Umzug ins Rechenzentrum

Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Data Centers

24.02.2015 von Martin Ortgies
Der Aufwand, eine eigene IT-Infrastruktur bestehend aus Servern, TK-Anlagen, Security und qualifizierten Administratoren zu betreiben, ist immens und komplex. Viele Unternehmen entscheiden sich deshalb für ein externes Data Center. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Für Dienste-Anbieter und Systemhäuser werden die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Sicherheit von Netzen und Anwendungen immer sicherheitskritischer. Gleichzeitig wird der Aufwand für den Betrieb eigener Infrastrukturen mit Servern, TK-Anlagen, IT-Security-Architekturen und qualifizierten Mitarbeitern immer größer. Viele Unternehmen haben sich deshalb für ein externes Datacenter entschieden. NetTask, ein Anbieter von Cloud-Services, benennt in diesem Anwenderbericht die wichtigsten Anforderungen und warum ein Datacenter wirtschaftlicher und zudem sicherer ist.

Die NetTask GmbH, ein junges Unternehmen im sächsischen Hohenstein-Ernstthal, entwickelt unternehmensorientierte "Cloud Services". Sie ermöglichen Geschäftskunden im europäischen Wirtschaftsraum "ein Büro, das zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar ist", so Marco Rutzke, Managing Partner bei NetTask.

"Wir verlagern mit unseren Cloud Services die gesamte Office-Umgebung unserer Kunden einfach in die Cloud. Das macht die Kommunikation effizienter, ermöglicht neue Dienste ohne eigene Investitionen und verringert so die Kosten." Die Cloud-Dienste umfassen Telefonie-, Konferenz- und Zusammenarbeits-Funktionen, Instant Messaging (Chat) oder stellen über das Internet eine professionelle Telefonanlage zur Verfügung.

