IT-Branche in USA vor Personalfluktuation

Steigende Gehälter, abwandernde Spezialisten

15. Oktober 2004
Von Detlef Scholz
Die Gehälter des IT-Personals in den USA werden in den nächsten drei Jahren um 10 bis 15 Prozent steigen. Ihr Anteil am gesamten IT-Budget beträgt dann 55 Prozent. Das sagt eine Studie der Metagroup.

Gemäß den Analysten führt die wirtschaftliche Verbesserung in den nächsten zwölf Monaten dazu, dass IT-Beschäftigte verstärkt nach Jobs bei der Konkurrenz Ausschau halten. CIOs seien daher gut beraten, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zähle verstärkte Aufmerksamkeit gegenüber den Mitarbeitern in Form von Motivationsprogrammen und Leistungsanreizen. Auch Anwerbemethoden sollten vorsichtshalber ausgearbeitet werden.

Nach einer langen Durststrecke dürfen IT-Mitarbeiter in den USA wieder mit Gehaltserhöhungen rechnen.
Nach einer langen Durststrecke dürfen IT-Mitarbeiter in den USA wieder mit Gehaltserhöhungen rechnen.

Die Analysten raten zum Implementieren einer modernen HR-Strategie, die auf das Management der Personal-Ressourcen abzielt und innovative Programme zum Halten der Mitarbeiter einschließt. In diesem Feld sei die IT historisch eher reaktiv denn vorsorgeorientiert gewesen, so die Metagroup.

Um die Mitarbeiter zu halten, sollten die Arbeitsregelungen flexibel gestaltet werden.
Um die Mitarbeiter zu halten, sollten die Arbeitsregelungen flexibel gestaltet werden.

Die kritische Schwelle der Personalfluktuation liege bei vier bis sechs Prozent. Um darunter zu bleiben, muss die IT-Abteilung innovative Personalstrategien einführen. Dazu gehören flexiblere Arbeitsregeln wie Job-Sharing und das Ermöglichen von Telearbeit von daheim. Die Personalfluktuation plage die IT-Branche seit langem, so die Marktforscher. Besonders Mitarbeiter mit dringend benötigten Fähigkeiten in der Anwendungsentwicklung, in Sicherheitsapplikationen und in der Netzwerk-Verwaltung würden sich schnell einen neuen Arbeitgeber suchen.

Gemäß der Untersuchung sagten 24 Prozent der befragten Verantwortlichen, dass IT-Profis aus dem Bereich Anwendungsentwicklung am schwierigsten zu halten seien. Eine hohe Fluktuation haben auch Netzwerk- und Sicherheitsspezialisten. Für 13 Prozent der Umfrageteilnehmer sind diese beiden Gruppen am schwierigsten zu halten.

"Wenn die Wirtschaft sich erholt, wächst der Wunsch und die Initiative, eine besser bezahlte Arbeit mit größerem Entwicklungspotenzial zu suchen", so Maria Schafer, Mitarbeiterin der Metagroup. Das gelte natürlich für alle Branchen, doch im besonderen Maße für das IT-Segment. Denn hier geht eine der längsten Perioden stagnierender Gehälter zu Ende.

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