Editorial aus CIO-Magazin 3/4-2015

Nach fünf Jahren an die Spitze

23.02.2015
Die neue März/April-Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunktthemen Sie im aktuellen Heft finden, verrät Ihnen CIO-Chefredakteur Horst Ellermann.
CIO Chefredakteur Horst Ellermann

Gazprom Germania hat den IT Excellence Benchmark 2014 (ITEB) gewonnen. Die Tochtergesellschaft des russischen Gaslieferanten hat den Preis für die höchste Anwenderzufriedenheit redlich verdient. Und das freut uns aus zwei Gründen:

Erstens widerspricht der Preis einem Vorurteil, das wir allzu gern gegenüber russischen Firmen hegen: Öl abpumpen und Wodka trinken – dieses Geschäftsmodell aus dem letzten Jahrtausend hat sich überlebt. Es mag vereinzelt noch Fälle geben, in denen russische Manager billiges Öl durch billigen Wodka kompensieren. Der Trend ist das aber nicht – auch wenn das so schön in unser Weltbild passt.

Zweitens: Gazprom hat den "Hawthorne-Effekt"“ genutzt. In den Hawthorne-Werken in Illinois stellten Sozialforscher in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts fest, dass Arbeiter bessere Ergebnisse liefern, wenn sich jemand für ihre Arbeit interessiert – und sei es nur durch Befragungen. Diesen positiven Effekt nehmen alle ITEB-Teilnehmer auch heute noch wahr. Wer einen Mitarbeiter fragt: "Wie zufrieden bist du eigentlich?", dem wird das erst einmal gedankt. Aber Vorsicht: Der motivierende Effekt verkehrt sich ins Gegenteil, wenn die Antworten des Mitarbeiters wirkungslos verpuffen. Wer fragt, muss auch handeln – so wie es Gazprom gemacht hat.

Handeln muss auch die Deutsche Bank. Ihre Entwicklung ist im Vergleich zu anderen Dax-Werten schlecht, und im Vergleich zu anderen, weltweit agierenden Banken leider auch. Natürlich hat sie mit Regulierungswut zu kämpfen, bei der wir uns alle fragen müssen, ob ein Mehr an Kontrolle überhaupt noch zielführend ist. Dieses Problem haben aber alle Banken. Insgesamt muss die Deutsche Bank wieder in die Situation kommen, dass Mitarbeiter nicht den Großteil ihrer Energie damit verschwenden, Daten zu konsolidieren – statt sie zu interpretieren. EMEA-CFO Joachim Müller hat das Problem erkannt, und er geht es an. Mein Kollege Rolf Röwekamp hat nachgefragt.

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