Data Center
8 Trends bei Servern und Data Center
Forrester erwartet für die nächste Zeit Bewegung im Server- und Rechenzentrums-Markt - darunter neue x6 CPU-Angebote und Druck, den Energieverbrauch zu senken.
1. Nächster größerer x86-Server-Zyklus:
Gegen Ende des Jahres rechnet Fichera mit dem einflussreichsten Ereignis: der nächsten Generation an CPUs und Servern, die auf der Ivy Bridge-Architektur von Intel basieren. Es werde zunächst eine Überlappung mit den derzeitigen E5 CPUs geben. Die neuen E7 CPUs hingegen machten voraussichtlich einen Sprung hin zu einer neuen Architektur und einem 22 nm-Prozess. Forrester prognostiziert, dass dabei ein Teil der Ressourcen für eingebaute Beschleuniger wie Kryptographie und Virtual Machine Acceleration sowie in zusätzliche Sicherheitsfeatures, die bereits von anderen Ivy-Bridge-Chips bekannt sind, verwendet werden.
2. Entschleunigung bei den ARM-Servern:
Der ARM-Gegenpol Cortex A53/A57 werde vermutlich erst Ende des Jahres erhältlich sein, die ersten Systeme sogar erst im kommenden Jahr. Für einen Schub sorgten immerhin die Aktivitäten vom AMD, das eine ARM-Architektur-Lizenz angeschafft und SeaMicro übernommen hat.
3. Auch AMD bleibt Nischenspieler:
Wenn AMDs neue Piledriver-CPUs die Vorgänger der Bulldozer-Serie nicht mehr als deutlich übertreffen, tut sich dieser Anbieter laut Forrester im Mainstream-Server-Geschäft schwer. Es verbleibt die Nische der hohen Taktfrequenz bei geringer Power und niedrigem Preis. Unbekannte in dieser Kalkulation bleiben laut Studie vorerst das erwähnte neue ARM-Standbein und die integrierte CPU/GPU-Technologie für Laptop- und Desktop-Produkte.
4. Hybrid Scalar/GPU wird Mainstream:
Nach den ersten Erfolgen von Nvidia und AMD im GPU-Segment mischt Intel hier seit 2012 mit dem Intel Xeon Phi mit. In Sachen Performance hinkt man laut Forrester zwar hinterher, aber der Trumpf ist die Kompatibilität mit x86-Codes. Dieses Scharnier lässt die GPU-Technologie nun wirklich im Mainstream ankommen, insbesondere in der hybriden System-Form mit x86- und GPU-Prozessoren.
5. Konvergente Infrastrukturen entwickeln sich weiter:
Alle Anbieter haben die neue Intel-Technologie in ihr Portfolio an Blade Servern und Converged Infrastructures (CIs) aufgenommen. Laut Forrester wird nach IBMs PureSystems-Produktlinie in diesem Jahr HP im Blade-Bereich nachziehen. Schneller voran soll es aber vor allem auch bei den Storage-zentrierten CIs gehen, die teilweise für virtualisierte Umgebungen optimiert werden, teilweise zur Basis-Technologie für die Private Cloud getrimmt werden. Forrester nennt hierzu als Beispiele die teilweise modularen Angebote von Nutanix, SimplVity und HDS.
6. Mehr DCIM-Lösungen:
Der Anspruch von DCIM-Lösungen ist es, die physische Umwelt im Rechenzentrum ganzheitlich zu erfassen und Zukunftsszenarien fassbar zu machen. Forrester macht Schneider und Emerson als vorerst wichtigste Anbieter aus und nennt einige grundlegende Funktionen für DCIM-Software: Inventory & Discovery, eine fortlaufende Sammlung von Daten, konsolidiertes Display, Trend-Analyse und Modell-Lösungen für die Implementierung.
7. Fortschritte beim modularen Rechenzentrum:
Die herausragenden Vorzüge modularer Rechenzentren bleiben laut Studie vorerst bestehen. Erstens sind sie etwas günstiger als konventionelle Data Center, zweitens sehr viel schneller zu erwerben. Die Hülle gibt es in der Regel binnen sechs bis zwölf Wochen. In höchstens zwei Jahren sollte auch die Infrastruktur eines klassischen Rechenzentrums installiert sein.
8. SDDC gewinnt an Bedeutung:
Das Software-Defined Data Center (SDDC), ursprünglich von VMWare propagiert, gewinnt laut Studie als Organisationskonzept für komplexe virtualisierte Infrastrukturen an Gewicht. Bereitgestellt werde eine komplett Software-basierte Abstraktion des Rechenzentrums, die alle Server, Speicherkapazitäten und Netzwerke beinhalte.

Zu den Kunden zählen die Innovationsführer ihrer jeweiligen Branche, berichtet der CEO. Sie erwarten Dienste in größtmöglicher Qualität. Sie müssen jederzeit reibungslos zur Verfügung stehen, den deutschen Datenschutzanforderungen entsprechen und komplett sicher sein. Das setzt eine besonders abgesicherte Infrastruktur in einem Hochleistungs-Rechenzentrum voraus. Hier vertraut NetTask auf die Datacenter-Leistungen von envia TEL.

Anforderungen an ein professionelles Datacenter

"NetTask ist ein Dienste- und kein Infrastruktur-Provider. Das heißt, es wäre für uns absolut ineffektiv, den relativ großen Aufwand für eine hochverfügbare und sichere Infrastruktur selbst zu betreiben", begründet der CEO von NetTask die Zusammenarbeit mit einem externen Partner.

Der Aufwand für Datensicherheit, Redundanzkonzepte, Klimatisierung, unterbrechungsfreie Stromversorgung oder moderne Brandschutzlösungen sei für kleine und mittelständische Unternehmen viel zu hoch. Aus seiner Sicht kann sich ein Anbieter wie envia TEL eine viel bessere Ausstattung mit mehr qualifiziertem Personal leisten, weil sich der Aufwand für diese Infrastruktur auf mehrere Kunden verteilen lässt.

