Project Titan lebt

Und Apple baut doch ein Auto

30.05.2017 von Mike Elgan und Florian Maier
Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Apple künftig Autos baut. Und zwar auf exakt dieselbe Art und Weise, wie man iPhones produziert.

Es gibt Experten die sagen, Apple hätte das Projekt autonomes Auto aufgegeben, auf unbestimmte Zeit verschoben oder in ein Software-Projekt umgewandelt. Außerdem werden Ihnen dieselben Experten sagen, dass der Automobilmarkt ungefähr so gut zu Apple passt, wie Social-Media-Etikette zu Donald Trump.

Um es kurz zu machen: Was diese Leute (in Bezug auf das Apple Car) erzählen, ist falsch. Apple tritt das Gaspedal beim selbstfahrenden Auto in Richtung Bodenblech. Und das aus gutem Grund.

Apple-Enthusiasten müssen sich in Sachen Auto derzeit mit der iPhone-Integration Car Play begnügen. Noch.
Foto: Porsche

Verwirrung um Project Titan

Steve Jobs wollte mit Apple das iCar verwirklichen. Doch eigentlich wollte das verstorbene Apple-Mastermind noch viel mehr - zumindest wenn man dem ehemaligen (1999 bis 2015) Apple-Vorstand Mickey Drexler Glauben schenkt. Demnach habe Jobs das Ziel gehabt, mit Apple die Autoindustrie zu revolutionieren.

Die Idee von einem Apple-Auto wurde lange Zeit als Spinnerei abgetan - bis sich Gerüchte über ein Geheimprojekt namens Project Titan verbreiteten. Angeblich seien mehr als 1000 Entwickler mit dem Projekt zugange, hieß es damals.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Apple ein geheimes Auto-Testlabor im Silicon Valley betreibt, das ganz in der Nähe des Headquarters liegt. Das dahinter stehende "Fake"-Unternehmen hört auf den Namen SixtyEight Research.

Im Oktober letzten Jahres machten schließlich erste Meldungen die Runde, dass hunderte von Entwicklern von Project Titan abgezogen wurden.

Von Tech- und Finanz-Experten wurden diese Ereignisse auf ganz verschiedene Art und Weise interpretiert. Einige sahen darin das endgültige Aus für Apples Autopläne, andere gingen davon aus, dass die Pläne weiterhin Bestand haben, die iPhone-Company aber einen zu großen Rückstand auf diesem Markt hat, den sie nicht mehr einholen kann. Vorwiegend hält sich jedoch die Annahme, dass Project Titan zu einem Softwareprojekt "umgemodelt" wurde und Apple sich darauf konzentriert, ein Betriebssystem für Fahrzeuge zu entwickeln, aber keine eigenen Automobile. Auch jede dieser Annahmen ist falsch.

Was treibt Apples Interesse am Automarkt?

Apple hat vor kurzem erst einen großen Meilenstein erreicht: Das Unternehmen durchbrach die Marktkapitalisierungsgrenze von 800 Milliarden Dollar. Um weiter wachsen zu können, muss Apple nun allerdings in gigantische, neue Märkte einsteigen. Im Vergleich zu Smartphones werden Wearables und Smart-Home-Zubehör niemals einen bedeutenden Markt abbilden.

Apples nächste Branche muss also wesentlich größer sein, als der heutige Markt für Smartphones. Dieser brachte es im Jahr 2016 auf ein Gesamtvolumen von circa 430 Milliarden Dollar. Aber welcher Markt könnte das sein? Was könnte größer sein als das Smartphone? Katy Huberty, Finanzanalystin bei Morgan Stanley, geht davon aus, dass der Markt für autonome Autos bis zum Jahr 2030 satte 2,6 Billionen Dollar schwer sein wird.

