Die IoT-Strategie von Acer

Vom Digital Signage zum Smart Retail

02.01.2017 von Jürgen  Hill
Auf ein spezielles Segment konzentriert sich Acer mit seiner IoT-Strategie: Der Hersteller adressiert speziell das Thema Smart Retail.
Unter dem Label Being Retail will Acer den Handel digitalisieren.
Foto: Studio623 - shutterstock.com

Acer, für viele hierzulande lediglich ein Hersteller von Commodity-PCs, will im Handel mit eigenen IoT-Lösungen punkten. Seine Lösungen fasst das Unternehmen unter dem Label "Being Retail" zusammen. Noch Zukunftsmusik sind hierzulande IoT-Lösungen im Bereich "Smart Medical", in dem sich Acer in Asien bereits stark engagiert.

Apropos Asien, dort zählt das Unternehmen eher zu den großen Playern. Dadurch erscheint auch seine Rolle als ernsthafter Anbieter von IoT-Lösungen glaubhafter. So betreibt das Unternehmen laut eigenen Angaben in Taipeh das größte Rechenzentrum Asiens und ist dabei Hoster für etliche chinesische Banken. Ferner hoste man etwa das Angebot von Google Asien.

Acer als IoT-Plattformanbieter

Die Hardware des IoT Starter Kits CloudProfessor.
Foto: Acer

Vor diesem Hintergrund ist man bei Acer davon überzeugt, das nötige Know-how zu haben, um beim Thema IoT mitzuspielen - zumal das Unternehmen von der Thing-Seite her komme. Dabei wird die Company nicht müde, zu betonen, dass sie im Gegensatz zu anderen Playern nicht nur Infrastruktur vermarkte, sondern Packages schnüre. Zudem komme man von der Things-Seite.

Sieht so die Zukunft des Handels aus? Ein Media Markt als Digital Store in Barcelona.
Digital Store
Ein Roboter ermöglicht die 24-Stunden-Abholung von Online-Bestellungen.
Digital Store
Der Digital Store von außen.
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Statt Kassen gibt es multifunktionale Counter mit angeschlossenem Warenlager.
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Kinder können sich kreativ auf Touchscreen-Bildschirmen austoben.
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Virtual Reality und neue Gaming-Anwendungen werden in dem Store in einem speziellen Bereich präsentiert.
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Die Social Wall im Digital Store.
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Statt Warendruck gibt es in dem Digital Store groflächige Screens.
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Beratung spielt eine große Rolle - egal ob Face-toFace oder als Schulung.

Gleichzeitig wird betont, dass Acer keinerlei Interesse an den Daten der Kunden habe, sondern nur die Plattform zu Verfügung stellt. Allerdings ist hier Vertrauen gefragt, denn in Deutschland betreibt Acer kein eigenes Rechenzentrum, sondern setzt auf Partner wie QSC, Microsoft oder Amazon, um nur einige zu nennen. Letztlich wolle man eine Plattform mit den entsprechenden Schnittstellen zu anderen Systemen bereitstellen.

IoT im Retail

Eine Toolbox erlaubt die visuelle Erstellung erster IoT-Anwendungen.
Foto: Acer

Ein IoT-Package propagiert Acer unter der Bezeichnung Digital Signage. Hier offeriert der asiatische Hersteller, vom Content abgesehen, alles zur Realisierung einer intelligenten, digitalen Anzeigelösung. Dazu zählen etwa Templates, ein Content Management System sowie ein Dashboard, um etwa ein Digital-Signage-Netzwerk zu verwalten. Mit Blickrichtung Smart Retail vermarktet Acer des Weiteren das Package Video Analytics. Dieses soll den Handel dabei unterstützen, das Kundenverhalten im Ladengeschäft zu analysieren, um so den Verkauf zu optimieren.

Als Kameras können hierzu beispielsweise bereits vorhandene Sicherheitskameras verwendet werden. Anhand der Videos kann dann durch die Software beispielsweise die Besucherzahl ermittelt werden. Ein Tool zum Audience Profiling analysiert die Gesichter und erkennt Alter, Geschlecht und die Stimmung der Kunden. Ebenso ist es möglich, festzuhalten, welche Aufmerksamkeit die Kunden bestimmten Produkten widmen. Ferner lassen sich mit Video Analytics die Hotspots eines Geschäfts herausfinden - also Stellen an denen sich besonders viele Kunden aufhalten. Ebenso erfasst die Software, welchen Weg die Kunden einschlagen. Alle diese Informationen sollen dem Handel dabei helfen, die Verkaufsfläche optimal zu nutzen.

Wie Smart Retail dann in letzter Konsequenz aussehen kann, zeigt ein Media Markt in Barcelona, der als Digital Store konzipiert ist. Auffallend dabei ist, dass es bis auf wenige Ausnahmen, in dem Laden keine ausgestellten Produkte mehr gibt. Die Waren werden über große Monitorwände digital präsentiert. Speziell ausgebildete Berater führen die Kunden durch das virtuelle Sortiment und stehen sowohl für individuelle Beratungstermine wie auch für Schulungen von Kleingruppen zur Verfügung. Vorbestellte Ware legt ein Roboter in die entsprechenden Abholfächer.

Der CloudProfessor

Für Anwender, die selbst erste Erfahrungen mit IoT sammeln wollen, hat Acer noch den IoT Starter Kit CloudProfessor im Programm. Das Kit kombiniert Hardware, Software sowie Cloud und erinnert etwas an die Kosmos Elektronik-Experimentierbaukästen. Der Baukasten selbst enthält neben Arduino Shield und Leonardo verschiedene Module mit Sensoren für Licht, Temperatur etc. sowie die Blocky Visual Toolbox. Dieses grafische Interface soll es IoT-Einsteigern besonders einfach machen, erste Apps mit Sensoren etc. zu programmieren.