US-Automarkt

General Motors will Tesla verdrängen

07.10.2021
Im US-Automarkt erreicht der Wandel hin zu Elektroautos das größte und lukrativste Segment: die großen Pickups.
GMC Sierra Pickup: Platzhirsch General Motors will seine heutige starke Position nutzen, um das Pickup-Geschäft gegen Tesla und andere Angreifer zu verteidigen.
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Der US-Autoriese General Motors eifert Tesla nach und will den Elektroauto-Vorreiter im Heimatmarkt überholen. Der Plan dabei ist, den Wandel mit Gewinnen aus dem Geschäft mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu finanzieren, erläuterte GM am Mittwoch.

Zum Jahr 2030 soll mehr als die Hälfte der Produktionskapazitäten in Nordamerika und China für die Fertigung von E-Autos ausgerüstet werden, hieß es. GM kündigte jüngst an, bis 2025 rund 35 Milliarden Dollar (aktuell gut 30 Mrd Euro) in die Produktion batteriebetriebener und selbstfahrender Fahrzeuge zu investieren.

Fahrzeug als Software-Plattform

Zudem wolle GM verstärkt auf digitale Angebote setzen. Das Unternehmen sehe darin das Potenzial für 20 bis 25 Milliarden Dollar an zusätzlichen Erlösen jährlich, sagte Konzernchefin Mary Barra. Man müsse ein Auto nicht nur als Fahrzeug, sondern als Software-Plattform betrachten, betonte sie. Den Konzernumsatz will GM zum Jahr 2030 auf 280 Milliarden Dollar verdoppeln.

Im amerikanischen Automarkt sind traditionell die großen Pickups die populärste und lukrativste Fahrzeugkategorie - und die Hersteller bringen sich gerade in Stellung für einen neuen Wettbewerb um dieses Geschäft mit Elektro-Modellen. Ford hat bereits eine Batterie-Version seines Bestsellers F-150 vorgestellt, GM will einen elektrischen Chevrolet Silverado als Konkurrenzangebot im Januar auf der Technik-Messe CES präsentieren.

Neue Player zielen auf Pickup-Markt

Tesla will die Pickup-Platzhirsche mit seinem futuristisch aussehenden "Cybertruck" angreifen. Zugleich streben ganz neue Player wie die von Amazon finanzierte Firma Rivian in das Geschäft.

Unter dem Namen "Ultra Cruise" will GM zudem zum Jahr 2023 ein hoch entwickeltes Fahrassistenzsystem in seine Autos bringen, das auch im Stadtverkehr funktionieren soll. Zunächst sollen Straßen in den USA und Kanada abgedeckt werden. Das Fahrzeug soll dabei seine Umgebung nicht nur mit Kameras erfassen, sondern auch mit einem Laserradar abtasten. Die sogenannten Lidar-Systeme kommen aktuell in selbstfahrenden Testfahrzeugen zum Einsatz.

GM machte die Ankündigungen auf einem Investorentag. Die traditionellen Autobauer werden an der Börse von Tesla in den Schatten gestellt. Der von Elon Musk geführte Elektroauto-Spezialist ist derzeit gut 780 Milliarden Dollar wert - GM nur rund ein Zehntel davon.

Im Geschäft mit Elektrofahrzeugen will GM Tesla mit einem SUV für rund 30.000 Dollar Konkurrenz machen, machte aber keine Angaben zum möglichen Starttermin. Der Konzern wird aktuell wie die gesamte Branche von Chip-Engpässen zurückgehalten. (dpa/rs)