500 Stellen bedroht

GfK verordnet sich Konzernumbau

31.08.2017
Zuletzt war die GfK mit schlechten Geschäftszahlen in den Schlagzeilen. Mit einer Radikalkur aus Sparen und Investitionen will der Konzern nun die Wende erreichen. Dafür nimmt er einen großen Stellenabbau in Kauf.
Die GfK muss sparen und stellt sich organisatorisch neu auf.
Foto: GfK

Mit einem radikalen Konzernumbau will der Marktforscher GfK in die Erfolgsspur zurückfinden. Dabei könnten an den deutschen Standorten bis zu 500 Stellen gestrichen werden, bestätigte ein Sprecher am Donnerstag. Zum Stellenabbau werde es Gespräche mit Arbeitnehmervertretern geben. Ein solcher Schritt sei Teil weltweit geplanter Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren. In Deutschland sollten die Kosten um rund 20 Prozent sinken, hieß es dazu in einer Mitteilung. Derzeit hat GfK weltweit 13 200 Mitarbeiter.

Zugleich will der Konzern rund 100 Millionen Euro gerade in die Digitalisierung stecken, um wettbewerbsfähiger zu werden. Dazu zähle, dass Kunden künftig schneller auf bisher nur dezentral verfügbare Marktforschungsdaten zugreifen sollen. "GfK ist zu komplex geworden und hat wichtige Trends - gerade in der Digitalisierung - verpasst, die auch kundenseitig in den vergangenen Jahren zu Veränderungen und neuen Anforderungen geführt haben", sagte Chef Peter Feld.

Konsolidierung in GfK Digital und GfK Research

Auch die Geschäftsbereiche werden neu geordnet: Die bisherigen Felder - die klassische Verbraucherbefragung Consumer Choices sowie Consumer Experiences für die Erhebung von Verhalten, Wahrnehmungen und den Einstellungen von Verbrauchern - werden aufgelöst. Künftig soll das Geschäft in den zwei Teams GfK Digital und GfK Research gebündelt sein.

Zudem will die GfK ihre gesamte Organisationsstruktur straffen - und sich auf einen Standort pro Land konzentrieren. Die Zentrale in Nürnberg soll nun noch stärker das Geschäft in Deutschland steuern und auch die weltweiten Standorte unterstützen. Allein hierzulande betreibt die GfK 20 Standorte. Dies sei zu viel, künftig seien schnellere Entscheidungen und schlanke Hierarchien nötig. "Daher müssen wir zusammenrücken", sagte der Sprecher. Zugleich betonte er: "Es geht hier nicht um ein reines Sparprogramm." So würden zusätzlich 20 Prozent der eingesparten Gelder auch in digitale Kompetenzen gesteckt.

Zu schaffen machte dem Konzern zuletzt vor allem die wachsende Konkurrenz von Start-ups, die laut GfK bei den Kunden mit preiswerten Online-Befragungen punkten. Als Reaktion auf den Abwärtstrend holte der GfK-Verein 2016 den Finanzinvestor KKR ins Boot, mit dem der Abschied von der Börse eingeleitet wurde. Davon erhofft sich die Führung mehr Spielraum und Planungssicherheit bei Entscheidungen. (dpa/rs)