IT-Strategietage 2014

Welche Innovationen den Audi-CIO antreiben

17.12.2013 von Horst Ellermann
Die Hamburger IT-Strategietage am 13. und 14 Februar stehen 2014 unter dem Motto "Innovation drives Business". CIO Mattias Ulbrich von Audi fand das gerade passend. Innovation ist sein Lieblingsthema. Hier nennt er die Trends, die seine Branche umtreiben.
Mattias Ulbrich CIO von Audi: "Mit dem pilotierten Fahren bis zu 50 Stundenkilometer haben wir dieses Jahr etwas gezeigt, was unsere Branche grundlegend verändern wird."
Foto: Audi AG

CIO.de: Welche Innovationen treiben Sie um?

Mattias Ulbrich: Da gibt es mehrere. Mit dem pilotierten Einparken und dem pilotierten Fahren bis zu 50 Stundenkilometer haben wir dieses Jahr zum Beispiel auf der CES (Consumer Electronics Show, Anm. d. Red.) in Las Vegas etwas gezeigt, was unsere Branche grundlegend verändern wird. Die amerikanische Zeitschrift MIT Technology Review hat uns dafür in die Liste der 50 innovativsten Unternehmen der Welt aufgenommen.

CIO.de: So etwas präsentieren Sie auf der CES?

Mattias Ulbrich: Ja, unbedingt. Herr Stadler (Vorstandsvorsitzender von Audi, Anm. d. Red.) wird dort nächstes Jahr auch die große Eröffnungsrede halten.

CIO.de: Google und IBM bauen auch an eigenen Fahrzeuglösungen. Wenn Sie so Dinge wie pilotiertes Fahren und vernetzte Autos mit IT-Anbietern diskutieren, kommt da manchmal die Frage auf: Wem gehören eigentlich die Daten?

Mattias Ulbrich: Die Daten gehören in erster Linie unseren Kunden. Wir nutzen die Informationen, um ihnen einen Mehrwert zu bieten.

CIO.de: Wenn die Vernetzung von Autos verschiedener Marken weiter voranschreitet, könnten dann Marktfremde wie IBM im Automobilsektor Land gewinnen?

Mattias Ulbrich: Wir arbeiten ja heute schon eng mit Partnern aus der ITK-Welt zusammen. Gleichzeitig konzentrieren wir uns auf Kooperationen im Volkswagen-Konzern. Volkswagen produziert jetzt schon mehr als neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Die sind noch nicht alle vernetzt, aber der Anteil steigt kontinuierlich.

CIO.de: IT und Business wachsen zusammen?

Mattias Ulbrich: Das ist für uns ein wichtiges Thema.

Deutschlands erster virtueller Audi-Showroom eröffnet 2014 in Berlin.
Foto: Audi AG

CIO.de: An welchen Stellen kommt die interne IT ins Spiel, wenn es um Innovationen geht?

Mattias Ulbrich: Ich weiß nicht, ob Sie unsere virtuellen Showrooms kennen? An unseren Audi-City-Standorten kann der Kunde schon heute sein Traumauto auf großen Bildschirmen bis ins letzte Detail konfigurieren. Wie die Auswahl an Farben, Sitzen oder Armaturen tatsächlich in einem Fahrzeug aussieht und wie die gewünschte Motorisierung klingt, das können wir bereits virtuell darstellen. Das wird immer wichtiger, denn die Händler können die vielen Modelle in ihren verschiedenen Ausstattungen nicht alle vorhalten. In Großstädten wie London und Peking haben wir diese virtuellen Showrooms schon. Anfang 2014 werden wir auch eine Audi City in Berlin eröffnen.

CIO.de: Ist die interne IT auch daran beteiligt, die vielen Modelle mit ihren Sonderausstattungen zu produzieren?

Mattias Ulbrich: Die IT spielt auch in der Produktion eine wichtige Rolle. Wir reduzieren die Komplexität mit einer elektronischen Wagenbegleitkarte. Dafür hängen in der Produktion und auch in der Logistik große Monitore, die den Mitarbeitern zeigen, welche Arbeitsschritte anstehen und welche Bauteile sie berücksichtigen müssen.

CIO.de: Die elektronische Wagenbegleitkarte ist aber nicht neu.

Mattias Ulbrich: Aber die integrierte elektronische Wagenbegleitkarte ist neu. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, wie das funktioniert: Der Mitarbeiter stellt beim Einbau fest, dass die Antenne defekt ist. Die Antenne hat nun aber die Farbe des Autos, und er darf nicht irgendeine andere dort einbauen. Mit der integrierten Wagenbegleitkarte kann er jetzt an die Produktionsleitung zurückspielen, dass da später noch etwas nachgeholt werden muss.

CIO.de: Wir sind gespannt. Werden Sie uns die Wagenbegleitkarte auch in Hamburg vorstellen?

Mattias Ulbrich: Die enge Zusammenarbeit von IT und Produktion wird sicher ein Thema sein. Ich werde aber auch über Innovationen in der Kommunikation sprechen. Audi wird immer internationaler. Wir wachsen in China und bauen gerade ein neues Werk in Mexiko. Dafür bedarf es einer innovativen Enterprise-2.0-Lösung inklusive eines fortschrittlichen Wissens-Managements.

Audi-CIO Mattias Ulbrich spricht auf den Hamburger Strategietagen über IT in der Produktion.
Foto: cio.de

CIO.de: Knowledge -Management klingt aber nicht innovativ.

Mattias Ulbrich: Ich werde Ihnen in Hamburg unsere Lösung vorstellen. Die ist recht pfiffig. Wir verfolgen einen integrierten Ansatz. Mitarbeiter sehen auf einen Blick, welche Projekte gerade laufen und was im Audi-Social-Web los ist.

CIO.de: Wer sind die Anbieter?

Mattias Ulbrich: Freut mich, dass ich Sie neugierig gemacht habe. Die Details stelle ich Ihnen dann in Hamburg vor.

Die Unternehmenszahlen von Audi

Unternehmen

Audi

Hauptsitz

Ingolstadt

Umsatz

48.771 Millionen Euro (für 2012)

Mitarbeiter

67.231 Durchschnitt (für 2012)

IT-Kennzahlen

IT-Mitarbeiter

circa 840 (im Audi-Konzern)

IT-Benutzer

mehr als 70.000

CIO

Mattias Ulbrich