Keinen Plan in Sachen Karriere

Generation Y nutzt Xing kaum für Karriere

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Mehrheit der Mitarbeiter glaubt nicht, dass man eine berufliche Laufbahn planen kann, oder hat keinen Ehrgeiz. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

Das Time-Magazine zählt Bart Simpson zu den 100 wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts. Dabei trägt er T-Shirts mit Sprüchen wie "Underachiever and proud of it" (dt. etwa "Minderleister und stolz drauf"). Die Kritik an dieser Wahl ließ nicht lang auf sich warten: Eltern und Erzieher rügten, Bart sei ein schlechtes Vorbild für die Kinder. Möglicherweise nicht nur für die: Fast sechs von zehn deutschen Arbeitnehmern (56 Prozent) erklären, sie hätten keinerlei Plan für ihre KarriereKarriere. Die Umfrage stammt von der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Durchgeführt wurde sie vom Meinungsforschungsinstitut Forsa unter mehr als 1.000 Bundesbürgern. Alles zu Karriere auf CIO.de

Unter diesen Nicht-Planern wiederum erklären 24 Prozent, sie hätten schlicht keinen Ehrgeiz, um Karriere zu machen. Ebenso viele geben an, man könne eine Karriere nicht planen. Andere haben ihre beruflichen Ziele bereits erreicht. Dass der Arbeitgeber sie zu wenig unterstützt, sagt eine Minderheit von 14 Prozent.

Für DUW-Präsidentin Ada Pellert stehen diese Zahlen in einem Zusammenhang mit neuen Begrifflichkeiten von Karriere. "Es geht dabei längst nicht mehr nur um den beruflichen Aufstieg, um Status und Macht", sagt sie. "Arbeitnehmer sehen Karriere zunehmend ganzheitlich, und damit steigen auch die Ansprüche: Der Job muss zum Leben passen."

Gerade deswegen halte sie es aber für "immer wichtiger", den Berufsweg zu planen, so Pellert weiter. Immerhin geben in der Umfrage 43 Prozent der Arbeitnehmer an, dies zu tun. Was Pellert freuen dürfte: zwei Drittel von ihnen setzen dabei auf Weiterbildung. Das gilt insbesondere für westdeutsche Frauen.

Oberstes Karriereziel für die kommenden zwei Jahre ist mehr GehaltGehalt. Danach nennen die Planer unter den Befragten aber bereits weniger Konkretes wie die bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben sowie "sinnvolle Arbeitsinhalte". Aussagen, die zu den von Pellert zitierten neuen Begrifflichkeiten passen. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Xing und LinkedIn bei der Karriereplanung nachrangig

Ein weiterer Aspekt der Umfrage bezieht sich auf die sozialen Business-Plattformen, die Karrierewillige nutzen - beziehungsweise eben nicht nutzen. Lediglich jeder vierte Karriereplaner (25 Prozent) greift auf Xing oder LinkedIn zurück. Dabei widerlegt Forsa die Vorstellung von Social MediaSocial Media als einem jungen Tool: Unter den 40- bis 50-Jährigen nutzen immerhin 30 Prozent Xing und LinkedIn. Von den 18- bis 29-Jährigen sind es mit 17 Prozent deutlich weniger. Alles zu Social Media auf CIO.de

Ihre Hauptansprechpartner bei der Karriereplanung suchen sich die Befragten demnach im direkten Umfeld: 79 Prozent wenden sich erst einmal an Freunde oder den Partner beziehungsweise die Partnerin. Außerdem sprechen sie mit ihrem Vorgesetzten oder mit Kollegen.

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