Corona-Hilfen

EZB sieht mittelfristig wachsende Risiken für Unternehmen und Banken

25.11.2020
Europas Währungshüter mahnen die Regierungen bei ihren Corona-Hilfen zur Umsicht. Risiken für Unternehmen und Banken könnten sich sowohl im Falle einer zu frühen Beendigung der Milliardenunterstützung ergeben als auch dann, wenn die Hilfen zu lange aufrechterhalten würden.

In ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht warnt die Europäische Zentralbank (EZB) vor einer Zunahme von Risiken im Falle eines abrupten Endes der Unterstützungsmaßnahmen. Unternehmen könnten dann nach Einschätzung der Notenbank verwundbarer sein "als auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise" 2008/2009.

Die EZB mahnt zur Umsicht.
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Zwar seien die Bilanzen der Banken im Euroraum heute solider als zur Zeit der Finanzkrise und die Kapitalpuffer der Institute sollten nach Einschätzung der EZB komfortabel bleiben, "um Verluste auszugleichen und die Kreditvergabe über einen längeren Zeitraum zu unterstützen". Dennoch könnte eine Welle von Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie zur Belastung für die Branche werden.

"Die Rentabilität der Banken wird voraussichtlich schwach bleiben", stellte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des halbjährlichen Finanzstabilitätsberichts der Notenbank am Mittwoch fest. Die Hilfsprogramme verlängerten wohl den Zeitraum, bis sich eine schwache Wirtschaftsleistung in Kreditausfällen widerspiegele. (dpa/ad)