6 Vorgesetzte, die keiner will

Diese IT-Manager sind einfach schlecht

02.02.2018 von Florian Maier
Vom "Allwissenden" zum "Überforderten" und zurück: Um einen schlechten IT-Manager zu "zähmen", braucht es strategische Finesse. Wir sagen Ihnen, wie’s geht.

Nicht einmal Gratis-Getränke (nein, auch kein Freibier) sind im Stande, den fahlen Nachgeschmack eines schlechten Führungsstils zu neutralisieren. Wenn Ihr Traum-Entwicklungsprojekt sich gerade jetzt in einen nicht endenwollenden Albtraum verwandelt, unter dem ganz allgemein nur noch gelitten wird - dann könnte es Zeit sein, Ihren Boss zu managen. Bevor er Sie (und ihre Karriere) mit in den Abgrund reißt.

Nicht jeder eignet sich als Führungskraft ...
Foto: Lane V. Erickson - shutterstock.com

Management-Guru und Autor Peter Drucker drückt es so aus: "Es gibt nur drei Dinge, die in Unternehmen auf natürliche Weise auftreten: Spannungen, Verwirrung und Performance-Mangel. Alles andere braucht eine starke Führung."

Und es gibt jede Menge IT-Spezialisten, die ihre Führungsaufgaben hervorragend erfüllen. Aber es gibt eben auch andere. Und leider kann man sich immer noch nicht aussuchen, unter welcher Führungskraft man gerne arbeiten würde. Verzagen ist allerdings trotzdem der falsche Weg, schließlich sind Sie Ihres eigenen Glückes Schmied und können jederzeit neue Karrierewege einschlagen. Wir werfen einen Blick auf sechs furchtbare Typen von IT-Managern, die Ihnen in ihrem Berufsleben vielleicht schon das ein oder andere Mal begegnet sind. Doch damit nicht genug: Wir sagen Ihnen auch, wie Sie am besten mit diesen Nicht-Führungskräften umgehen sollten.

Der Allwissende

Es gibt Vorgesetzte, die wissen einfach über alles Bescheid. Zu jeder Zeit. Überall. Egal, um was es sich handelt. Abgerundet wird dieses IT-Führungskraft-Paket durch überbordende Sturheit.

"Diese Art von IT-Managern geht immer davon aus, dass sie mehr wissen als ihre Programmierer", sagt Bill Treasurer, CEO von Giant Leap Consulting und Autor von illustren Werken wie "A Leadership Kick in the Ass". "Diese Vorgesetzten sind vermessen und überdominant. Alles muss genau nach ihren Vorstellungen ablaufen, selbst wenn das ein Fehler ist. Es ist zwar nicht unmöglich, auf diese Art von Führungskraft einzuwirken, aber definitiv schwierig. Denn Vernunft liegt diesen Menschen oft fern."

Wenn Sie unter dem Allwissenden arbeiten müssen, werden alle Entscheidungen nach dem Top-Down-Muster getroffen. Weil Sie und Ihr Entwicklerteam mit Vernunft und Argumenten nicht weiterkommen, leiden Ihre Projekte. Noch schlimmer ist unter Umständen aber, dass agile Methoden - also sich selbst managende Teams - in grundlegendem Gegensatz zu diesem Manager-Typen stehen. Wie geht man also am besten mit so einem Sturbeutel um?

Nach Ansicht von Treasurer ist die Sache klar: "Die Softwareentwickler müssten in so einem Fall für sich selbst einstehen, dabei aber eine positive Message transportieren. "Sie müssen seiner Dreistigkeit Ihre eigene entgegensetzen. Solche Chef-Typen respektieren Menschen, die sich genauso aggressiv durchzusetzen wissen wie sie selbst."

