com ihrer User - und siehe da: iPhone-Besitzer trinken eher einen Chianti und schauen sich Kultursendungen auf der BBC an, während die Android-Gemeinde ihr Bier bei Comedy Central zischt.

Wenn Amerikaner ein Android-Handy in der Tasche tragen, ist die Wahrscheinlichkeit 71 Prozent höher als bei iPhone-Besitzern, dass sie die USA noch nie verlassen haben. Auch ein Instrument spielen 13 Prozent mehr iPhone- als Android-User.