Die Beweise dafür, dass Apple ein tiefgehendes Interesse am Automobilsektor hat, gehen weit über Project Titan hinaus: Die Infotainment-Lösung Car Play erlaubt bereits jetzt den Anschluss des iPhones ans Fahrzeug. Darüber hinaus investierte Apple vor ungefähr einem Jahr eine Milliarde Dollar in das chinesische Uber-Äquivalent Didi Chuxing. Dieses Investment brachte Apple nicht nur einen Vorstandssitz bei Didi und den Zugang zu deren Fahrzeugdaten ein, sondern auch eine Beteiligung am (selbstfahrenden) Auto-Projekt der Chinesen. Im März diesen Jahres wurde schließlich bekannt, dass Didi für die Entwicklung eines KI-basierten, autonomen Fahrzeugs ein Labor ganz in der Nähe der Apple Headquarters eröffnet.

Zum Video: Und Apple baut doch ein Auto

Die Präsidentin von Didi ist übrigens Jean Liu, Tochter des Lenovo-Gründers Liu Chuanzhi und laut "TIME Magazine" einer der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Ihre Laudatio schrieb kein Geringerer als Apple-CEO Tim Cook.

Apples beispiellose Investition in Didi Chuxing und die enge Verbindung zwischen den Unternehmen legt nahe, dass Apple alles über die Technologie und das Kundenverhalten im Segment des Carsharing lernen will. Im Großen und Ganzen investiert Apple außerdem im großen Stil in Mobilität: Berechnungen von Analysten zufolge hat der iPhone-Riese seit 2013 bereits fünf Milliarden Dollar in automotive Forschung gepumpt.

Apple braucht ein Auto, kein Car-OS

Seit dem Launch des iPad im Jahr 2001 war es Apples Obsession, die User Experience auf mobilen Endgeräten zu transformieren. Das hat man geschafft, indem man Hardware, Software und Services für iPhone, iPad sowie seine Laptops kontrolliert hat.

In der Vergangenheit ging es beim Thema Auto in erster Linie um das Fahrerlebnis, dann um Dinge wie den Konsum von Inhalten. Mit dem selbstfahrenden Auto wird diese Priorisierung umgekehrt. Vollautonome Fahrzeuge werden zu batteriebetriebenen Wohnzimmern auf Rädern. Oder wie es Apple-COO Jeff Williams bereits im Jahr 2015 ausgedrückt hat: "Das Auto ist das ultimative, mobile Device."

Wenn man während der Autofahrt nicht mehr auf Straße und Verkehr achten muss, gibt es auch nicht mehr viel anderes zu tun, als Musik zu hören, Filme und Serien zu schauen, in virtuelle Welten abzutauchen oder einen Videochat mit den Kumpels abzuhalten.

Genau wie auf dem Smartphone-Markt wird sich Apple auch einen Teil des Auto-Kuchens sichern und ein renditeträchtiges Business aufziehen, indem sie Hardware, Software und eine breite Palette von Services anbieten. Die erklecklichen Gebühren für alle abgerufenen Medieninhalte nicht zu vergessen.

Das vergessen die Apple-Car-Experten

Apple ist ganz groß darin, aus unangekündigten Produkten und Projekten ein Geheimnis zu machen. In Sachen selbstfahrendes, beziehungsweise autonomes Auto gab es bislang zwar noch keine offizielle Verlautbarung, aber die Hinweise darauf, dass die Jungs aus Cupertino ein Fahrzeug in Planung haben, verdichten sich weiter.

Im vergangenen Monat etwa tauchte Apple auf der Liste des kalifornischen Department of Motor Vehicles (DMV) auf, die Auskunft darüber gibt, welche Unternehmen eine Lizenz dafür erhalten haben, autonome Fahrzeuge zu testen. Demnach hat Apple die Erlaubnis erhalten, Testfahrten mit drei Fahrzeugen vom Typ Lexus RX durchzuführen. Vor einigen Wochen wurde eines dieser Vehikel erstmals auf öffentlichen Straßen abgelichtet:

Die "FAZ" berichtete, dass Apple ein geheimes Testlabor in Berlin betreibe, wo vor allem deutsche Autoingenieure beschäftigt werden. Und ein Schweizer IT-Portal weiß zu berichten, dass Apple für sein eidgenössisches Forschungszentrum zehn Doktoranden der ETH Zürich verpflichtet habe, die Experten in den Bereichen visuelle Navigation, maschinelles Sehen und Robotik sind.