Neue Führungspraxis für die digitale Welt
Der Sportdirektor eines Vereins
Der Sportdirektor eines Vereins stellt den Kader zusammen und gestaltet die Spiel- und Terminpläne für Wettkämpfe und Trainings. Er instruiert Talentscouts, kauft Spieler ein und stellt Bewegungsfreiheit für erforderliche Transfers sicher. Sein Ziel: Menschen zu finden und zu binden, die die Weiterentwicklung des Unternehmens konstant antreiben. Er erweitert die Suchkriterien für die Rekrutierung, stellt Mitarbeiter mit verschiedensten Hintergründen ein und ermöglicht Familien- und altersgerechte Arbeitszeitmodelle.
Führung in der Digitalisierung
Die Studie "Die Haltung entscheidet. Neue Führungspraxis für die digitale Welt" stammt von LEAD (Mercator Capacity Building Center for Leadership & Advocacy) in Kooperation mit der Unternehmensberatung Company Companions sowie der School of Public Policy (Central European University, Budapest) und dem Center for Leadership and Values in Society (Universität St. Gallen). Die Autoren empfehlen acht Rollen als Orientierungshilfen.
Die Landschaftsgärtnerin
Die Landschaftsgärtnerin gestaltet und pflegt Grünanlagen. Sie versteht das gesamte Ökosystem und weiß, wann welche Pflanzen im Jahreszeitenwechsel an welcher Stelle ihre Wirkung entfalten und wie alles zusammenspielt. Ihr Ziel: Das Unternehmen langfristig auf zustellen, wenn Krise und Veränderung zum Normalfall geworden sind. Sie ermöglicht schnelles „Prototyping“, geht unkonventionelle Partnerschaften ein und bricht Silos mittels heterogener, cross-funktionaler Teams auf.
Die Seismologin
Die Seismologin muss wissen, wo die Erde beben könnte. Dafür analysiert sie Daten, registriert feinste Erschütterungen und erkennt Spannungen frühzeitig. Sie erliegt aber nicht der Illusion, die Zukunft genau vorhersagen zu können. Ihr Ziel: Grundlagen für gute Entscheidungen in einer unübersichtlichen Welt zu schaffen. Sie etabliert „Situation Rooms“ zur Entwicklung von Handlungsstrategien, greift über digitale Plattformen auf verborgenes Wissen zu und schult ihre Intuition als zusätzliche "Datenquelle".
Der Zen-Schüler
Der Zen-Schüler ist in Ausbildung und Vorbereitung. Er lernt, reflektiert und prüft sich selbst. Achtsamkeit, Mitgefühl und Offenheit sind seine Tugenden, er pflegt eine disziplinierte (spirituelle) Praxis. Sein Ziel: Das finden, woran er sich festhalten kann, wenn sich alle an ihm festhalten. Er nutzt Coaching- und Mentoring-Programme, schafft physische Räume für den Ausgleich und richtet den Blick nach innen.
Der DJ
Der Discjockey bringt mit seiner Musik die Menschen zum Tanzen. Er setzt einen Rahmen, der motiviert, anregt und gemeinsame Energie erzeugt. Zugleich hat er ein offenes Ohr für Anregungen und sensible Antennen für das richtige Stück im richtigen Moment. Sein Ziel: Eine Kultur der Zugewandtheit zu schaffen – aber mit dem Fokus auf Ergebnisorientierung. Dafür baut er Empathie als Führungskompetenz auf, schafft Räume, in denen Menschen gerne arbeiten, und agiert als Vorbild für Zugewandtheit und Leistungsorientierung.
Die Intendantin eines Theaters
Die Intendantin eines Theaters wählt die Stücke für die Aufführung aus. Sie entwickelt den roten Faden und prägt die gesellschaftliche Wirkungskraft ihres Hauses. Die Künstler und deren Expertise bindet sie dabei ein. Ihr Ziel: in Zeiten großer Unsicherheit und Unplanbarkeit Orientierung zu geben. Über ein „Strategy Board“ schafft sie die Voraussetzung für Richtungsentscheidungen schaffen, erhöht mittels interaktiver Beteiligungsformen die Einigkeit über die Richtung – und hat den Mut zu klaren Ansage in der Krise.
Die Trainerin
Die Trainerin leitet eine Mannschaft taktisch, technisch und konditionell an. Sie bestimmt Trainingsablauf, Mannschaftsaufstellung und Strategie. Sie muss für Misserfolge geradestehen, Erfolge lässt sie ihrem Team. Ihr Ziel: Die Mitarbeiter zu mehr Verantwortungsübernahme zu befähigen. Dafür entwickelt sie über zeitgemäße Lernformate Kompetenzen entwickeln, baut gegenseitiges Vertrauen auf und führt Anreize zur Übernahme von Verantwortung ein.
Der Blogger
Der Blogger kommentiert Geschehnisse – zugespitzt, aufrüttelnd und meist aus einer persönlichen Sichtweise. Er will die Welt verstehen, erklären und übersetzen. Er lebt vom direkten Feedback der Leser. Sein Ziel: Veränderungsbereitschaft in die DNA des Unternehmens zu schreiben. Er kaskadiert die Geschichte der Veränderung in die Firma, moderiert gemeinsame Lernprozesse und gibt sichtbare Veränderungsanstöße.

