Knapp 46 Quadratmeter

Deutsche wohnen auf immer mehr Fläche

09.02.2022
Die Wohnfläche pro Kopf in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen.
Knapp 46 Quadratmeter beträgt der deutschlandweite Durchschnittswert pro Kopf.
Foto: Breadmaker - shutterstock.com

Gerade auf dem Land, aber auch in vielen teuren Großstädten hatten die Menschen 2020 im Schnitt mehr Raum zur Verfügung als fünf Jahre zuvor, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Immobiliendienstleisters Empirica Regio.

Die Wohnfläche pro Kopf ist demnach zwischen 2015 und 2020 am stärksten in ländlichen Regionen mit plus 3,7 Prozent gestiegen. In Großstädten lag der Zuwachs noch bei 1,5 Prozent. Für die Studie hat Empirica Regio alle deutschen Gemeinden ab 400 Einwohnern untersucht - erfasst wurden knapp 9.000 Gemeinden und 107 kreisfreie Städte.

"Gerade ländliche Regionen haben noch genügend Bauland und -platz, um neuen Wohnraum zu schaffen. Dort dominieren Einfamilienhäuser mit einem großen Flächenverbrauch pro Kopf", sagte Jan Grade, Geschäftsführer von Empirica Regio. "In peripheren Räumen führen aber auch zunehmende Alterung, der Wegzug der jungen Menschen und damit steigende Leerstände zu einer erhöhten Pro-Kopf-Wohnfläche."

Auf dem Land war demnach die Wohnfläche pro Kopf mit 51,4 Quadratmetern 2020 am höchsten. In Städten lag sie mit 40,9 Quadratmetern deutlich darunter, dazwischen kamen kleinere Städte und Vororte mit 47 Quadratmetern. Den deutschlandweiten Durchschnittswert bezifferte Empirica Regio auf knapp 46 Quadratmeter. Zahlen für 2021 lagen noch nicht vor.

Das Wohnen auf immer mehr Platz ist ein langjähriger Trend in Deutschland. Der hohe Bedarf an Wohnfläche sorgt immer wieder für Diskussionen, etwa um die Versiegelung von Böden und die Energiebilanz von Gebäuden. So gab es schon Debatten, ob Einfamilienhäuser noch zeitgemäß sind. (dpa/rs)