Studie von Robert Half

Fachkräftemangel: Security-Experten fehlen

29.01.2013 von Werner Kurzlechner
In den USA starten viele IT-Abteilungen mit höheren Budgets ins neue Jahr. Kehrseite laut Robert Half: Der Engpass an IT-Spezialisten verschärft sich weiter.
Die Einstellungsaktivität in den USA steigt im ersten Quartal 2013 voraussichtlich um neun Prozent.
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Der Fachkräftemangel in der IT plagt die hiesigen Firmen. Da ist es nicht unbedingt erfreulich zu hören, dass es den Unternehmen in den Vereinigten Staaten genauso geht. Denn erstens bedeutet das ja, dass die Konkurrenz um begabte und geschulte Köpfe auch auf internationaler Ebene hart ist und wohl bleiben wird. Und zweitens sind die USA unbestritten und immer noch ein Leitmarkt und auch ein Vorreiter für Entwicklungen – manchmal global, manchmal zumindest für die westliche Hemisphäre. In dieser Hinsicht wiederum mag es den deutschen CIO immerhin freuen, dass die Kollegen aus Übersee elanvoll, tendenziell auf Wachstum gepolt und mit erhöhten Budgets ins erste Quartal 2013 starten.

Ein Bild dieser logischerweise zusammenhängenden Entwicklungen zeichnet eine Studie, die der Personaldienstleister Robert Half Technology (RHT) seit vielen Jahren regelmäßig unter mehr als 1400 CIOs aus den USA durchführt. 87 Prozent der befragten IT-Chefs starten demnach mit ausgeprägten oder zumindest leichten Aussichten auf Wachstum ins neue Jahr. Etwa die Hälfte geht davon aus, im kommenden Vierteljahr in neue Projekte investieren zu können.

Knappheit verschärft sich

Die Kehrseite der Expansionstendenz ist, dass sie die Knappheit an IT-Fachkräften verschärft. 17 Prozent der amerikanischen CIOs wollen ihre Abteilungen personell ausbauen, nur acht Prozent eindampfen. Die Einstellungsaktivität steigt laut Robert Half somit um neun Prozent – sechs Prozentpunkte mehr als zuletzt prognostiziert.

„Die CIOs berichten von einer höheren Nachfrage nach IT-Profis im ersten Quartal des Jahres – besonders nach Spezialisten mit Skills in heißen Bereichen wie Anwendungsentwicklung und IT-Sicherheit“, sagt John Reed, Senior Executive Director bei RHT.

In drei Bereichen gestaltet sich die Personalsuche momentan besonders schwierig. Die Rekrutierung von Security-Spezialisten bezeichnen 14 Prozent der CIOs als herausfordernd. Nur knapp darunter liegen die Werte bei den Profis für Software-Entwicklung sowie das Management von Daten und Datenbanken.

Auch Administratoren gesucht

Mit 48 Prozent an Nennung ist das Database Management derzeit das gesuchteste Anforderungsprofil in den USA – zumindest laut RHT-Studie. Dahinter folgt mit 47 Prozent die Netzwerk-Administration vor Web Development und Website Design mit 33 Prozent.

Im Branchenvergleich hat die Fertigungsindustrie mit einer Quote von 26 Prozent der befragten Firmen die meisten Stellen zu vergeben. Dahinter reiht sich mit 14 Prozent die Business Services-Branche ein, gefolgt von den Finanzdienstleistern mit zwölf Prozent.

Auf die personellen Nöte amerikanischer Firmen hatte jüngst auch Accenture aufmerksam gemacht. Allein in den USA werden laut Accenture zwischen 2008 und 2018 doppelt so viele technische Fachkräfte aus IT und Wissenschaft benötigt wie Fachkräfte in anderen Bereichen. Allerdings hatten die Analysten auch darauf hingewiesen, dass in Ländern wie Brasilien, Indien und China genügend Spezialisten auf Arbeit warteten – die Firmen müssten ihre Suche nur überregional ausdehnen.

Der „IT Hiring Index and Skills Report“ ist bei RHT erhältlich.