Der Schwächliche

In Kontrast dazu kann sich der Schwächliche einfach nicht entscheiden. Kein neues Feature ist unbedeutend genug, um nicht Gegenstand einer ausufernden Debatte zu werden. Und kein Projekt startet ohne eine langwierige aufreibende Diskussion über die nötigen Voraussetzungen. Was wiederum eine Endlos-Schleife von Freigabeprozessen in Gang setzt.

"Das Resultat ist," so Treasurer, "dass Sie auf keine Entscheidung mehr vertrauen können. Insbesondere, wenn der Schwächliche die Meinungen anderer (etwas selbstsicherer auftretender) Führungskräfte hört, können Entscheidungen zurückgenommen oder untergraben werden."

Sich mit dem Schwächlichen auseinanderzusetzen, erfordert allerdings schon etwas mehr Raffinesse, als noch beim Allwissenden. Zwar hilft laut Treasurer auch bei dieser Art von Manager eine ähnliche Vorgehensweise wie bei Allwissenden - allerdings mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: "In der Praxis brauchen Sie wahrscheinlich die Unterstützung einer anderen Führungskraft mit mehr Rückgrat. Das wiederum erfordert ein gerüttelt Maß an Diplomatie. Schließlich müssen Sie auch begründen können, warum Sie eine weitere Führungskraft zur Ideenfindung hinzuziehen wollen."

Zum Video: Diese IT-Manager sind einfach schlecht

Der Mikromanager

Dieser Typ von IT-Manager verteilt Arbeitsaufträge wie ein Tausendsassa und untergräbt damit nicht nur die Kreativität im Team, sondern auch dessen Zusammenhalt. Wie andere schlechte Chefs dürfte auch der Mikromanager gegen die Prinzipien des agilen Managements Sturm laufen.

"Weil diese Menschen die Kontrolle über jede Kleinigkeit haben wollen, ruinieren sie die Eigenständigkeit eines jeden Teams", meint Patric Palm, CEO von Hansoft. "Wenn diese Vorgesetzten dann auch noch keinerlei Fachwissen mitbringen oder auf irgendwelche Erfolge zurückblicken können, wird alles noch schlimmer. Ein beschädigtes Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Team lässt sich zwar reparieren, aber unglücklicherweise gilt das nicht für die Persönlichkeit des Mikromanagers. Er mag das Gefühl, Kontrolle auszuüben und das Sagen zu haben."

Palm ist Verfechter des "Servant Leadership"-Konzepts. Hierbei wird das traditionelle Top-Down-Management auf den Kopf gestellt. Dieser Führungsstil setzt nicht auf Kontrolle und Macht, sondern stellt die Dienstleistung in den Vordergrund und soll das Team ermutigen, eigene Interessen zum Wohle der Gemeinschaft zurückzustellen. Dass ein Mikromanager kein Fan dieses Konzepts ist, dürfte klar sein.