Ein weiterer möglicher Hinweis auf Apples Autopläne findet sich im aktuellen Supplier Responsibility Reportdes Unternehmens: Dort findet sich unter anderem der deutsche Zulieferer-GigantBosch. Apple könnte also bereits Auto-Komponenten beziehen.

Natürlich beweist keine dieser Fakten, dass Apple einen Tesla-Killer in der Mache hat. Und doch liegen die eingangs beschriebenen Experten falsch. Denn sie übersehen auch noch einige Dinge:

1. Die Vertragshersteller-Wahrscheinlichkeit

Die Reorganisation von Project Titan wurde von den Medien als Wendepunkt interpretiert, ab dem Apple nur noch die Software für autonome Autos schreibt, aber nicht mehr die Fahrzeuge selbst produziert. Ihre Annahme ist, dass Apple dasselbe Geschäftsmodell im Sinn hat, das Microsoft über Jahre im PC-Segment verfolgt hat: Software ja - Hardware lieber nicht. Alle Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass Apple stattdessen seinen eigenen Ansatz verfolgen wird - nämlich Hardware, Software und Services bereitzustellen, die auf einem Device konsumiert werden, das für Apple von einem Dritthersteller gefertigt wird.

Wer dieser Dritthersteller sein soll? "Bloomberg" berichtete, dass im Labor von SixtyEight Research ein Dutzend Ingenieure von Magna Steyr arbeiten. Der österreichische Konzern entwickelt und produziert ausschließlich Fahrzeuge im Auftrag anderer Hersteller und kooperierte bereits mit zahlreichen OEM-Größen wie Mercedes, BMW, Aston Martin, Audi, Fiat oder Peugeot. Derzeit arbeitet Magna Steyr unter anderem auch am ersten Elektroauto von Jaguar Land Rover - dem I-Pace. Die Unternehmensstruktur von Magna Steyr weist übrigens auch einige Ähnlichkeiten zu derer des chinesischen iPhone-Herstellers Foxconn auf.

Es sieht also ganz danach aus, als würde Apple eine Partnerschaft mit Magna Steyr anstreben, um in deren Rahmen Project Titan Wirklichkeit werden zu lassen.

2. Die Akquisitionsoption

Erst vor kurzem wurde öffentlich, dass Apple auf Bargeldbeständen in Höhe von mehr als 256 Milliarden Dollar sitzt. Wenn Apple also die fortschrittlichste Technologie für selbstfahrende Autos haben wollen würde, müsste es einfach nur deren Besitzer kaufen. Oder um es anders auszudrücken: Technologische Führerschaft ist für den iPhone-Konzern kein Problem, denn die kann man mit Geld kaufen. Und davon hat der Apfel-Konzern mehr als genug.

3. Beispiel iPhone

Wenn Sie am 9 Januar 2006 einen Blick auf Apples streng geheimes Smartphone-Projekt hätten werfen dürfen, wären Sie sehr wahrscheinlich zu dem Schluss gekommen, dass der Konzern aus Cupertino mit seinem Produkt viel zu spät dran, viel zu weit von den Marktführern entfernt ist und nicht der Hauch einer Chance auf die Marktführerschaft besteht. Ein Jahr später revolutionierte das iPhone dennoch den Handy-Markt und machte Apple zur dominanten Tech-Macht.

Apples iPhone-Historie macht klar, dass das Unternehmen gar nicht als erster mit seinem Produkt auf den Markt will. Immerhin wurde das iPhone ganze 15 Jahre nach dem ersten Smartphone ausgeliefert. Apple wird erst dann in den Markt für autonomes Fahren eintreten, wenn man verstanden hat, was mit der Technologie bislang falsch läuft und vor allem wie man diese Probleme lösen kann.

