Projektmanagement


Methoden und Prozesse

Was Sie über agiles Projektmanagement wissen müssen



Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.


Einen seiner ersten Artikel schrieb René Schmöl, Jahrgang 1982, mit 16 Jahren für die Tageszeitung Freies Wort. Es war ein Interview mit Hape Kerkeling. Dieser Erfolg motivierte ihn, weiterzumachen. Nach sieben Jahren im Lokaljournalismus und einer Ausbildung zum Verlagskaufmann folgte ein Volontariat bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Seit 2007 ist René Schmöl in unterschiedlichen Positionen für IDG tätig. Momentan als Chef vom Dienst Online für das Portal cio.de.
Sie sind Projektmanagement-Einsteiger oder wollen einfach nur mehr über das Schlagwort Agile erfahren? Wir haben das Basiswissen zum Thema für Sie zusammengefasst.
Agil durchstarten? Unsere FAQ vermittelt agiles Grundlagenwissen.
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Foto: Pixel-Shot - shutterstock.com

Egal ob Sie Agile-Greenhorn oder -Veteran sind: Die folgenden zehn Fragen und ihre jeweiligen Antworten geben einen Überblick über das grundlegende Wissen zum Thema. So können Sie ja nach Bedarf agil durchstarten oder ihr Wissen auffrischen.

Was ist eigentlich Agile?

Das Wörtchen 'agile' entstammt dem relativ weiten Feld des Projektmanagements und bezeichnet eine Methode desselbigen. Hierbei sollen kurze Entwicklungszyklen - auch 'Sprints' genannt - die kontinuierliche Verbesserung bei der Entwicklung eines Produkts oder Services gewährleisten.

Wie lange gibt es Agile schon?

Methoden des stufenweisen Projektmanagements existieren bereits seit 1957. Die erste tiefgehende Diskussion zum Thema Agile wurde in den 1970er Jahren von Winston Royce angestoßen, der damals ein Thesenpapier zur Entwicklung umfassender Software-Systeme veröffentlicht hat.

Im Jahr 2001 wurde schließlich das sogenannte 'agile manifesto' veröffentlicht, eine "formelle Proklamation von zwölf Grundprinzipien für einen iterativen Ansatz zur Softwareentwicklung, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt". Veröffentlicht wurde dieser von 17 Developern, die sich zusammengefunden hatten, um auf Grundlage ihrer gemeinsamen Erfahrungen leichtgewichtige Entwicklungsmethoden zu diskutieren.

Die ebenfalls hieraus entstandenen zwölf Grundprinzipien bilden bis heute die Basis für agiles ProjektmanagementProjektmanagement: Alles zu Projektmanagement auf CIO.de

1. Kundenzufriedenheit hat stets oberste Priorität. Diese wird durch eine schnelle und fortwährende Auslieferung erreicht.

2. Sich verändernde Rahmenbedingungen werden in jeder Stufe des Entwicklungsprozesses mit einbezogen, um den Kunden mit einem Wettbewerbsvorteil auszustatten.

3. Ein Produkt oder Service wird mit höherer Frequenz ausgeliefert.

4. Stakeholder und Entwickler arbeiten auf täglicher Basis eng zusammen.

5. Alle Stakeholder und Teammitglieder bleiben stets motiviert, um optimale Projektergebnisse zu gewährleisten. Die Teams werden mit allen notwendigen Tools unterstützt. Darüber hinaus genießen sie das Vertrauen, dass die Projektziele erreicht werden.

6. Face-to-Face-Meetings sind die effizienteste und effektivste Form, um den Projekterfolg sicher zu stellen.

7. Ein fertiges, funktionierendes Produkt ist das ultimative Messinstrument für Erfolg.

8. Eine nachhaltige Entwicklung wird durch agile Prozesse gewährleistet, wodurch die Entwicklungsteams und Stakeholder dazu befähigt werden, ein konstantes Tempo zu halten.

9. Die Agilität wird durch einen fortlaufenden Fokus auf technische Exzellenz und angemessenes Design gesteigert.

10. Simplizität ist ein wesentliches Element.

11. Sich selbst organisierende Teams entwickeln mit hoher Wahrscheinlichkeit die besten Architekturen und Designs und werden den Anforderungen am ehesten gerecht.

12. Die Teams überprüfen ihre Arbeit in regelmäßigen Intervallen und verbessern die Effizienz durch Feintuning.

Wer nutzt agile Methoden?