"Wenn dieses Prinzip nicht anwendbar ist, haben Sie ein Problem", so Palm. Und was rät er Betroffenen? "Die beste Option könnte ein neuer Job sein. Wenn Sie ohnehin bereit sind, Ihre Arbeitsstelle aufs Spiel zu setzen, sollten Sie es auf eine direkte Konfrontation mit dem Mikromanager ankommen lassen. Wenn das Team hinter Ihnen steht, und der Vorgesetzte des Vorgesetzten Verständnis hat, gewinnen Sie. Dabei sollten Sie allerdings Wert auf Eleganz legen: Kritisieren Sie präzise und konkret und zeigen Sie sich der Unternehmensvision gegenüber loyal."

Coachin Silvia Maute über die drei großen V des Teambuilding
Teamaufbau
Coachin Silvia Maute legt dem Teambuilding zunächst einmal "drei große V" zugrunde, nämlich Vertrauen, Verantwortung und Veränderung. Das heißt konkret ...
Vertrauen
Vertrauen beinhaltet, sich etwas zu trauen. Sich eine Rolle als Teamführer zuzutrauen. Das hat mit Selbstwert zu tun. Wer diesen Punkt für sich klären kann, so Maute, erreicht den nächsten fast von selbst: "Wer sich selbst vertraut, strahlt das aus. Und das hat positive Auswirkungen auf das Vertrauen anderer in ihn – und umgekehrt."
Verantwortung
Verantwortung wiederum hat mit "Antwort" zu tun. Wer die Verantwortung für eine Aufgabe oder ein Team übernimmt, braucht Feedback von den Teammitgliedern. Wichtig: dieses Feedback muss ein "Wir" ausdrücken – "wir als Team" wollen dieses oder jenes erreichen. Teambildung scheitert, wenn bei Problemen oder Fehlern die Verantwortung auf Einzelne projiziert wird.
Veränderung
Veränderung stellt die Frage, was das Team nicht nur durch das jeweilige Projekt erreichen, sondern möglicherweise auch im ganzen Unternehmen verändern will. Jeder Einzelne im Team wird sich durch Projekt und Teamarbeit selbst verändern, etwa neue Kenntnisse entwickeln und neue Kollegen kennenlernen. Doch der Blick sollte darüber hinaus reichen.
Rausbleiben aus dem Dschungel
Spektakuläre Teambuilding-Events wie etwa Survival-Trips im Urwald oder gemeinsames Bungee-Jumping hält die Coachin nicht für notwendig. Zumindest nicht für den Anfang eines Teams. "Ziel kann ja nicht sein, jemanden, der sich nicht traut, als 'Loser' dastehen zu lassen", mahnt sie. Zwar sei Emotionales wichtig – es schweißt zusammen, wenn das neu aufzubauende Team auch mal miteinander gelacht hat. Doch hier sei Augenmaß gefragt.
Extra-Tipp Tagebuchschreiben
Noch ein Tipp der Coachin: Tagebuch schreiben. Und zwar nicht am PC, sondern mit der Hand auf Papier. "Durch den Akt des Schreibens verarbeitet man Dinge und kriegt sie aus dem Körper raus", sagt Maute, "damit ist Tagebuchschreiben auch eine Form von Burnout-Prävention."
Coachin Silvia Maute
Silvia Maute ist Mentalcoachin in München und Pfaffenhofen. Sie arbeitet mit Informatikern, Bankern, aber auch Spitzensportlern.

Greg Law ist CEO und Mitbegründer des Softwareherstellers Undo. Seiner Ansicht nach brauchen Vorgesetzte - genau wie ihre Mitarbeiter - klar definierte Verantwortlichkeiten. Denn wenn eine Führungskraft ihre eigene Rolle nicht im Griff habe, wirke sich das negativ auf ihr Team aus. "Wenn die Entwickler das brauchen, gibt der IT-Manager die Richtung vor. Aber die besten Vorgesetzten werden ihre Leute dazu ermutigen, sich selbst zu managen. Der Job des Managers besteht dann darin, dafür zu sorgen, dass alle notwendigen Ressourcen bereitstehen und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, damit die Entwickler ihrer Arbeit ungestört und möglichst erfolgreich nachgehen können."