4. Die Zukunftsvision

Wenn wir an Autos denken, denken wir zuallererst an die heutige Automobilindustrie. OEM-Monolithen designen und bauen "Brand"-intensive Fahrmaschinen, die die Kunden aufgrund von Merkmalen wie Marken-Loyalität, -Image oder Nutzwert kaufen. Die Welt der selbstfahrenden Autos wird allerdings eine vollkommen andere sein. In Zukunft wird das ganze Auto-Zeug (Motoren, Reifen, Felgen, Lackierungen) für die Kunden nämlich deutlich weniger Relevanz haben. Diese Kunden der Zukunft wollen es ohnehin vermeiden, ein Auto selbst zu kaufen. Und die Kaufentscheidung wird beim Auto künftig vom Mobilitätserlebnis abhängig sein.

Die größte Vision für das Apple Car ist jedoch, dass Mobilität einfach zu einem Service wird, der von Siri bereitgestellt wird. Dann sagen Sie Siri einfach, dass Sie jetzt zur Arbeit gefahren werden wollen, die Ihnen daraufhin antwortet, dass ein Apple Car in zwei Minuten für Sie bereit steht. Oder Sie richten einfach eine tägliche Abholung ein. Dann gehen Sie raus, setzen sich auf die Rück-Couch im autonomen Apfel-Gefährt und sehen dabei zu, wie Ihr iCloud- und iTunes-Konto automatisch das Infotainment-System übernehmen. Das ist dann ungefähr so, als würden Sie in Ihrem iPhone sitzen. Und mit Ihrer Stimme spielen Sie Musik und Videos ab oder starten Anrufe.

Die Kosten für die Fahrt werden direkt über iTunes abgerechnet oder ohnehin bereits monatlich abgebucht. Wer braucht da schon noch ein eigenes Auto? Die physische Beförderung Ihres Körpers wird zu einer von Apple kontrollierten Erfahrung. Telefongespräche oder Medieninhalte "wandern" nahtlos vom heimischen Lautsprechersystem zu den AirPods, zum iCar, zu Siri auf dem Schreibtisch im Büro und wieder zurück.

Für Apple ist das der ultimative Weg, um Ihr Konsumverhalten und Ihre Kommunikation möglichst nahtlos und nachhaltig auf täglicher Basis zu kontrollieren. Ein Apple Car wird das, was die Server des Unternehmens heute bereits sind: Hardware in Besitz von Apple, die die User mit Services versorgt.

Apple ist ins Smartphone-Geschäft eingestiegen, weil das der Markt ist, wo die Menschen Content konsumieren und Kommunikation betreiben. Und weil es ein riesiges Geschäftsfeld ist, das sie mit Hardware, Software und Services dominieren können. Genau aus demselben Grund wird Apple ins Geschäft mit den (autonomen) Autos einsteigen.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation computerworld.com.

