Qualifikation der Mitarbeiter

Die gesuchten Top-Skills für 2015

23.12.2014 von Christoph Lixenfeld
Viele Veränderungen stehen an, wofür man die richtigen Leute braucht. Unsere US-Schwesterpublikation Computerworld hat gefragt, welche Fähigkeiten wichtig werden.

Mehr Unternehmen denn je schalten 2015 - freiwillig oder nicht - in den Expansions-Modus, renovieren ihre IT-Infrastruktur, investieren in neue Geschäftsideen und -modelle.

Wenn viele Veränderungen anstehen, dann braucht man die richtigen Leute, um sie zu realisieren. Fragt sich, welche Fähigkeiten dabei besonders wichtig sein werden.

Dazu hat das CIO-Schwesterblatt Computerworld knapp 200 IT-Entscheider in den USA befragt.

Hier sind die 10 Qualifikationen, auf die es 2015 ankommen wird.

1. Anwendungsentwicklung

Flinke Macher aus der Generation Y sind in allen Personalsparten der IT willkommen.

Wie bei der Umfrage im vergangenen Jahr ist Anwendungsentwicklung aus Sicht der meisten IT-Entscheider die begehrteste Qualifikation. Allerdings ist Entwicklung ein weites Feld; aktuell geht es dabei in erster Linie um Digitalisierung noch analoger Geschäftsprozesse und um Mobility-Lösungen.

Auf diesem Gebiet fitte Leute sind schwer zu finden. Zum Beispiel für Blake K. Holman, CIO bei Ryan LLC, einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma aus Dallas. Es gebe schon Entwickler auf dem Markt, aber es sei schwierig, welche zu finden, die die Komplexität seiner Branche verstünden.

2. Projektmanagement

Abgesehen von der Tatsache, dass Projektmanager mit viel Erfahrung immer gesucht wurden, landete dieser Skill im vergangenen Jahr nur auf Platz fünf der Prioritätenliste. Warum? Wirklich große IT-Projekte waren zuletzt eher Mangelware. Für das kommende Jahr erwarten alle wieder deutlich mehr davon, schließlich gibt es jetzt einigen Nachholbedarf und viele sich wandelnde Geschäftsmodelle.

Das gilt auch für den Gesundheitsdienstleister WellPoint aus Indianapolis. Dessen CIO, Darren Ghanayem, hat eine ganze Reihe von komplexen Projekten auf dem Tisch und würde deshalb gerne einige ausgelagerte Aufgaben zurück ins Unternehmen holen. Die Richtigen dafür zu finden, fällt auch ihm nicht leicht, wie er den Kollegen von Computerworld sagte.
Die größte Herausforderung liege darin, Projektmanager zu engagieren, die Brücken schlagen könnten zwischen Technologie und Business.

3. Technischer Support

Diese Qualifikation hätte man auf den ersten Blick nicht auf Platz drei erwartet (ein Jahr zuvor Nummer zwei). Bei genauer Betrachtung überrascht die Platzierung dann aber nicht. Denn die Liste der Anwendungen und der Devices, mit denen diese Anwendungen genutzt werden, wächst rasant. Irgendwer muss schließlich den Technikzoo am Leben und bei Laune halten. "Die Nachfrage nach diesen Kräften ist eine logische Folge des Wachstums", sagte Andrew C. Jackson, Präsident und Mitgründer von BravoTech aus Dallas, einem Vermittler von IT-Personal. Und der Job wird anspruchsvoller; denn die Plattformen vermehren sich nicht nur nach Leibeskräften, sie werden auch immer komplexer.

4. Sicherheits- und Compliance-Verantwortliche

Die Hacker sind immer schlauer, entsprechend besser müssen auch ihre Gegner in den Unternehmen sein.
Foto: Alina Isakovich - Fotolia.com

Den Aufstieg vom siebten auf den vierten Platz verdankt dieser Job auch den vielen Schlagzeilen, die Sicherheitsthemen 2014 gemacht haben. Jetzt sind immer mehr Unternehmen bereit, für Sicherheit Geld auszugeben - zumindest in den USA.

Abgesehen von den Schlagzeilen sehen sich immer mehr Organisationen direkt Angriffen ausgesetzt. Dabei werden die Angriffe immer gefährlicher und die Angreifer immer professioneller. Entsprechend schwer sind Leute zu finden, die hier noch wirklich durchblicken.

5. Web-Entwicklung

Diese Fähigkeit war ein Jahr zuvor gar nicht unter den Top 10. Wenn heute wieder verstärkt Mitarbeiter mit entsprechenden Fähigkeiten gesucht werden, dann haben die dahinter stehenden Jobs sehr wenig mit dem zu tun, was vor fünf oder sechs Jahren Web-Entwicklung war. Heute geht es im Wesentlichen um zwei Dinge: Erstens darum, Webseiten auf Tablets und Smartphones zu bringen und zweitens um die Analyse des Nutzerverhaltens.