"Wir verlagern mit unseren Cloud Services die gesamte Office-Umgebung unserer Kunden einfach in die Cloud. Das erfordere eine besonders abgesicherte Infrastruktur in einem Hochleistungs-Rechenzentrum", berichtet Marco Rutzke, Managing Partner bei NetTask.
Foto: NetTask

Das Unternehmen hatte vor seiner Entscheidung für envia TEL mehrere Anbieter am Markt verglichen. Die wichtigsten Anforderungen:

Nähe zum Datacenter: Für das Unternehmen ist es wichtig, mit eigenen Technikern jederzeit schnell im Datacenter sein zu können. Für den Betreiber envia TEL ist das kein Problem. Durch die direkte Nähe und den persönlichen Kontakt entsteht aus Sicht des CEO eine viel intensivere Geschäftsbeziehung, als dies bei anonymen großen Providern möglich ist. Daraus ergeben sich kurze und schnelle Entscheidungswege. Wenn der NetTask-Techniker mit dem Service-Techniker von envia TEL die Lösung für ein technisches Problem besprochen habe, werde dies intern direkt an den Vertrieb gegeben und sichere eine schnelle und unbürokratische Umsetzung.

Hosting in Deutschland: Das professionelle, sichere und datenschutzkonforme Hosting in Deutschland (deHOSTED) ist für NetTask eine Grundvoraussetzung, da dies von vielen Kunden aus Sicherheitsgründen erwartet wird. Dazu gehört, dass an einem Anbieter keine amerikanischen Gesellschaften beteiligt sind. Außerdem konnte envia TEL durch die Erfahrungen mit zahlreichen öffentlichen Vertragspartnern bereits Unterlagen wie Zertifizierungen, Sicherheitskonzepte und Datenschutznachweise zur Verfügung stellen.

Schnelle Anbindung des Datacenters: Der direkte Datenaustausch (Peering) zu allen großen nationalen und internationalen Providern und zum DE-CIX, dem weltweit größten Internet-Knoten in Frankfurt am Main, sind besonders für zeitkritische Anwendungen sehr wichtig. Marco Rutzke erläutert das am Beispiel: Ein erfreuter Kunde habe berichtet, dass die Stabilität und Qualität seiner Videokonferenzen nach Thailand über NetTask deutlich besser sei als bei dem bisherigen Anbieter.

Der CEO führt das mit auf die bessere Infrastruktur von envia TEL zurück. Da nur Geschäftskunden betreut werden, sei das Netz deutlich stabiler und es gebe geringere Verzögerungen (Latenzzeiten), während die Netze anderer Anbieter durch Streaming-Dienste und YouTube-Videos für Privatkunden stark beansprucht würden.

Zertifizierte Sicherheit und normierte Prozesse: "Das Managementsystem der envia TEL ist nach dem internationalen Sicherheitsstandard ISO 27001 sowie nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 zertifiziert. Die Data Center verfügen über hohe Ausstattungsstandards, wie moderne Sicherheits- und Brandschutztechnik, sowie über ein ausgeklügeltes Redundanzkonzept", vergibt Marco Rutzke eine gute Bewertung. Als Premium SLA-Kunde hat das Unternehmen darüber hinaus vertraglich garantierte Hochverfügbarkeits- und Serviceleistungen, die bei Störungen eine Reaktionszeit von wenigen Minuten zusichern.

Eigene Technik im externen Rechenzentrum

"Trotz der Auslagerung in das Datacenter von envia TEL wollten wir unsere eigene Rechentechnik einsetzen und diese auch jederzeit durch unseren eigenen Mitarbeiter administrieren", ergänzt Marco Rutzke. Er vergleicht das mit einer Einliegerwohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die Auswahl der Möbel und was in der Wohnung passiert, sollte unter eigener Kontrolle bleiben. Um das Drumherum, wie Heizung, Licht, Müllabfuhr oder die Treppenhausreinigung, muss sich der Hausbesitzer kümmern. Server, Storage, Switche oder Firewall gehören NetTask und sind als abgeschlossene Einheit in einem individuellen Technikschrank im Datacenter untergebracht.