Die Geschichte von Apple
Vom Apple I bis zum iPad
Mac, iPod, iPhone, iPad - Apple hat mit seinen Innovationen ganze Märkte verändert und ist heute das wertvollste Unternehmen der Welt. Im Laufe seiner Geschichte stand der von Steve Jobs geprägte Hersteller aber auch manchmal auf der Kippe. Einmal war sogar Microsoft Retter in der Not.
2017 - iPhone X
Zusammen mit iPhone 8 und 8 Plus stellte Apple das Jubiläumsmodell X ("Ten") vor. Das besticht durch ein (erstmals bei Apple verbautes) OLED-Display, das nahezu die gesamte Vorderseite des Geräts einnimmt. Der Home Button ist mit dem iPhone X Geschichte - der Fingerabdrucksensor Touch ID macht Platz für die Gesichtserkennung Face ID. Dazu ist ein komplexes System aus Kameras und Sensoren im Display untergebracht. Die sonstigen technischen Unterschiede zum iPhone 8 (Plus) sind eher marginaler Natur.
2017 - iPhone 8 und 8 Plus
Wie gewohnt stellte Apple auch im September 2017 neue iPhones vor. Das iPhone 8 und 8 Plus ist dabei eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers. Optisch unterscheidet sich das iPhone 8 vom iPhone 7 allerdings wenig, einzig die Rückseite aus Glas ist ein Alleinstellungsmerkmal. Technisch sind allerdings einige Neuerungen an Bord, etwa HDR-Support und kabelloses Laden. Auch das Kamerasystem wurde nochmals überarbeitet. Herzstück der aktuellen 2017er-iPhone-Generation ist der ebenfalls neue A11-Bionic-Prozessor.
2017 - iPad
Ende März 2017 stellte Apple ein neues iPad vor, das das iPad Air 2 ersetzt. Das Tablet gibt es ausschließlich mit 32 GB oder 128 GB Speicher, jeweils entweder mit Wifi- oder Mobilfunk-Support. Darüber hinaus bietet Apple auch ein Topmodell mit Nano-Sim-Slot an. Das aktuelle iPad ist nur unwesentlich dicker und schwerer als das iPad Pro - das Gewicht liegt mit 469 Gramm etwas über dem des iPad Air 2.
2016 - Macbook Pro mit Touchbar
Im Oktober 2016 zeigt Apple die neueste Generation des Macbook Pro. Das ist noch dünner, leichter und leistungsstärker als sein Vorgänger und hat ein besonderes (optionales) Schmankerl an Bord: eine Touchleiste anstelle der Funktionstasten. So soll eine intuitivere und schnellere Bedienung gewährleistet werden.
2016 - Watch Series 2
Ebenfalls im September 2016 zeigt Apple erstmals die zweite Generation seiner Smartwatch. Die ist nun unter anderem wasserdicht bis 50 Meter, hat GPS an Bord und bietet ein helleres Display. Ein Modell in Keramik bereichert nun die Modellpalette.
2016 - iPhone 7 und 7 Plus
Traditionell stellt Apple im September 2016 die neue iPhone-Generation vor. Das iPhone 7 gibt es wie den Vorgänger in einer größeren Plus-Version. Neu ist unter anderem der gestrichene Kopfhöreranschluss. Auch unter der iPhone-Haube wurde nachgebessert, beim Design bleibt hingegen alles beim Alten.
2016 - iPad Pro 9,7"
Apples Absicht mit dem neuen iPad Pro ist es offenbar, die Nachfrage im zuletzt eingeschlafenen Tablet-Bereich wieder zu beleben. Der Konzern bedient sich dazu des klassischen 9,7-Zoll-Formfaktors und kombiniert es mit den Highend-Features des im Herbst 2015 vorgestellten Business-Geräts iPad Pro. So verfügt der Nachfolger des iPad Air 2 nun über ein neues Retina Display mit True Tone Technologie, einen außerordentlich schnellen A9X Chip, eine 12-Megapixel iSight Kamera, eine 5-Megapixel FaceTime HD Kamera, schnelleres WLAN und unterstützt Apple Pencil und Smart Keyboard. Mit 689 Euro für das 32-GB-Modell ist die Einstiegshürde auch etwas niedriger als bei der 12,9-Zoll-Version. Dass das kleine iPad Pro wie von Phil Schiller behauptet, "das ultimative Upgrade für bestehende iPad-Nutzer und Ersatzgerät für PC-Nutzer" sei, darf jedoch bezweifelt werden.