Der Überraschungskandidat

Wenn ein Entwickler aus Ihrem Team ins Management berufen wird, könnten Sie unter Umständen mit steigender Aggression zu kämpfen haben. Schließlich mangelt es dem frischgebackenen Boss - überraschenderweise - an Erfahrung und Praxiswissen.

Nach Ansicht von Taylor McCaslin, Produktmanager bei WP Engine, ist es trotzdem angebracht, Ihrem Ex-Kollegen zuallererst auf die Schulter zu klopfen: "Es ist generell ein gutes Zeichen, wenn eines Ihrer Teammitglieder befördert wird. Das spricht schließlich für den Erfolg Ihrer gemeinsamen Arbeit. Es könnte natürlich sein, dass Sie weder Details noch den Kontext kennen, weswegen diese Beförderung stattgefunden hat. In der Regel gibt es für solche Handlungen aber gute Gründe. Vielleicht waren Sie nur nicht privilegiert genug, um eingeweiht zu werden. Aber das ist schon okay. Wenn man mal etwas Abstand gewonnen hat, sieht man in aller Regel auch ein, dass ein IT-Manager nicht dieselben Fähigkeiten wie ein guter Programmierer braucht."

CIO Leadership Excellence Program 2017 in Indien
Heavy Traffic
Bangalore ist nicht nur für seinen IT-Standort Electronics City, sondern vor allem auch für den verrückten Straßenverkehr bekannt.
Meditativ
Im Inneren der Regierungs- und Gerichtsgebäude - dort also, wo es häufig hoch her geht - hängt oftmals eine Gebotstafel Mahatma Gandhis mit Verweis auf innere Ruhe und Meditation.
Zweiräder en masse
Nirgendwo auf der Welt ist die Motorroller-Dichte auf den Straßen so hoch wie in Bangalore.
A sexy cultural beast
Noch vor wenigen Jahren wäre solch ein Werbeschild mit der Vokabel "sexy" im öffentlichen Raum verpönt gewesen. Mittlerweile ist das aber kein Problem mehr.
Nachtleben
Bei Dunkelheit erwacht auch Bangalore zum Leben.
Zu Gast bei HPE
Am ersten Seminartag reiste die LEP-Gruppe nach Electronics City zu Hewlett Packard Enterprises und ließ sich einige Outsourcing-Projekte vor Ort zeigen.
Auf der ganzen Welt zuhause
Bangalore ist Deutschland um 4,5 Stunden voraus - ist es bei uns 12 Uhr, ist es dort also 16.30 Uhr. Bei Sommerzeit kommt noch eine Stunde oben drauf.
Roundtable
Interessiert hörten die IT-Manager den HPE-Vorträgen zu.
Weiter geht es zum TÜV Rheinland
Im sogenannten "EMC Lab" testet der TÜV Rheinland die Schallemission unter anderem von Elektrogeräten von Herstellern aus der ganzen Welt, die bei entsprechenden Resultaten dann zertifiziert werden.
Motorikschas
Auch sie prägen das Straßenbild vieler Städte: Motorikschas, auch Autorikschas genannt, die indische Form des Taxis.
Vor Mysore Palace
Nach dem Taj Mahal ist der Mysore Palace die bestbesuchte Touristenattraktion Indiens.
Palastelefanten
Indische Elefanten haben bekanntermaßen kleinere Ohren als die afrikanischen, sich in der Sonne entspannen können sie aber genauso gut.
Irgendwo im Nirgendwo ...
... steht die Myra Business School in Mysore, in der die IT-Manager einige Stunden verbrachten.
"Tapping Business Growth in India: Reward for Risk"
Das war das Motto des Auslandsmoduls des LEP 2016/17.
Gespräche beim Essen
Beim gemeinsamen Mittagessen kamen die LEP'ler mit Myra-Master-Studentinnen und -Studenten ins Gespräch.
Heilige Kühe
Sie können sich im indischen Straßenverkehr beinahe alles erlauben: Will eine Kuh über die Straße, stoppt der Verkehr. Will sie einfach nur mit dem Straßenstrom laufen, tut sie das ebenfalls.
Handgemachtes Holzspielzeug
Bei "Maya Organic" wird fair gehandeltes Holzspielzeug gefertigt. Hier ein Bild aus der Produktion.
Engagement pur
Beeindruckend war, mit welchem Engagement die Mitarbeiter bei der Sache sind.
OSI-Modell?
Was ein wenig so aussieht wie das OSI-Schichtenmodell aus der Informatik, wurde den IT-Managern auch genau als eben solches präsentiert. Auch wenn es in Wahrheit ein Spielzeug für Kleinkinder ist.
Zurück auf die Schulbank
Bei "Parikrma" erhielten die LEP'ler Einblick in eine private Schule, die auf NGO-Basis gegründet und rein durch Spenden finanziert wird.
Interkultureller Austausch
Kinder und Jugendlichen aus armen Verhältnissen erhalten hier vom Kindergarten bis zum Studium Schul- und Ausbildung und Ernährung.
Alt trifft Jung
Gruppenfotos mit Kindern gehen immer...
Gold, Silber und mehr
Die besten Absolventen des IIMB - Indian Institute of Management Bangalore werden mit dieser großen Tafel im Eingangsbereich gewürdigt.
Pompöser Campus
Hier lässt es sich im IIMB gut aushalten.
Hier entlang
Den LEP-Teilnehmern wurde immer der richtige Weg gewiesen.
Helle Köpfchen
Indisches Ritual ist es, dass Lernende das "Feuer der Erleuchtung" entzünden, bevor es in die Vorlesung geht.
Familienfoto mit Professor
Zum Abschluss einer spannenden und aufschlussreichen Indien-Woche stellte sich die Reisegruppe des "Leadership Excellence Program" noch einmal zum Gruppenfoto auf - zusammen mit IIMB-Professor Ganesh (vordere Reihe 2. von links).

