Nearshore

Osteuropa in Zahlen

30. September 2005
Von Marita Vogel
Niedrige Lohnkosten und in der Regel gute Deutsch- und Englischkenntnisse verbinden die Staaten aus dem Osten. Die wichtigsten Wirtschaftsdaten, Stärken und Schwächen der Nearshore-Länder, Übersicht über sämtliche Anbieter.
Der Markt für Nearshore-Services in Osteuropa expandiert weiter.
Der Markt für Nearshore-Services in Osteuropa expandiert weiter.



Rumänien
BIP*: 2,4
Vorteile:
- niedrige Lohnkosten, da noch nicht EU-Mitgliedsstaat
- gute Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch
- gute steuerliche Bedingungen (Einheitssteuersatz 16 %, keine Gewerbesteuer)
Nachteile:
- noch relativ wenig hochqualifiziertes IT-Personal
- Schwächen bei rechtlichen Regelungen (wie DatenschutzDatenschutz, Informationsfreiheit)
- Relativ wenig Fortbildungsangebote für IT’ler
- hohe Inflationsrate Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Unternehmen:
- Infopulse
- Rumanian Datasoft (RDS)
- Softwin Consulting
- Software ITC

Polen:
BIP*: 5,1

Vorteile:
- stabile rechtliche Strukturen durch EU-Mitgliedschaft
- in jungen Unternehmen bereits westeuropäische Standards implementiert
- gute deutsche und englische Sprachkenntnisse
- knapp 40.000 Informatik-Absolventen jährlich

Nachteile:
- Lohnkostensteigerung zu erwarten

Firmen:
- Com Arch (auch deutschspr)
- Q-Log (deutschsprachig)
- Prokom
- ComputerLand
- Biatel

Tschechien:
BIP*: 8,4

Vorteile:
- hohes Bildungsniveau
- gute Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch
- Datenschutz regchtlich gesichert

Nachteile:
- Preissteigerungen zu erwarten
- mit 14.000 IT-Absolventen recht wenig Nachwuchs

Unternehmen:
- Eurasoft (deutschsprachig)
- Varias CZ a.s.
- Ness
- Tempest Professional
- Mibcon
- Medium Soft
- CN Resources International (CZ)
- IBA IT Group (IBM-Spin-Off, mit NL in D: http://www.iba-it-de.com)

Ungarn:
BIP*: 7,9

Vorteile :
- niedrige Lohnkosten
- hohe Qualifikation der Arbeitskräfte
- deutsche Sprachkenntnisse

Nachteile:
- relativ schwache wirtschaftliche Stabilität
- Semkung von steuerlichen Vergünstigungen durch EU-Beitritt
- Abwanderung IT-Fachkräfte in lohnstärkere Länder, mit 10.000 IT-Absolventen wenig Nachwuchs

Firmen:
- Gamaxcom (deutschsprachig)
- Satyam
- Tata Consulting
- Ehrlich & Littner (klein, deutschsprachig)
- EDS


Baltische Staaten:
BIP* Lettland: 4,8
BIP* Litauen: 5,2
BIP* Estland: 6,6

Vorteile:
- starke westliche Orientierung
- kulturelle Nähe
Nachteile:
- kleines IT-Mitarbeiterpotenzial, wenig Nachwuchs

Firmen:
- MicroLink, Estland
- Dati a/s, Lettland (deutschsprachig)
- Alna, Litauen

Bulgarien
BIP*: 2,5

Vorteile:
- längerfristiger Kostenvorteil wegen Nicht-EU-Mitgliedschaft

Nachteil:
- Rechtsunsicherheit
- Noch schwache Infrastruktur

Firmen:
- Sciant (ehemals Wizcom)
- Sirma Group
- Team-Vision


Slowakei
BIP*: 6,2

Vorteile:
- günstige Steuersituation
- niedriges Preisniveau; weitere Preisvorteile möglich durch viele kleine Dienstleister (starke Konkurrenz)

Nachteile:
- hohe Inflationsrate
- geringe deutsche Sprachkenntnisse

Firmen:
- Business Global Systems (BGS)
- Tempest Limited

Russland:
BIP*: 1,7 (2003)

Vorteile:
- hohe Anzahl Informatiker (rund 200.000 IT-Absolventen p.a.)
- gute Ausbildungsstandards
- sehr niedriges Preisniveau

Nachteil:
- Unsicherheiten im Rechtssystem
- Kaum deutsche Sprachkenntnisse

Firmen:
- IBS
- AurigaI
- Fort-Ross
- Luxsoft

* Bruttoinlandsprodukt/Einwohner, 2004, in 1000 $