Beurteilung von Führungskräften

Bewertungsgespräche werden wieder wichtiger

23. Februar 2004
Von Patrick Goltzsch
Deutsche Unternehmen setzen überwiegend auf systematische Beurteilungsverfahren, um die Stärken und Schwächen künftiger Führungskräfte zu beurteilen. Das ergab jetzt eine Studie von Kienbaum Management Consultants.

Der Kienbaum-Studie zufolge setzen 60 Prozent aller befragten Unternehmen auf ein strukturiertes Beurteilungsverfahren, wenn es darum geht, leitende Stellen zu besetzen. Auf der mittleren Ebene überwiegen dabei mit 83 Prozent Beurteilungen durch Vorgesetzte sowie Beurteilungsgespräche. In den höheren Etagen ziehen 41 Prozent der Unternehmen jedoch vertrauliche Verfahren wie Audit und strukturierte Interviews vor.

Zunehmende Bedeutung bei der Beurteilung kommt dem 360 Grad Feedback zu. Hierbei werden die Ansichten von Vorgesetzten, gleichgestellten Kollegen, Kunden oder Mitarbeitern anonym erhoben und den Aspiranten als Rückmeldung zur bisherigen Arbeit zur Verfügung gestellt.

Die eher unsichere wirtschaftliche Lage sorgt für eine deutliche Betonung der Kosten-Nutzen-Relation der verschiedenen Verfahren. Daher geben die meisten Unternehmen mit 85 bzw. 80 Prozent dem strukturierten Interview und der Beurteilung durch Vorgesetzte den Vorzug. Assessment Center mit 78 Prozent und 360° Feedback mit 67 Prozent schneiden trotz des höheren Aufwands recht gut ab.

Fast alle Unternehmen (96 Prozent) wollen durch Beurteilungsverfahren, ihre Mitarbeiter in Personalentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen einbinden. Auch umfassende Förderprogramme (76 Prozent) und Einstellungen von geeigneten Kandidaten (64 Prozent) gelten als relevante Motivationsfaktoren.

Für die Studie befragte Kienbaum über 303 Personalverantwortliche aus Großunternehmen und mittelständischen Unternehmen.

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