Und der Überraschungskandidat kann immer noch ein besserer Manager werden. Möglicherweise. Zur Führungskraft geboren werden eben nur die wenigsten Menschen und Leadership-Skills fallen auch nicht vom Himmel, wie Law mit einem Beispiel verdeutlicht: "Egal ob beim Tennis oder der Mitarbeiterführung - jeder stößt irgendwann an die natürlichen Grenzen seiner Fähigkeiten. Aber: Training und Coaching hilft in beiden Fällen weiter."

Wenn ein "neuer" Chef sich in seine Rolle verbeißt und nur noch das tut, was er glaubt, als Manager tun zu müssen, kann das ein Problem werden, fügt Patric Palm hinzu: "Das sind keine bösen Absichten, sondern einfach nur ein Mangel an Erfahrung. Geben Sie Ihrem Vorgesetzten Feedback und helfen Sie ihm dabei, besser zu werden. Bauen Sie Vertrauen auf. Wenn das klappt, werden Sie eine starke Verbindung haben. Wenn nicht, sollten Sie vielleicht an seiner Stelle stehen."

Der Überforderte

Wie seine ineffizienten Führungsgenossen operiert auch der Überforderte in erster Linie aufgrund von Sorgen und Stress. Seine Angst kann schnell in Herablassung, gesteigerte Aggression oder übertriebene Schroffheit umschlagen. "Versuchen Sie herauszufinden, worin diese Boshaftigkeit begründet ist", rät Greg Law. "In vielen Fällen - speziell bei frischgebackenen Managern - mangelt es einfach an Selbstvertrauen."

Sie sollten also Ihren natürlichen Instinkt (Rückzug) bekämpfen und auf den chaotischen, dauer-brüskierten Zankapfel zugehen, der Ihr Vorgesetzter ist. Das sieht auch Taylor McCaslin so: "Wenn Ihr Boss wegen eines Projekts in Panik ausbricht, ist das Beste, was Sie tun können, zu kommunizieren. Und zwar nicht über unbedeutende Details, sondern die Meilensteine des Projekts und deren Erreichung. Geben Sie Ihrem Vorgesetzten die Antworten auf die Fragen seiner Vorgesetzten. Kommunikation beseitigt Angst, schafft Vertrauen und stärkt den Zusammenhalt."

