Landesbank spart

BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen

16.08.2020
Die unter der Corona-Pandemie, Niedrigzinsen und den Kosten der Bankenregulierung leidende BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen.
Der BayernLB baut im großen Stil Arbeitsplätze ab.
Foto: BayernLB

Zusätzlich zu den bereits 2019 angekündigten 400 Stellenstreichungen sollen weitere Kürzungen in vergleichbarer Größenordnung kommen, wie die Bank mitteilte. Betriebsbedingte Kündigungen wird es demnach aber nicht geben, der Abbau soll sozialverträglich über die Bühne gehen. "Wir werden das im Lauf des zweiten Halbjahrs in Absprache mit den Personalvertretern finalisieren", sagte Finanzvorstand Markus Wiegelmann.

Damit wird ein beträchtlicher Anteil der 3.000 Stellen in der BayernLB-Kernbank wegfallen. Grund ist der 2019 beschlossene Umbau, unter anderem werden die Aktivitäten am Kapitalmarkt reduziert. Die BayernLB ist zu drei Vierteln in bayerischem Staatsbesitz, ein Viertel gehört den bayerischen Sparkassen.

Nettogewinn um fast zwei Drittel eingebrochen

Im ersten Halbjahr schrumpfte das Vorsteuerergebnis des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte auf 158 Millionen Euro. Der Nettogewinn brach sogar um fast zwei Drittel auf 101 Millionen Euro ein, weil die Bank erheblich mehr Ertragsteuern zahlte als ein Jahr zuvor. Allerdings konnte die Landesbank ungeachtet der Dauerniedrigzinsen ihren Zinsüberschuss leicht und den Provisionsüberschuss sogar ziemlich kräftig steigern. Beides zusammen belief sich auf eine gute Milliarde Euro. "Operativ sind wir gut und stabil unterwegs", sagte Wiegelmann.

Die Landesbanker rechnen damit, dass in Zukunft mehr Firmenkunden als bisher ihre Darlehen coronabedingt nicht zurückzahlen können. Wegen befürchteter Kreditausfälle hat die BayernLB ihre Risikovorsorge daher von 10 auf 75 Millionen Euro erhöht. "Wir haben im Moment noch keine Einzelfälle", sagte Wiegelmann. "75 Millionen sind für eine Bank unserer Größe aber nicht sehr viel, das ist ein normaler Wert."

Wichtigste Tochter der BayernLB ist die Online-Bank DKB. Deren Gewinn sank zwar ebenfalls, allerdings gewann die DKB wie erhofft viele neue Kunden: Ende Juni waren es 3,5 Millionen, 300.000 mehr als ein Jahr zuvor. Damit ist die DKB laut BayernLB Nummer zwei der deutschen Direktbanken. Wegen der coronabedingt ungewissen Aussichten gaben Vorstandschef Stephan Winkelmeier und seine Kollegen keine Prognose für das laufende Jahr ab. (dpa/rs)