"Das Recruiting Dilemma"

2025 wird es keine Stellenprofile mehr geben

20. Oktober 2014
Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
"Das Recruiting Dilemma" von Sven Gábor Jánszky beschreibt das Leben und Wirken von Personalern und HR-Abteilungen im Jahre 2025, in dem die Vollbeschäftigung und die daraus resultierende Machtverschiebung im Verhältnis von Unternehmen und Mitarbeitern neue Unternehmensstrategien erforderlich macht.
Das Recruiting Dilemma von Autor Sven Gábor Jánszky ist im Haufe Verlag erschienen.
Das Recruiting Dilemma von Autor Sven Gábor Jánszky ist im Haufe Verlag erschienen.
Foto: Haufe Verlag

Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky veröffentlicht mit seinem Fachbuch "Das Recruiting Dilemma. Zukunft der Personalarbeit in Zeiten des Fachkräftemangels" einen Leitfaden für die Arbeit von HR-Abteilungen und Personalern im Jahre 2025. Hologramme, Computer die Gedanken lesen und gläserne Persönlichkeiten – so oder so ähnlich stellt man sich die Zukunft vor. Der technologische Fortschritt wird unser Leben in den nächsten Jahren grundlegend verändern.

Doch nicht nur das wird sich auf unseren Alltag auswirken. Jánszky geht davon aus, dass wir im Jahre 2025 in Deutschland Vollbeschäftigung haben werden, die durchschnittliche Lebenserwartung bei 90 Jahren liegt und sich das Leben von dem klassischen Drei-Phasen-Modell (Jugend, Arbeit, Rente) zu einem Acht-Phasen-Modell entwickelt hat. Dieses Szenario klingt erstmal gut, hat aber seine Tücken. Das große Thema, mit dem sich der Trendforscher in seinem Buch befasst, ist der FachkräftemangelFachkräftemangel, der zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Mitarbeitern und Unternehmen führt. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

Aus diesem Problem entwickelt der Autor basierend auf dem aktuellen Forschungsstand StrategienStrategien wie das fluide Unternehmen oder Caring Companies, die mit unterschiedlichen Lösungsansätzen versuchen, das beste aus der Situation herauszuholen. Fluide Unternehmen gehen davon aus, dass Mitarbeiter langfristig ohnehin nicht zu halten sind und sie daher in das Unternehmen hineinentwickelt und nach maximal drei Jahren wieder hinausentwickelt werden müssen, um die Möglichkeit einer späteren Zusammenarbeit zu erhalten und ein Netzwerk aufzubauen. Alles zu Strategien auf CIO.de

Caring Companies hingegen setzen auf Mitarbeiterbindung. Diese versuchen sie über Corporate-Life-Programme aufzubauen, die ihre Mitarbeiter mit allem versorgen, was sie benötigen: von Kita-Plätzen für die Kinder über Arbeitsplätze für Ehepartner und Pflege-Einrichtungen für die Eltern des Mitarbeiters, mit arbeitgeberfinanziertem Zwangsurlaub oder Freizeitangeboten speziell für Schichtarbeiter.

2025 wird es keine Stellenprofile mehr geben, aus dem einfachen Grund, weil es in dem leergefegten Markt keine Kandidaten mehr gibt, die zu 100 Prozent auf ein solches Profil passen. Daher haben HR-Abteilungen die Aufgabe, die Stellenprofile an die Kandidaten anzupassen. Hat ein bestimmter Kandidat eine Eigenschaft nicht, so muss diese einer anderen Position zugeordnet werden, so erklärt es der Zukunftsforscher.

Diese und andere interessante Ansätze zum Arbeitsleben im Jahr 2025 beschreibt der Autor in seinem 40 Kapitel umfassenden Fachbuch auf jeweils zwei Arten. Zu Beginn eines jeden Kapitels wird die Theorie des veränderten Arbeitsmarktes erklärt. Danach folgt immer eine fiktive Geschichte, die das Handeln und die Strategien von Personalchefs erläutert. So erklärt beispielsweise der Münchner Personalchef Thomas Krüger seiner Tochter, wieso jeder studieren muss. Oder die Personalchefin Melanie Polenz, die im Gespräch mit einer Auszubildenden die Notwendigkeit eines internen Headhunters in jedem Unternehmen erläutert.

Das Fachbuch mit Romancharakter liest sich einfach und schnell und ist eine willkommene Abwechslung zu klassischen Fachbüchern. Informativ, gut zu lesen, mit Charakteren die man im Kopf behält.

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