Gebäude-Automation

Auch Fenster und Türen können smarter werden

19.02.2019 von Armin Weiler
In gewerblichen und öffentlichen Bauten gibt es viel Optimierungsbedarf in Sachen Gebäudesteuerung. Der Türschließspezialist GEZE hat seine Plattform zur Gebäudeautomation im Selbstversuch getestet.
Die mehr als 180 Türlösungen in der neuen Firmenzentrale des Stuttgarter IT-Unternehmens Vector stammen von GEZE. Über IO-420-Schnittstellenmodule sind sie mit der Gebäudeleittechnik vernetzt.
Foto: GEZE

Der schwäbische Gebäudetechnikspezialist GEZE bietet eine umfangreiche Produktpalette an automatischen Türsystemen und Türtechnik, Glassystemen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Sicherheitssystemen sowie Fenster- und Lüftungstechnik. Um die Lücke zwischen den mechanischen Komponenten und der Steuerung zu schließen, hat das Unternehmen das Gebäudeautomationssystem "GEZE Cockpit" entwickelt.

Mit Cockpit hat GEZE eine Lösung geschaffen, die Türen und Fenster aktiv in die Gebäudeleittechnik einbettet. Damit soll der Schutz der Gebäude im täglichen Betrieb sichergestellt werden. Zudem trägt die Lösung zur Energieeffizienz bei und soll durch natürliche Lüftung für ein optimales Raumklima sorgen. Dabei folgt Cockpit dem offenen Standard BACnet IP und ist damit gewerkeübergreifend inte­grierbar und kompatibel.

Maximale Sicherheit im Auditorium: Ausgestattet mit dem selbstverriegelnden Panikschloss IQ lock EL DL, können beide Flügel der Vollpaniktür in jeder Situation von innen geöffnet werden.
Foto: GEZE

Um Digitalisierungsprojekte voranzubringen, hat das Leonberger Unternehmen seine Organisationsstruktur geändert und ein Digital Board etabliert. Im konkreten Fall von GEZE Cockpit wurde ein interdisziplinäres Team eingesetzt, das nach agilen Projektmethoden wie Scrum arbeitete. Daran waren Vorentwicklung, Hard- und Software-Entwicklung und Produkt-Management beteiligt. Die Markteinführung begleitete ein interdisziplinäres Launch-Team aus Product-Market-Management, Business Solutions & Projects, Marketing, Produkt-Management, Schulungen und Service.

Zum Markteintritt stand der Kundennutzen für Architekten und Planer, Investoren, Bauherren, Betreiber, Verarbeiter und Systemintegratoren im Vordergrund. Dabei lag laut GEZE die größte Herausforderung im Aufbau der digitalen Infrastruktur für die Entwicklung und den Betrieb von Softwareprodukten.

GEZE hat die Plattform Cockpit geschaffen, um die Lücke zwischen mechanischen Komponenten und deren digitaler Steuerung zu schließen.
Foto: GEZE

Um die Lösung vor der Auslieferung ausgiebig in der Praxis zu testen und eventuelle Kinderkrankheiten zu beheben, hat GEZE sein Cockpit im eigenen neuen Entwicklungszentrum in Leonberg eingesetzt. Hier hat der Hersteller 13 Millionen Euro investiert, um seine Kapazitäten in Forschung und Entwicklung zu vergrößern. Alle Gewerke sind intelligent vernetzt und in die Gebäudeleittechnik integriert. Heizung, Lüftung, Licht, Verschattung, Türen und Fenster kommunizieren miteinander und optimieren sich automatisch in ihrer Interaktion. Alle Elemente des Gesamtsystems sind dabei zentral auf der Cockpit-Oberfläche visualisiert und auf einen Blick erfassbar.

Vorteile durch GEZE Cockpit

1. Visualisierung der Überwachung auch aus der Ferne.

2. Kundenspezifische Alarmierung in bestimmten Gebäudeszenarien.

3. Situations- und komfortbezogenes Gebäude-Management.

4. Versicherungsrechtlich adäquater Verschluss von Gebäuden.

Mittlerweile ist die Lösung im deutschen Markt eingeführt. Auch der internationale Rollout ist angelaufen. Neben dem eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum wird GEZE Cockpit bereits im Campus des IT-Unternehmens Vector Informatik in Stuttgart-Weilimdorf eingesetzt. Dort wurden alle automatischen Türsysteme über IO-420-Schnittstellenmodule und BACnet mit der Gebäudetechnik vernetzt. So verbindet das Gesamtsystem barrierefrei Türkomfort, Zutrittskontrolle, Einbruchhemmung und Fluchtwegesicherung.