Digitale Brieftasche

Dortmunder Volksbank bietet Mobile Payment an

01.10.2012 von Ursula Pelzl
Die Dortmunder Volksbank führt ab 2013 eine Paymentlösung für das Smartphone auf Basis der mobilen Geldbörse von Telefónica Germany, dem "O2 Wallet", ein.
Immer mehr Kreditinstitute bieten ihren Kunden Mobile Payment-Lösungen an.
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Anfang 2013 wird die Dortmunder Volksbank als Pilotbank interessierten Kreditkartenkunden Mobile Payments als innovative mobile Bezahlmöglichkeit anbieten. Die Paymentlösung ist für das Smartphone konzipiert und wird vom DG VERLAG und der WGZ BANK, der Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen, in Zusammenarbeit mit der Telefónica Germany angeboten.

Die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG gehört mit der Produktmarke O2 zu Telefónica Europe und ist Teil des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica S.A. Mit dem "O2 Wallet" hat Telefónica Germany eine Plattform für das mobile und kontaktlose Bezahlen entwickelt. Die darauf abgestimmte SIM-Karte sorgt für die sichere Speicherung der Kreditkartendaten.

Ab Anfang 2013 sollen ausgewählte Kunden der Dortmunder Volksbank von diesem Angebot profitieren und weltweit an über 350.000 Master-Card© PayPassTM Akzeptanzstellen mit ihrem Smartphone bezahlen können. Dafür wird auf dem Smartphone eine virtuelle Kreditkarte in einem sogenannten "Wallet", einer digitalen Brieftasche, verwaltet. Das Zahlen an der Kasse erfolgt kontaktlos, indem der Kunde sein Smartphone an das Zahlungsterminal hält. Kleine Beträge zahlt der Kunde direkt und kontaktlos, indem er sein Smartphone vor das Zahlungsterminal hält. Beträge, die mehr als 25 Euro betragen, müssen zusätzlich per PIN bestätigt werden.

Emittentin des neuen Kreditkarten-Produkts ist die WGZ BANK, die wie auch der Kooperationspartner DG VERLAG zur genossenschaftlichen FinanzGruppe zählt. Die Einführung der Mobile Payment-Lösung wird vom Processing-Partner der Volksbank, der CardProcess GmbH, begleitet. Der DG VERLAG wird die Kreditkartendaten "over-the-air", das heißt über das Mobilfunknetz, auf die SIM-Karte des Smartphones verschlüsselt übertragen.

Die Dortmunder Volksbank, eine der größeren Genossenschaftsbanken im Geschäftsgebiet der WGZ BANK, will das regionale Projekt aktiv mitgestalten und insbesondere die Vorstellungen ihrer Kunden mit einbringen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass auch das mobile Bezahlen mit dem Smartphone für unsere Kunden in der nahen Zukunft eine attraktive Alternative zu den bestehenden Zahlverfahren darstellen wird", sagt Manfred Hoyer, Vorstandsmitglied der Dortmunder Volksbank.

Mobile Payment-Think Tank sucht Lösungsansätze

Über innovative Mobile Payment-Ansätze mit Mehrwert für den Endkunden diskutierten im September auch Vertreter der Kreditwirtschaft, Anwender und Anbieter beim Roundtable von "CIO" und "Computerwoche". Einfach sollen die mobilen Zahlungsverfahren sein - darin waren sich die rund 25 Teilnehmer einig. Die Kundensicht müsse besondere Berücksichtigung finden. "Aktuell benötige ich noch drei Arme für das Mobile Banking", so ein Anwender.

Der Umgang mit dem virtuellen Geld wirft allerdings neben Fragen der Sicherheit auch solche der Regulierung auf. Das Novum virtuelle Brieftasche ist aus Sicht vieler Experten noch nicht ausreichend abgedeckt. Allerdings winken auch neue Business-Modelle und Ertragschancen durch die Einführung mobiler Bezahlverfahren.

Vertiefende Analysen und die Suche nach kreativen Mobile Payment-Angeboten und -Partnerschaften stehen im Mittelpunkt des Executive Think Tanks "Wie begegnen Banken und Sparkassen der branchenfremden Konkurrenz im Geschäftsfeld Mobile Payments?" Veranstaltet wird der moderierte Workshop von Finance Forum Germany, CIO und Computerwoche am 8. und 9. November 2012 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen und zur Anmeldung