Obwohl das Agile-Prinzip originär der Software-Industrie entstammt, haben inzwischen viele Branchen das Agile-Prinzip für die Entwicklung ihrer Produkte und Services übernommen. Warum? In erster Linie wegen der höchst kollaborativen und effizienzsteigernden Wirkung dieser Methode. Auch in den Bereichen Marketing, Bauwesen, Bildung und Finanzwesen wird längst agil gearbeitet.

Warum braucht man Agile?

Ursprünglich sollte der Ansatz den Prozess der Softwareentwicklung vereinheitlichen und verbessern, um schneller auf Probleme und/oder Fehler reagieren zu können. Im Gegensatz zum traditionellen "Wasserfallmodell" befähigt der agile Ansatz Entwickler und Teams durch iterative und interaktive Sprints ein besseres Produkt abzuliefern. Mit den steigenden Erwartungen der Kunden wird es immer wichtiger Projektmanager zu verpflichten, die die beste Methodik zur Ausführung eines Projekts kennen und auch umsetzen. Nur so kann ein Wettbewerbsvorteil erlangt werden.

Wie wird Agile angewandt?

Die traditionellen - eher schwerfälligen - Methoden des Projektmanagements erfordern in der Regel, dass das komplette Team in jeder Phase des Projekts zu einem Meeting zusammenkommen muss und jedes einzelne Projektziel diskutiert wird. Beim agilen Ansatz setzt man hingegen auf kleinere, fokussiertere Teams, die sich in regelmäßigen Abständen zusammenfinden, um ganz spezifische Ziele in Angriff zu nehmen.

Das Resultat: kurzfristige Änderungen lassen sich schneller realisieren. Die Teams sind also agiler, flexibler und effizienter, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie die vom Kunden gesteckten Ziele auch erreichen - insbesondere dann, wenn sich dessen Bedürfnisse ändern. Das Agile-Prinzip stattet die Teams mit einem Mechanismus aus, der die schnelle Wiederholung in sich geschlossener Prozesse, die Isolation von Problemen und die Erreichung spezifischer Ziele ermöglicht. Und zwar vor allem schnell. Das ist in der Regel fruchtbarer, als auf das Ende einer unter Umständen langwierigen Projektphase warten zu müssen, nur um dann herauszufinden, welche Ziele verpasst wurden.

Was sind die Vorteile von Agile?

Agile ist inzwischen extrem populär geworden und hat sich rasant verbreitet. Die Methodik bietet für Projektteams, Projektleiter, Kunden und Stakeholder viele Vorteile. Hier die wichtigsten im Überblick:

  • Schnellere Auslieferung von Lösungen

  • Weniger Ausschuss durch Minimierung von Ressourcen

  • Erhöhte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

  • Erhöhte Erfolgsaussichten durch stärkere Fokussierung

  • Schnellere Reaktionszeiten

  • Schnelleres Identifizieren von Problemen und Fehlern

  • Optimierter Entwicklungsprozess

  • Leichteres, übersichtlicheres Framework

  • Optimale Projektkontrolle

  • Erhöhte Fokussierung auf spezifische Kundenbedürfnisse

  • Mehr Kollaboration und Feedback

Was sind die Nachteile von agile?

Natürlich eignet sich der Agile-Ansatz nicht für jedes Projekt gleichermaßen. Warum? Darum:

  • Während des Entwicklungsprozesses fokussiert der Agile-Ansatz Entwickler, Projektteams und Kundenziele - aber nicht notwendigerweise die (End) User Experience.

  • Wegen seiner weniger formellen und flexibleren Prozesse hat es agile unter Umständen in großen, traditionell geprägten Konzernen schwer.

Kann agile mit anderen Methoden kombiniert werden?

Es besteht die Möglichkeit, Hybrid-Lösungen zu erzeugen. Das kann dafür sorgen, dass die Flexibilität weiter erhöht wird und ist im Einzelfall eventuell empfehlenswert. Um herauszufinden, welche Methode(n) am besten geeignet sind, empfiehlt sich Due Diligence.

Was sind populäre Agile-Ansätze?

Innerhalb des "Agile-Universums" gibt es etliche populäre Ansätze und Methoden. Hier eine Übersicht - geordnet nach Beliebtheit:

Hat Agile überhaupt Zukunft?

In einem von zunehmenden Wettbewerb und Geschwindigkeit geprägten Business-Umfeld bietet AgileAgile zahlreiche Vorteile - bei gleichzeitig überschaubaren Nachteilen. Dass die Methodik mittlerweile in zahlreichen Branchen zum Einsatz kommt, spricht für ihre Attraktivität. Agile ist also alles andere als ein vorübergehender Trend - Zukunftssicherheit gewährleistet! Alles zu Agile auf CIO.de

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation cio.com.

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