Marco Rutzke, NetTask: "Es wäre für uns absolut ineffektiv, den relativ großen Aufwand für eine hochverfügbare und sichere Infrastruktur selbst zu betreiben", begründet Marco Rutzke, Managing Partner bei NetTask, die Entscheidung für das Datacenter von envia TEL.
Foto: NetTask

Der CEO von NetTask verweist hier auch auf die Sicherheit der Stromversorgung. "Die Energieerzeugung und Verteilung in Deutschland ist stark im Umbruch. Sollte bei uns der Strom ausfallen, erwarten unsere Kunden beispielsweise in Großbritannien trotzdem einen zuverlässigen Service." Da envia TEL eine Tochtergesellschaft des Energiedienstleisters enviaM ist, wird die Stromversorgung der Datacenter direkt vom Energiedienstleister überwacht. Bei Netzausfällen kann daher mit hoher Priorität gehandelt werden, was wiederum die Sicherheit der Rechenzentren erhöht.

Die enge Verbindung zum Energieversorger zeige sich auch bei den Kosten für die Energiedienstleistung, die im Wettbewerbsvergleich geringer seien. Dazu trage auch das effiziente Klimatisierungskonzept mit Kaltluft-Zirkulation über dem Doppelboden und Serverschränke mit Kalt-/Warmgang-Klimatisierung bei.

Probleme und Herausforderungen

Auf die typischen Herausforderungen und Konflikte bei IT-Projekten angesprochen, nennt der CEO die Erfahrungen mit der Neuanbindung des eigenen Unternehmensstandorts. Bisher war die Zentrale mit mehreren Kupfer-Doppeladern angebunden. Um die Bandbreite zu erhöhen, wurde envia TEL mit dem Anschluss über mehrere Glasfasern beauftragt.

Mit dem Provider wurde für die notwendigen internen Umstellungen und Routings eine 14-tägige Übergangszeit vereinbart, in der sowohl die alten als auch die neuen Anschlüsse aktiv waren. Am vereinbarten Stichtag erfolgte aus dem Network Operation Center von envia TEL ein Anruf, dass die Umschaltung jetzt erfolgen und die internen Ports umgesteckt werden könnten. "Die Unterbrechung dauerte nur drei bis vier Minuten. Die Zusammenarbeit war sehr gut und wir hatten bei Problemen zu jeder Zeit einen kompetenten Ansprechpartner", erläutert der CEO.

Vergleichbare Erfahrungen hatte man auch bei einem Umzug innerhalb des Rechenzentrums gemacht, als der bisherige Platz zu klein geworden war. Zum Zeitpunkt des Umzugs war am neuen Standort bereits alles vorbereitet. Die Kapazitäten im redundanten Ausweich-Datacenter wurden während des Umzugs aktiv geschaltet, um den Betrieb unterbrechungsfrei weiterlaufen zu lassen. Nach dem Umzug wurde die Anbindung wieder erfolgreich zurückverlagert.

Datacenter envia TEL: Das professionelle, sichere und datenschutzkonforme Hosting von envia TEL in Deutschland (deHOSTED) ist für NetTask eine Grundvoraussetzung, da dies von vielen Kunden aus Sicherheitsgründen erwartet wird.
Foto: envia TEL

Fazit

Als Fazit nennt Marco Rutzke nochmals die aus Sicht eines Dienste-Anbieters wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Datacenter: "Für uns sind die Netzqualität, die Energieanbindung, die Standortnähe, die Zertifizierungen als deutscher Anbieter und die kurzen Entscheidungswege ausschlaggebend." Nach seinen Erfahrungen entscheidet aber auch die Art der Zusammenarbeit über die Qualität der Ergebnisse. "Wir bekommen von den Mitarbeitern im Datacenter durch ihr Verhalten und ihr Engagement das Gefühl vermittelt, dass wir ein gemeinsames Team sind. Das ist bei einem anonymen Anbieter beispielsweise in Frankfurt kaum zu erwarten."