Es ist dabei gar nicht nötig, dass Ihr Vorgesetzter ein Programmierer-Rockstar ist oder alle Details eines Projekts besser kennt als Sie selbst. Eine klare Kommunikation kann seine Angst vermindern und eventuell verhindern, dass er zum Mikromanager mutiert. "Ein guter Manager", weiß McCaslin, "wird Ihnen und Ihrem Team den Raum geben, um Probleme zu lösen. Schließlich sind seine Aufgaben den Erfolg sicherzustellen, Ablenkungen abzuwenden, Ressourcen zur Verfügung zu stellen und die Kommunikation mit anderen Abteilungen, Stakeholdern und der Unternehmensleitung zu übernehmen."

Wenn Sie jetzt immer noch verzweifelt sind, sind vielleicht genau Sie die Person, die Ihr Vorgesetzter braucht, wie Law sagt: "Ich weiß von mehreren Beispielen, wo ein Senior Developer zur rechten Hand des IT-Managers wurde und das bestens funktioniert hat. Das hilft der Führungskraft dabei, sich auf ihre Aufgaben konzentrieren zu können."

Der Chef, den keiner mochte
Kumpelchefs sind keine exzellenten Führungskräfte
So lautet die These von Markus Jotzo. Er hat ein Buch zum Thema veröffentlicht, war selbst acht Jahre lang Führungskraft bei Unilever und ist heute als Speaker und Trainer tätig.
Unangenehmes Gespräch mit dem Chef
Während des Gesprächs mit dem Chef mache es dem Mitarbeiter keinen Spaß. Aber mit der Zeit werde er feststellen, dass er durch das klare und zeitnahe Feedback etwas gelernt hat.
Das macht ein exzellenter Chef
Ein exzellenter Chef beobachtet seine Mitarbeiter und ihr Verhalten genau. Er sieht sich an, welche Ergebnisse der Mitarbeiter abliefert und wie er seine Protokolle strukturiert.
Auch das macht ein exzellenter Chef
Und er achtet zum Beispiel auch darauf, wie der Schreibtisch des Mitarbeiters aussieht.
Feedback einfordern
Exzellente Chefs bitten ihre Mitarbeiter regelmäßig um Feedback. Jotzos Tipp: Er lässt seine Mitarbeiter auf einer eins bis zehn bewerten und fragt sie dann ganz gezielt, was ihnen zur zehn fehlt.
Markus Jotzo
Die Tipps für exzellente Führungskräfte stammen aus einem Interview mit Markus Jotzo über sein Buch "Der Chef, den keiner mochte".

Der Forderer

Nach Meinung von Experten kann Code - genau wie Nahrungsmittel - schnell, billig oder gut sein. Der Forderer will alle Eigenschaften. Und zwar gestern. Dieser Vorgesetzte kann nicht priorisieren, schenkt dringenden Anfragen keine gesteigerte Aufmerksamkeit und stellt nur in den seltensten Fällen das Budget zur Verfügung, dass es bräuchte, um Software zu schreiben, die ihren Zweck erfüllt.

Mit einem Forderer leben zu lernen, heißt, einen Weg zu finden, ehrliches Feedback zu geben, dass Ihre Projekte in der Spur hält. Damit das funktioniert, müssen Sie dieser Art von Manager Grenzen setzen. Und das dürfte nicht immer willkommen sein. "Sagen Sie diesem Boss nicht, dass er zu viel einfordert", rät Patric Palm. "Sagen Sie stattdessen: 'Wenn Sie das tun, sorgt das bei mir und meinem Team für bestimmte Gefühle. Es wäre besser, wenn Sie…' - das funktioniert jedes Mal."

