Die neuen Funktionen

SharePoint Foundation 2010 im Überblick

11.03.2010 von Thomas Joos
Die SharePoint Foundation 2010 hat Microsoft mit einigen neuen Features versehen. Neben einer erweiterten Zentraladministration gibt es unter anderem auch neue Überwachungs- und Konfigurationsfunktionen.

Wie bereits der Vorgänger, ist auch Microsofts SharePoint Foundation 2010 kostenlos und bietet die gleichen Möglichkeiten, teilweise einiges mehr. Die Installation von SharePoint Foundation 2010 ist ab Windows Server 2008 SP2 möglich, also auch auf Windows Server 2008 R2.

SharePoint Foundation 2010 ist nur als 64-Bit-Anwendung verfügbar und lässt sich nicht auf 32-Bit-Servern installieren. 32-Bit-Clients können SharePoint natürlich nutzen. Bei Windows Server 2008 R2 ist das kein Problem, da es den Server ohnehin nur als 64-Bit-System gibt, aber bei der Installation unter Windows Server 2008 müssen Sie vorher das Betriebssystem auf Kompatibilität zu SharePoint Foundation 2010 prüfen.

Microsoft stellt auch verschiedene Sprachpakete zur Verfügung, mit denen Sie Serverfarmen an die entsprechende Sprache des Landes anpassen können. Alle neuen Features von SharePoint Foundation 2010 finden Sie auf den folgenden Seiten.

Gewohnte Bedienung

Mit SharePoint Foundation 2010 können Anwender genau so arbeiten wie beim Vorgänger Windows SharePoint Services 3.0. Die Bedienung hat sich nicht grundlegend geändert und die Funktionen finden Anwender schnell in der neuen Oberfläche. Unternehmen, die zu SharePoint Foundation 2010 wechseln, können bei der Migration die alte Oberfläche beibehalten, sodass sich zwar der Funktionsumfang ändert, aber nicht die Oberfläche. Die neue Oberfläche lässt sich jederzeit über das Webmenü aktivieren. Dabei besteht auch die Möglichkeit hin und her zuschalten, wenn Administratoren das zulassen.

Eine direkte Aktualisierung von Windows SharePoint Services 3.0 SP2 zu SharePoint Foundation 2010 ist problemlos möglich. In der neuen Version hat Microsoft vor allem die Möglichkeiten für Produktentwickler von Web-Anwendungen ausgebaut. Sharepoint Foundation 2010 stellt darüber hinaus auch die Grundlage dar, auf der Serverlösungen wie SharePoint Server 2010 oder Project Server 2010 aufbauen.

Übersicht: SharePoint 2010 bietet eine erweiterte und verbesserte Zentraladministration.

Neu sind die Business Connectivity Services (BCS), über die sich Daten von anderen Servern wie Datenbanken oder CRM-Systemen direkt in SharePoint einbinden und verwenden lassen. Abgerufene Daten lassen sich auch noch nutzen, wenn die Datenquelle nicht mehr verfügbar ist. Neben den Lesemöglichkeiten können diese Daten auch in die Quelle zurückgeschrieben werden. Mit dem ebenfalls neuen Application Service Model können Web-Anwendungen innerhalb einer ganzen Serverfarm und auch außerhalb von SharePoint verwendet, durchsucht und mit Business Connectivity Services (BCS) an wieder andere Quellen angedockt werden.

Zentrale Verwaltungsoberfläche

Vertraut: SharePoint Foundation 2010 arbeitet mit der Ribbon-Oberfläche wie Office 2007/2010.

Die zentrale Verwaltungsoberfläche von SharePoint hat Microsoft überarbeitet und wesentlich effizienter und übersichtlicher gestaltet. Administratoren finden die wichtigsten Verwaltungsbereiche wie Benutzerverwaltung, Sicherheit und Datensicherung sehr schnell und können die Funktionen ohne Vorkenntnisse verwenden. Der Aufbau ist modular und lässt sich sehr flexibel steuern. Mit diesem Modell erfolgt auch die Anbindung an SharePoint Server 2010. Praxisbeispiele für solche Lösungen sind Helpdesk-Systeme, oder Informationssysteme für Vertriebsmitarbeiter, die Informationen von verschiedenen Datenquellen benötigen. Die Bedienung von SharePoint Foundation orientiert sich an der Ribbon-Oberfläche von Office 2007/2010.

Einblendung: Fehlermeldungen finden Anwender zentral im oberen Bereich.

Im oberen Bereich des Fensters erhalten Anwender ein Menü, das an Office 2007/2010 erinnert und die Bedienung wesentlich vereinfacht. Diese Oberfläche lässt sich durch Entwickler an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Kommunikation mit Benutzern lässt auch die Verwendung von AJAX-Fenstern zu. Hinweise für Anwender sowie Fehler zeigt SharePoint Foundation 2010 in einer Informationsleiste in der oberen Hälfte des Bildschirms an. Auch diese Meldungen können Entwickler und Administratoren beeinflussen.

Anwendungsentwicklung für SharePoint

Entwickeln Sie Anwendungen für SharePoint, können diese ebenfalls Meldungen in der Informationsleiste in der oberen Hälfte des Bildschirms anzeigen, sodass sich für Anwender ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellt. Die Listen bauen auf XSLT auf.

Eine weitere neue Technik ist das Client Object Model. Über dieses Modell lässt sich Programmcode von lokalen Anwendungen auf SharePoint Foundation ausführen. Das bedeutet, dass Anwendungen auf den Client-Rechnern jetzt besser mit SharePoint interagieren können - zum Beispiel für den Datenabruf oder dem Speichern von Daten.

