CIO des Jahres 2019 – Mittelstand– Top 10

Amann Group setzt auf moderne Planungstools für smarte Garne

21.11.2019 von Florian Kurzmaier
Mit einem SAP-Projekt modernisierte Amann, der schwäbische Hersteller von Industrienähfäden, Stickgarnen und Smart Yarns, seine Planungsprozesse und die Berichtslandschaft.
Andreas Hitzig von der Amann Group baute eine Reporting-Plattform auf.
Foto: Amann & Söhne

Seit 1854 fertigt die Amann Group in Bönnigheim Garne, noch heute befindet sich dort die Zentrale. Produziert wird in Augsburg und an sechs internationalen Standorten, unter anderem in Großbritannien und China. Mit über 2.300 Mitarbeitern gehört das Unternehmen zu den wichtigsten Herstellern der Branche und innoviert vor allem im Bereich der smarten Textilien.

Durch die von Global Director IT Andreas Hitzig umgesetzte Transformation der bestehenden Planungs- und Kalkulationsprozesse gewinnt der Mittelständler künftig wertvolle Zeit und zusätzliche Erkenntnisse in den jährlichen Planungsprozessen - und schafft damit die Basis für weitere Initiativen.

Selbstbedienung
Die Geschäftsleitung ging mit gutem Beispiel voran und verzichtete auf die Zustellung ihrer Reportings. Im neuen Prozess werden weder Berichte als PDFs noch als ExcelFiles versandt. Stattdessen können sich die Mitarbeiter die Berichte über die neue Reporting-Plattform selbst holen.

Das unter dem Namen "CO/4AMANN" im Jahr 2017 angelaufene Projekt setzt ein 15-köpfiges Projektteam aus Mitarbeitern des Controllings und der IT in drei Kernphasen um. Die Ausgangslage für das Vorhaben von Andreas Hitzig ist keine unübliche: Die bestehenden Systeme laufen zwar, aber die Aufwände für Fachbereich und IT durch manuelle Nacharbeiten oder Performance-Probleme sorgen für Reibungsverluste.

Deshalb ging es in Phase eins um den Neuaufbau der Reporting-Plattform. Dort migrierten Hitzig und sein Team die bestehenden SAP-Systeme auf die aktuellste Version und schufen ein neues einheitliches Datenmodell. So konnte zum einen die Performance verbessert werden, zum anderen stieg die Nutzerfreundlichkeit.

Phase zwei des Projekts widmete sich den Planungsprozessen. Dabei galt es, die bisher wenig flexible Planung zu vereinheitlichen, zu vereinfachen und zu automatisieren. Das verkürzte den Planungsprozess um mehrere Wochen, so dass Zeit für nachgelagerte Schritte gewonnen wurde. In Phase drei wird sich das Team den Kalkulationsprozess des Unternehmens vornehmen. Es gilt, die sieben bestehenden Einzelprozesse, die bei vielen Artikeln durch die auf verschiedene Standorte verteilten Produktionsschritte bedingt sind, durchgängig und ohne System- und Medienbrüche neu zu gestalten.

Im Ergebnis stehen für den Garn-Profi Amann und seinen Global Director IT Andreas Hitzig zeitgemäße Prozesse, die Mitarbeitern im Controlling Zeit ersparen und durch die einheitlichen Datenmodelle den wertvollen Grundstein für weitere Projekte legen.