Ratschläge für CIO und CMO

Es knirscht zwischen IT und Marketing

17.09.2013 von Christiane Pütter
Man enthält Informationen vor, man genießt keine Priorität. IT und Marketing arbeiten nicht gut zusammen. Accenture gibt fünf Tipps mit auf den Weg.

Bis 2014 verlieren CIOs die Kontrolle über ein Viertel ihres IT-Budgets, denn Anbieter verkaufen direkt an die Fachabteilung. 2017 hat der CMO (Chief Marketing Officer) ein höheres IT-Budget als der CIO. Diese Thesen diskutierte Peter Sondergaard, Head of Research beim US- Marktforscher Gartner, voriges Jahr auf dem Cebit Executive Dialog.

Der Einfluss des CMO interessiert auch den Berater Accenture. Die Consultants haben in der Studie "The CMO-CIO disconnect" Angaben von 405 Marketing-Chefs und 252 IT-Entscheidern ausgewertet. Der Titel der Analyse nimmt die Ergebnisse bereits vorweg: Es knirscht zwischen Marketing und IT.

Gesprächsbedarf sehen allerdings eher die Informatiker. 77 Prozent von ihnen wünschen sich mehr Alignment mit dem Marketing. Umgekehrt sagen das nur 56 Prozent der CMOs.

Konflikte zwischen IT und Marketing
Es läuft nicht rund zwischen IT und Marketing. Woran es hapert, wollten die Analysten von Accenture genauer wissen. Für die Studie "The CMO-CIO disconnect" haben sie Angaben von 405 Marketing- und 252 IT-Entscheidern ausgewertet.
Zusammenarbeit
Fast acht von zehn CIOs sehen mehr Bedarf an Alignment mit dem Marketing. Dem stimmen allerdings nur knapp sechs von zehn CMOs zu.
Alignment - Sicht der CIOs
Elf Prozent der IT-Chefs halten "sehr viel mehr" Zusammenarbeit mit dem CMO für nötig. Ebenso viele halten die aktuelle Praxis für gerade richtig. Dringender ist CIOs die intensivere Zusammenarbeit mit den Business Units.
Alignment - Sicht der CMOs
Zwölf Prozent der CMOs sähen lieber eine sehr viel stärkere Zusammenarbeit mit dem CIO. Andererseits wollen dreizehn Prozent den Status Quo nicht verändern.
Probleme, die die CIOs sehen
CIOs halten die Komplexität der Lösungen für problematisch. Außerdem ärgern sie sich darüber, dass das Marketing sie beim Einkauf von Lösungen übergeht. Zudem fehlt es an zeitlichen und technischen Ressourcen.
Probleme, die die CMOs nennen
Auch CMOs erkennen, wie schwierig die Komplexität der Lösungen ist. Außerdem behaupten sie ihrerseits, die IT lasse sie außen vor - und räume ihnen keine Priorität ein.

Doch die Liste der Klagen ist auf beiden Seiten lang. CIOs brennt auf den Nägeln, dass der Einsatz von Software gut geplant sein will. Sie bezweifeln, dass CMOs die IT-Infrastruktur des Unternehmens verstehen. Gleichzeitig räumen sie ein, dass das IT-Team nicht unbedingt die Marketing-Vorhaben versteht.

Auf der anderen Seite glauben Marketing-Entscheider nicht, dass die CIOs ihre Bedürfnisse verstehen. Wobei sie zugeben, dass ihre Leute auch nicht unbedingt IT-affin sind.

Accenture hat beide Parteien gefragt, wer für sie die wichtigsten C-Level-Entscheider sind. CIOs nennen zunächst einmal den Finanz-Chef. Es folgen die Business Units und der Sales-Chef. Der CMO rangiert bei ihnen erst an vierter Stelle.

Die CMOs wiederum sehen den CSO (Chief Sales Officer) an erster Stelle. Immerhin setzen sie den CIO auf Platz zwei - noch vor den Business Units und dem CEO.

5 Ratschläge für CIO und CMO

Um die Lücke zwischen IT- und Marketing-Entscheider zu schließen, hat Accenture fünf Tipps parat:

1. Der CMO agiert als Chief Experience Officer (CXO): Es ist Aufgabe des Marketing-Entscheiders, die Erfahrungen der Konsumenten zu beobachten und zu messen. Ziel muss sein, eine Multi-Kanal-Strategie zu entwickeln, die zum Unternehmen und seinen Kunden passt.

2. IT und Marketing müssen sich gegenseitig als strategische Partner betrachten: CMOs unterschätzen die IT, wenn sie sie bloß als Plattform ihrer Zwecke betrachten. Beide Abteilungen müssen gleichberechtigt zusammenarbeiten.

3. Privacy und Sicherheit priorisieren: Datenschutz hat bei Informationen über die Kunden Vorrang.

4. IT und Marketing müssen ihre Skills ausbauen: Eine sinnvolle Zusammenarbeit setzt voraus, dass Marketer mehr von IT verstehen - und Informatiker mehr vom Marketing.

5. Vertrauen: Wenn beide Seiten mehr miteinander sprechen und sich besser abstimmen, wächst auch das Vertrauen.