2016 - iPhone SE
Beim iPhone SE (Special Edition) handelt es sich im Großen und Ganzen um ein iPhone 5S mit der Technik eines iPhone 6s. So ist das 4-Zoll-Gerät mit dem 64-Bit-A9 Chip aus iPhone 6s und iPhone 6s Plus ausgestattet, der höhere Geschwindigkeiten, eine längere Batterielaufzeit und schnelleres WLAN verspricht. Außerdem besitzt auch das iPhone SE eine 12-Megapixel iSight-Kamera, die Live Photos und Videos in 4K unterstützt, sowie Touch ID mit Apple Pay.
2015 - iPad Pro
Zeitgleich stellt Apple zudem das iPad Pro vor. Mit dem größten Mitglied der iPad-Familie (12,9 Zoll) will Apple insbesondere Profi-Anwender ansprechen. Deshalb enthält das Zubehörprogramm für das iPad Pro nicht nur einen Stylus - den Apple Pencil - sondern auch eine andockbare Tastatur namens Smart Keyboard.
2015 - iPhone 6S und 6S Plus
Am 9. September 2015 stellt Apple die achte Generation des iPhones vor. Seit dem 25. September sind beide Smartphones auch auf dem deutschen Markt erhältlich. Was Abmessungen und Gewicht angeht, unterscheiden sich iPhone 6S und 6S Plus nur unwesentlich von ihren Vorgängern ohne S-Zusatz. In punkto Technik legt Apple allerdings deutlich nach: die Touchscreens kommen mit höherer Auflösung, der neue A8-Chipsatz ist laut Apple um 25 Prozent fixer als sein Vorgänger im iPhone 6, dabei aber rund 50 Prozent effizienter.
2015 - Apple Watch
Seit dem 24. April 2015 gibt es Apples Smartwatch. Im Gegensatz zur Konkurrenz setzt Apple bei der Bedienung aber nicht auf den Touchscreen alleine, sondern verwendet zusätzlich ein Drehrad, auch bekannt als Krone, wie es zum Aufziehen von mechanischen Uhren benutzt wird. Die Preise der Watch beginnen bei 399 Euro.
2015 - Apple MacBook
Seit April 2015 gibt es das extrem dünne MacBook. Es ist an der wuchtigsten Stelle nur 13,1 Millimeter dick und verfügt mit USB-C nur über einen Anschluss.
2014 - Apple iMac mit Retina 5K Display
Beim neuen iMac 27 Zoll mit Retina 5K Display schraubt Apple die Auflösung des Bildschirms stark nach oben. Bei 5120 x 2880 Bildpunkten bietet das Display die siebenfache Pixelanzahl im Vergleich zu Full HD.
2014 - Apple iPad Air 2
Das neue Tablet ist nicht nur dünner und leistungsfähiger geworden, jetzt gibt es auch Touch ID und eine goldene Variante.
2014 - iPhone 6 und iPhone 6 Plus
Apples Smartphones haben zugelegt: Das iPhone gibt es nun mit 4,7 und 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale.
2013 - Mac Pro
Der Mac Pro erweckt mit seinem futuristischen Design hohe Aufmerksamkeit. Den Markt der professionellen Macs hat Apple die letzten Jahre auch etwas vernachlässigt.
2013 - iPad Air
Die fünfte iPad-Generation mit 9,7-Zoll-Display ist deutlich schlanker und leichter geworden - deshalb auch der Zusatz "Air".
2013 - iPhone 5C
Das lange erwartete "Billig-iPhone" ist dann doch nicht wirklich preisgünstig geworden. Im Prinzip hat Apple das iPhone 5 genommen und in bunte Kunststoffgehäusen neu verpackt.
2013 - iPhone 5S
Beim iPhone 5S hat Apple die Technik deutlich aufgebohrt. So gibt es mit dem A7 den esten 64-Bit-Prozessor im iPhone. Und mit TouchID gibt es einen Fingerprint-Scanner, mit dem sich das iPhone komfortabel entsperren lässt.
2012 - iPad Mini
Das iPhone 5 bietet im Vergleich zum Vorgänger einen größeren Bildschirm und die Funktechnik LTE. Mit dem Betriebssystem iOS 6 ersetzte Apple die bislang fest installierten Google-Karten durch einen eigenen Kartendienst. Doch dieser war an vielen Stellen weniger detailliert und zum Teil auch fehlerhaft – es hagelte Kritik von enttäuschten Nutzern. Apple-CEO Tim Cook entschuldigte sich dafür in einem offenen Brief und entließ den zuständigen Manager Scott Forstall.