6. Datenbank-Administration

Einen Platz hoch ging es für diese "langweiligen" Jobs. Entsprechende Leute werden zwangsläufig immer und überall gesucht, rasant steigend ist der Bedarf vor allem im Zusammenhang mit Big Data. Dabei geht es nicht allein um die Verwaltung von Daten, sondern um das Herauspressen neuer Geschäftsideen aus den Datengebirgen.

Aktuell gibt es kaum ein Unternehmen, das sich keine Gedanken darüber macht. Beim "IT Hiring Forecast" des Personalberaters Robert Half vom Sommer 2014 landete die Bedeutung dieses Skills unter den meistgefragten Qualifikationen sogar auf dem ersten Platz.

7. Business Intelligence

Hängt stark mit dem vorigen Punkt zusammen, hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr um einen Platz verbessert. Bemerkenswert hier: Auf die Frage des Computerworld-Teams, welche Skills in den kommenden Monaten ihrer Meinung nach am schwersten zu rekrutieren sein werden, antworteten die meisten IT-Verantwortlichen: BI-Spezialisten.

8. Mobility Management

Wer 19 Stunden pro Tag aufs Smartphone starrt, bringt sehr gute Voraussetzungen als Mobility Manager mit.
Foto: cmartinmayne / flickr

Interessanterweise rangierte diese Fähigkeit ein Jahr zuvor noch auf Platz vier. Die Erklärung: Sooo wichtig im Sinne von verzweifelt gesucht sind Mobility und Device Manager insofern nicht, als viele Unternehmen mittlerweile jene, die auch in der Kantine den Blick nicht vom Smartphone nehmen können, ansprechen und zum Mobility Manager (um-)schulen.

9. Netzwerke

Obwohl von anderen Sehnsüchten im Vergleich zum Vorjahr etwas verdrängt, werden Leute, die sich mit IP Routing, Switching, Firewalls oder Debugging auskennen nach wie vor gesucht.

10. Big Data

Klingt erstmal erstaunlich, dass sich die Qualifikation zu jenem Thema, das die aktuellen Schlagzeilen beherrscht, nur vom 11. auf den 10. Platz unter den begehrtesten Job Skills verbessert hat. Der Grund ist schlicht der, dass entsprechende Leute wichtig sind, aber mach andere Skills eben (noch) lebenswichtiger.

Resümee

In den USA liegt die Arbeitslosenquote von IT-lern bei unter drei Prozent, entsprechend schwer sind sie generell zu finden, unabhängig davon, was für eine Qualifikation der einzelne hat. Die meisten Firmen suchen mittlerweile US-weit; und gehen trotzdem davon aus, dass Monate vergehen, bis die betreffende Person gefunden ist.

Die wichtigsten Skills für CIOs
Die wichtigsten Skills für CIOs.
Für den Wettbewerb „CIO des Jahres 2014“ fragte die COMPUTERWOCHE IT-Verantwortliche nach den Eigenschaften erfolgreicher CIOs. Die nannten in den Antworten kaum Fachthemen, dafür viele „weiche Faktoren“.
Andreas Hankel, ImmobilienScout24:
Eine ständige Veränderungsbereitschaft, die auch seine eigene Rolle permanent hinterfragt, ist Antrieb für Innovation und Erfolg."
Christian Grodau, M-net:
„Ein IT-Leiter braucht Geduld und einen langen Atem. Er muss mit internen wie externen Stakeholdern kommunizieren können.“
Isabelle Droll, Tuifly:
"Kommunikationsfähigkeiten mit interkulturellem Verständnis: Die Anzahl der Stakeholder, die einzubinden sind, ist in den letzten Jahren sehr gestiegen (unterschiedliche Fachabteilungen in verschiedenen Ländern, Providermanagement auf globaler Ebene). Darüber hinaus steigt die Notwendigkeit sich zu vernetzen, um mit dem rasenden Bedarf an technologischem Know-how mithalten zu können. "
Markus Grimm, Gema:
"Um meinen Vorständen IT-Sachverhalte zu erklären, suche ich Analogien aus dem Alltagsleben.“
Winfried Bachmann, Hugo Kern und Liebers:
„Ein guter CIO schreckt auch vor umfassenden organisatorischen Änderungen nicht zurück.“
Ursula Soritsch-Renier, Sulzer:
„Es geht darum, ein gutes Team zu etablieren und es zu Höchstleistungen zu motivieren.“
Wiebe van der Horst, BASF:
„Der CIO muss Technologietrends nicht als Risiko, sondern als Treiber verstehen.“
Frank Rauch, Herrenknecht:
„Authentizität: Nur wer sich vor anderen nicht verstellt, wird als kompetenten Gegenüber wahrgenommen und wird im Umgang mit seinen Mitmenschen erfolgreich sein.“
Christian Niederhagemann, KHS GmbH:
"Mut ist zwingende Voraussetzung, um auf der einen Seite getroffene Entscheidungen gegen Widerstände zu verteidigen aber auch selbstkritisch Fehler aktiv einzugestehen und daraus gestärkt hervorzugehen."
Jan Bock, Unitymedia KabelBW:
"Leadership, hier im Besonderen: Durchsetzungsvermögen, Empathie, Durchhaltevermögen, Pragmatismus bzw. gesunden Menschenverstand niemals abschalten."