Einige agile Methoden wie Scrum oder die Verschlankung von Zielen, um Deadlines halten zu können, sind dazu gedacht, den Workload auf einem erträglichen Level zu halten. Nach Ansicht von Palm könnte das den Manager dazu zwingen, Prioritäten zu setzen. "Machen Sie einen Backlog zur Diskussionsgrundlage. Fragen Sie: ‚Ich weiß, Sie wollen das alles in dieser Woche umgesetzt haben, aber was sind für Sie die wichtigsten Punkte?‘ So muss der Vorgesetzte keine Kontrolle abgeben und kann priorisieren. Sie können dann auf der anderen Seite die Dinge mit der höchsten Priorität an die Spitze ihres Workflows stellen. So erstellen Sie Ihren eigenen Arbeitsrhythmus und sind in der Lage, dem ewigen Stresskreislauf zu entfliehen."

Nach Meinung von Bill Treasurer sollten Softwareentwickler - wenn Sie Erfolg haben wollen - in der Lage sein, ehrliches Feedback zu geben. Insbesondere dann, wenn der Chef dem Team zu viel Stress zumutet. "Der Trick ist dabei, das Feedback mit den Zielen des Vorgesetzten zu verknüpfen. Wenn Ihr Vorgesetzter Sie beispielsweise ständig mit neuen Dringlichkeiten überhäuft, sagen Sie ihm, dass es Ihnen schwer fällt Prioritäten zu setzen, weil scheinbar alles dringend und wichtig ist. Darüber hinaus sollten Sie dem Manager klar machen, dass es dem Erfolg zuträglich ist, wenn Sie und ihr Team sich auf eine kleinere Zahl von wichtigen Dingen konzentrieren kann."

Fazit: Was wollen Sie?

Der beste Weg ist natürlich, sich von vorneherein von schlechten Managern, Vorgesetzten und Führungskräften fernzuhalten. Und obwohl das eher selten in Ihrer Hand liegen dürfte: In der Regel gibt es erste Warnzeichen, bevor Sie Ihren Job antreten. Ein kurzer Blick auf Karriere- und Bewertungs-Plattformen wie Glassdoor oder Kununu kann dabei genauso hilfreich sein, wie die Nutzung des eigenen Netzwerks. Darüber hinaus sollten Sie auch im Bewerbungsgespräch auf bestimmte Warnzeichen achten.

"Fragen Sie beim Job-Interview, was dem Unternehmen wichtig ist", rät Law. "Denken Sie daran: Sie möchten bei einem Bewerbungsgespräch genauso viel über Ihren künftigen Arbeitgeber erfahren, wie er über Sie. Wenn Ihr Gegenüber mit blumigen Sätzen punkten will wie ‚Das Team trifft seine eigenen Entscheidungen‘, dann fragen Sie nach einem konkreten Beispiel. Wenn der Personaler eines nennen kann, fragen Sie nach einem weiteren. So sollten Sie ein gutes Gefühl dafür bekommen, ob die warmen Worte Substanz haben."

Wenn es schon zu spät ist und Sie bereits unter einem furchtbaren (IT-)Manager leiden, versuchen Sie sich in dessen Rolle hineinzuversetzen und betreiben Sie Recherche: "Machen Sie sich mit den Grundlagen der Psychologie vertraut, um erkennen zu können, wann Ihr Vorgesetzter sich emotional verhält und wann rational. Dann sollten Sie sich nur auf ihn einlassen, wenn er rational agiert", empfiehlt Law.

Sie wollen Ihrem Team und Ihrem Unternehmen gegenüber loyal sein. Aber wenn Ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden, müssen Sie wissen, was Sie wollen und das auch kommunizieren.

"‘Was wollen Sie?‘ ist die vielleicht wichtigste Frage, die die menschliche Sprache je hervorgebracht hat", meint Bill Treasurer. "Und diese Frage müssen Sie mit einem hohen Level an Prägnanz beantworten können, wenn Sie nach einer erfüllten Karriere und einem erfüllten Leben streben."

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation infoworld.com.