2012 - iPhone 5
Das iPhone 5 bietet im Vergleich zum Vorgänger einen größeren Bildschirm und die Funktechnik LTE. Mit dem Betriebssystem iOS 6 ersetzte Apple die bislang fest installierten Google-Karten durch einen eigenen Kartendienst. Doch dieser war an vielen Stellen weniger detailliert und zum Teil auch fehlerhaft – es hagelte Kritik von enttäuschten Nutzern. Apple-CEO Tim Cook entschuldigte sich dafür in einem offenen Brief und entließ den zuständigen Manager Scott Forstall.
2012 - das neue iPad
Das iPad ist neben dem iPhone einer der Garanten für den Erfolg von Apple. Mittlerweile ist die dritte Generation des iPads auf dem Markt. Das neue iPad unterscheidet sich vom iPad 2 vor allem durch das höher auflösende Display (2048 × 1536 Bildpunkte), mehr Rechenleistung und die Datenübertragungstechnik LTE.
2011 - Tim Cook, der neue iChef
Die Nachfolger um den neuen Konzernchef Tim Cook (im Bild) müssen jetzt zeigen, dass sie die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte von Apple fortschreiben können.
2011 - Steve Jobs stirbt
Einer der traurigsten Tage in der Geschichte von Apple: Steve Jobs stirbt am 5. Oktober 2011 im kalifornischen Palo Alto an den Folgen seiner langwierigen Krebserkrankung. Der Tod von Steve Jobs nimmt dem iPhone-Hersteller nicht nur seinen langjährigen Chef und Gründer, sondern auch einen Technik-Visionär und kompromisslosen Perfektionisten. Steve Jobs war Apple, Apple war Steve Jobs.
2010 - iPad
Steve Jobs präsentiert im Januar 2010 den Tablet-Computer iPad. Auch dieses Gerät erweist sich als voller Erfolg.
2008 - MacBook Air
2008 ergänzt Apple seine Produktpalette um das MacBook Air, das leichteste und dünnste Mac-Notebook. Es setzt bis heute Design-Maßstäbe; die neue Gerätekategorie der Ultrabooks ist eine Reaktion darauf.
2002 - Apple Server Xserve
2002 stellt Apple Xserve vor, seine ersten Server für ein 19-Zoll-Rack. Mit dieser Technologie zeigt das Unternehmen, dass es sich nicht nur an Endverbraucher richtet, sondern auch Unternehmen im Blick hat.
2001 - der erste Apple Store
Im Jahr 2001 eröffnet Apple auch sein erstes Einzelhandelsgeschäft (hier der Apple-Store in Hamburg). Mit dem Apple Store wendet sich das Unternehmen direkt an die Verbraucher.
2000 - Mac OS X
Das neue Betriebssystems Mac OS X, das auf der NeXTStep-Software beruht, erweist sich als Basis für weitere Erfolge (hier ein Boxshot von Mac OS X 10.5 Leopard). Es basiert auf Unix und der neuen Bedienoberfläche Aqua. Mac OS X wird in den nachfolgenden Jahren immer weiter überarbeitet und ist mittlerweile bei Version 10.8 angelangt (Mountain Lion); auch das Mobilsystem iOS für iPhone, iPod touch und iPad beruht darauf.
1997 - Finanzspritze von Microsoft
Zur Rettung von Apple schließt Steve Jobs einen Deal mit dem Widersacher Microsoft. Im August 1997 erneuern Apple Computer und Microsoft ihre Zusammenarbeit im Rahmen eines Kooperationsabkommens: Beide Unternehmen lizenzieren gegenseitig ihre Patente, Microsoft kündigt an, sein Office-Paket für den Mac weiterhin zu entwickeln, Apple legt den Internet Explorer 4.0 als Standard-Browser im Macintosh-Betriebssystem fest. Zudem investiert Microsoft als Finanzspritze 150 Millionen US-Dollar in Apple.
1997 - Steve Jobs kehrt zurück