Einzelne Anwendungen in SharePoint lassen sich von anderen isolieren. Das hat den Vorteil, dass eine instabile Anwendung nicht die ganze Serverfarm beeinflussen kann. Zusätzlich lassen sich Anwendungen besser delegieren, da der Programmcode von anderen SharePoint-Applikationen getrennt ist.

Listen lassen sich miteinander verknüpfen, auch auf relationaler Basis. Enthält eine Liste Werte einer anderen Liste, lassen sich die Quellwerte nicht ohne weiteres löschen. Dadurch lassen sich verschachtelte Strukturen und Tabellen erstellen.

Verbesserte Überwachung

Ebenfalls Bestandteil ist eine verbesserte Überwachung des Servers und der Konfiguration. Mit dem neuen SharePoint-Wartungs-Manager können Sie ihre SharePoint Foundation 2010-Installation nach Konfigurations- und Leistungsproblemen durchsuchen lassen. Sie können Aufträge für die Integritätsberichterstellung konfigurieren. Auf diese Weise lassen sich automatisiert Berichte erstellen, welche die Konsistenz und Leistung der SharePoint-Lösung sicherstellt.

Kontrolle: Mit der neuen Überwachungsfunktion, können Sie SharePoint Foundation 2010 zuverlässiger betreiben.

Die Berichte ermöglichen die Ausführung nach einem bestimmten Zeitplan, warnen bei Problemen und erstellen regelmäßig Informationen zur Leistungsüberwachung, Kapazitätsplanung und Problembehandlung. Der SharePoint-Wartungs-Manager verwendet vordefinierte Integritätsregeln, die aber von Drittanbietern erweitert werden können. Jede Integritätsregel führt einen Test aus und gibt einen Status zurück:

Tritt bei einer Regel ein Fehler auf, wird der Status in die Liste mit den Wartungsproblemen in SharePoint Server und in das Windows-Ereignisprotokoll geschrieben. Probleme, die vom SharePoint-Wartungs-Manager gefunden wurden, lassen sich auch vom Microsoft System Center Operations Manager Management Pack erkennen und anzeigen. Integritätsregeln können Sie nach einem festgelegten Zeitplan oder sofort ausführen. Alle Integritätsregeln sind über die Website für die SharePoint-Zentraladministration auf der Seite Überwachung verfügbar.

Verwaltung über PowerShell

SharePoint Foundation 2010 lässt sich auch über die PowerShell verwalten, dazu stehen über 300 CMDlets zur Verfügung.

Alternative: SharePoint-Verwaltung in der PowerShell

Durch die Unterstützung der PowerShell in der neuen Version 2.0 und der graphischen Oberfläche der PowerShell, können Administratoren sich schnell und leicht in die Administration von SharePoint über die PowerShell einlernen. Für jeden Befehl gibt es ausführliche Hilfen und Beispiele.

Installationsvoraussetzungen

Zur Installation und Einrichtung von SharePoint Foundation 2010, stellt Microsoft über den Installationsassistenten ein Vorbereitungs-Tool zur Verfügung, das nicht nur die Voraussetzungen überprüft, sondern notwendige Dateien und Programme automatisch aus dem Internet herunterladen und installieren kann. Darum sollte der Server zur Installation auch eine Verbindung mit dem Internet haben. Auch den IIS und das .NET-Framework installiert der Assistent automatisch, Sie müssen daher keine Vorbereitungen treffen, der Installationsassistent integriert genau die Funktionen in das System die SharePoint Foundation 2010 benötigt.

Als Datenbank für alleinstehende Server verwendet SharePoint Foundation Microsoft SQL Server 2008 Express mit einer maximalen Größe von 4 GB. Empfehlenswert ist der Einsatz von SQL Server 2008 SP1 als Datenbank, da Sie hier nicht an Größen beschränkungen denken müssen und die Datenbank wesentlich schneller und effizienter ist. Auch SQL Server 2005 SP3 unterstützt SharePoint Foundation 2010.

Die Datenbank muss, wie der Server selbst, als 64-Bit-System betrieben werden. Die generelle Installation und Verwaltung von SharePoint Foundation 2010 ist ähnlich zu den Windows SharePoint Services 3.0 SP2.

Geeignete Web-Browser für SharePoint

Microsoft unterscheidet zwei Stufen bei den Webbrowsern. Browser der Ebene 1 können alle Funktionen in SharePoint nutzen, einschließlich der Zentraladministration. Zu diesen Browsern gehören Internet Explorer 7, Internet Explorer 8 und Mozilla Firefox ab Version 3.x. Die 64-Bit-Versionen für Windows 7 und Windows Vista sind nicht in allen Funktionen uneingeschränkt, was an der etwas anderen Struktur des Betriebssystems liegt.

Browser der Ebene 2 bieten Grundfunktionen und sind bei der Verwendung von SharePoint eingeschränkt. Zu diesen Browsern gehören Apple Safari 4.x und Mozilla Firefox, wenn Sie diesen unter Apple Mac OS X Leopard oder unter Linux betreiben. Eine wichtige Grundlage in SharePoint sind verschiedene ActiveX-Elemente. Nur wenn diese zugelassen sind, kann SharePoint problemlos auf den Clients arbeiten. Lassen Sie dazu die folgenden ActiveX-Elemente auf den Clients zu: MSCAL.OCX, MSCOMCT.OCX, MSCOMCT2.OCX. (cvi)