Digitalisierung

Noch immer viele Betriebe mit digitalen Lücken

09.09.2016
Computer am Arbeitsplatz - klar, das hat fast jeder Betrieb. Doch viele Betriebe nutzen keineswegs alle Möglichkeiten digitaler Technik. Die Regierung will nun bei der Ausbildung ansetzen.

Trotz fast flächendeckender Ausstattung mit Computern nutzen viele Betriebe in Deutschland digitale Technik nur teilweise. So sind Tablets in zwei von fünf Betrieben den Führungskräften vorbehalten, wie eine am Freitag in Berlin vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums ergab. Nur 44 Prozent der Betriebe nutzen soziale Netzwerke wie Facebook. In der Ausbildung setzen sechs von sieben Betrieben internetfähige Geräte ein - Lehrbücher spielen aber eine weit größere Rolle als Lernsoftware.

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte: "Die Betriebe sind etwas skeptisch, was betriebsspezifische Lernsoftware anbelangt." Mit verschiedenen Programmen im Volumen von 50 Millionen Euro unterstütze ihr Haus 2017 die Verbreitung von Digitalisierung in der beruflichen Bildung. Ein Ziel sei es, die Technik und die Fähigkeiten verstärkt in kleinere und mittlere Unternehmen zu bringen.

Das Baugewerbe hat in hinsichtlich "digitaler Technik" noch Nachholbedarf.
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Ab 20 Beschäftigten würden Geräte mit Internetzugang ausnahmslos genutzt, Kleinbetriebe haben zu 98 Prozent diese Geräte. Neuentwicklungen wie Datenuhr, Wearables oder Datenbrille werden von 3 Prozent der Kleinbetriebe genutzt, aber von mehr als doppelt so vielen der größeren Firmen. Führend seien Handel, unternehmensnahe Dienstleistungen und Fahrzeug- und Maschinenbau.

Nachholbedarf machte Wanka vor allem in Teilen der Gastronomie und des Baugewerbes aus. Michael Heister, Experte für berufliche Bildung am Bundesinstitut für Berufsbildung, sagte, digitale Geräte seien in den Betrieben zwar weit verbreitet. "Aber die Beschäftigten sind dem nicht unbedingt gewachsen." Als "überraschend" bezeichnete es Wanka, dass fast jeder zweite Betrieb die IT-Grundkenntnisse seiner Auszubildenden nur als ausreichend bezeichnet. (dpa/rs)