Geco-Freiberufler-Index

Freiberuflermarkt: Prognosen dürften CIOs nicht erfreuen

15.06.2018 von Hans Königes
Um 13 Prozent auf 170 Punkte im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Geco-Index für IT-Freiberufler im ersten Quartal 2018. Gegenüber dem Vorquartal, also dem vierten des Jahres 2017, betrug der Zuwachs neun Prozent.
Warum sich CIOs über eine positive Entwicklung im Freiberuflermarkt nicht unbedingt freuen werden? Den Grund liefert Markus Reefschläger von Geco Deutschland.
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"In den vergangenen zwei Jahren war eine durchweg positive Entwicklung im Freiberuflermarkt zu erkennen. Wir sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung auch 2018 anhalten wird", glaubt Markus Reefschläger, Geschäftsführer der Geco Deutschland GmbH. Themen wie IT-Security, Cloud Computing und Digitalisierung, die auch in der aktuellen IDG-Studie zum Sourcing-Markt als wichtigste Trends ausgemacht wurden, würden auch in nächster Zeit den Freiberuflermarkt beeinflussen. Reefschläger geht davon aus, und das dürfte die Einkäufer und CIOs in Unternehmen nicht unbedingt erfreuen, dass die Beraterstundensätze noch weiter steigen könnten.

Im ersten Quartal landete der Geco-Index bei den Beraterhonoraren bei 146 Punkten, was gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von elf Prozentpunkte bedeutet, und bis 2019 rechnet der Geco-Chef mit einem weiteren Anstieg. Trösten dürfte die CIOs dann eher die zweite Auswertung, wenn es um die Technikerstundensätze geht. Hier ist lediglich ein Anstieg um 3,8 Prozent zu vermerken und im Vergleich zum Vorquartal, also dem letzten von 2017, ist sogar ein Rückgang des Indexes von 2,9 Prozent zu verbuchen. Der staatstragende Kommentar des Geco-Chefs dazu: "Die Stundensätze der Techniker bleiben stabil."

Die Index Einzelwerte aus dem ersten Quartal 2018 im Jahresvergleich.
Foto: Geco

Ein leichtes Wachstum von rund zehn Prozent auf 267 Punkte gegenüber dem Vorquartal verzeichnet auch der Index für die Projektlaufzeiten - eine Entwicklung, die zum einen sicherlich die Freiberufler erfreut, weil sie längerfristiger planen können und nicht schon nach kurzer Zeit Ausschau nach einem neuen Projekt halten müssen. Es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass in den Unternehmen Budgets freiwerden für größere Projekte und dass man an einer längerfristigen Zusammenarbeit mit Freelancern interessiert ist - erst recht in Zeiten des IT-Fachkräftemangels. Ebenfalls ein Plus verzeichnen die Projektanfragen, die von 119 auf 134 Punkte stiegen.

Der Geco-Freiberufler-Index ...

... wird quartalsweise von der Geco AG in Hamburg erhoben. Der Index vergleicht die einzelnen Quartale des aktuellen Geschäftsjahres mit den vergleichbaren Zeiträumen der vorangegangenen Jahre. Die Grundlage der neuen Berechnungen bildet das Geschäftsjahr 2009 (Basis = 100). Der Index setzt sich aus den vier Werten Berater-, Technikerstundensatz, Projektlaufzeiten und Projektanfragen zusammen.