Überraschend übernimmt Apple noch im Dezember 1996 das von Steve Jobs gegründete Unternehmen NeXT für rund 430 Millionen US-Dollar. Das Betriebssystem NeXTStep sollte die Grundlage für die nachfolgende Generation des Apple-Betriebssystems (Mac OS X) werden. Und noch wichtiger: Steve Jobs war zurück. Im September 1997 übernimmt Jobs wieder das Ruder und leitet die Wende ein.
1986 - Pixar & NeXT
Mit dem Geld aus dem Verkauf der Apple-Aktien kauft Steve Jobs 1986 Starwars-Schöpfer George Lucas für zehn Millionen US-Dollar dessen Abteilung für Computergrafik ab, die aus Lucasfilm herausgelöst wird. Das Unternehmen wird später in Pixar umbenannt und erzielt weltweit Erfolge mit Filmen wie Toy Story oder Cars. Parallel gründet Jobs die Computerfirma NeXT.
1984 - Apple Macintosh
Im Jahr 1984 kommt der Apple Macintosh auf den Markt, ein Meilenstein in der Geschichte der Personal Computer. Noch nie war ein Computer so einfach zu bedienen. Und mit 2.495 US-Dollar ist der erste Mac zwar kein Schnäppchen, aber deutlich preiswerter als der Apple Lisa.
1983 - Apple Lisa
Das Modell Lisa (im Bild Lisa II) ist 1983 der erste kommerzielle Rechner von Apple mit grafischen Symbolen, Menüs und Fenstern. Doch der Geschäftserfolg bleibt aus. Der Preis von fast 10.000 US-Dollar ist viel zu hoch, um mit dem preisgünstigeren IBM-PC mithalten zu können.
1980 - Börsengang
Apple Computer geht am 12. Dezember 1980 an die Börse und wird mit 1,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak (hier im Bild) werden damit zu Multimillionären. Nach einem Flugzeugabsturz im Jahr 1981 zieht sich Steve Wozniak schrittweise aus seiner Arbeit bei Apple zurück.
1979 - Xerox
1979 erwirbt Xerox noch vor dem eigentlichen Börsengang Apple-Aktien im Gegenwert von einer Million US-Dollar. Dafür darf Jobs im legendären Forschungszentrum Xerox PARC das Geheimprojekt Alto begutachten, einen Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus. Darauf basiert künftig das Designprinzip der Apple-Rechner.
1977 - Apple II
1977 stellt Apple Computer den Apple II vor. Er kostet 1.298 US-Dollar, akzeptiert einen Fernseher als Bildschirm und ist der erste vollwertige Personal Computer. Der Apple II ist als offenes System konzipiert und hat acht freie Steckplätze für individuelle Erweiterungen. Das Modell entwickelt sich zu einem Kassenschlager, nicht zuletzt durch das Programm VisiCalc, der ersten Tabellenkalkulation für einen Mikrocomputer.
Der erste Apple-Computer
In einer Garage entwickeln und produzieren Steve Jobs und Steve Wozniak die erste funktionstüchtige PC-Platine, den Apple I. Der Apple I wird als Bausatz zu einem Preis von 666,66 US-Dollar angeboten. Die fertig bestückte Platine muss vom Händler oder Besitzer zusammengesetzt werden. Als Zubehör gab es ein Netzteil, eine Tastatur, einen Bildschirm und ein Gehäuse.
Das Apple-Logo
Ron Wayne, der dritte Apple-Gründer, entwirft das erste Apple-Logo, das Sir Isaac Newton unter einem Apfelbaum darstellt. Die Zeichnung im Stile eines barocken Kupferstichs spielt auf die Entdeckung der Schwerkraft mithilfe eines Apfels an. Der Entwurf wird jedoch schnell wieder verworfen und durch das berühmte Regenfarben-Logo ersetzt.
Das endgültige Apple-Logo
Das heute bekannte Logo von Apple mit dem angebissenen Apfel. Es geht wohl auf eine Verkaufsanzeige für das erste Produkt zurück, den Apple I, den das Unternehmen mit dem Slogan „Byte into an Apple“ bewarb.
1976 - Gründung von Apple Computer
Gemeinsam mit Steve Wozniak und Ronald Wayne gründet Steve Jobs am 1. April 1976 Apple Computer. Startkapital ist der Erlös von Steve Jobs VW Bulli (1500 US-Dollar) und Steve Wozniaks Taschenrechner (250 Dollar).