Kapitalgeber ohne Mut zum Risiko

Investoren zurückhaltend in der IT-Branche

16. Juli 2004
Von Detlef Scholz
Weniger Risikokapital, mehr Management-Buy-Outs - dies ist die Essenz einer Studie von Pricewaterhousecoopers (PWC) zum Thema Eigenkapitalbeteiligungen in Europa. Insgesamt 5,4 Milliarden Euro flossen vergangenes Jahr in die Technologiebranche, darunter die Bereiche Internet, Soft- und Hardware. Dies bedeutet einen Zuwachs von zwei Prozent gegenüber 2002.

Das gesamte Fremd-Investitionsvolumen in Europa betrug vergangenes Jahr PWC zufolge knapp 30 Milliarden Euro. Nur das Boomjahr 2000 sah mit 35 Milliarden Euro noch mehr Beteiligungsgelder.

Die Fremdinvestitionen im europäischen Techniksektor legten 2003 um zwei Prozent zu.
Die Fremdinvestitionen im europäischen Techniksektor legten 2003 um zwei Prozent zu.

Die Anzahl der Investitionen blieb mit rund 4800 fast konstant. Dagegen verminderte sich die Zahl der Portfoliounternehmen um 14 Prozent auf gut 3300. Fast jede zweite Beteiligungsinvestition ging in den Technologiesektor.

Der Technologie-Sektor erhielt 2003 rund ein Sechstel aller Fremdinvestitionen in Europa.
Der Technologie-Sektor erhielt 2003 rund ein Sechstel aller Fremdinvestitionen in Europa.

Nahezu 40 Prozent des Investitionsvolumens waren so genannte Management-Buy-Outs. Hierbei übernimmt die Geschäftsführung gemeinsam mit einem Finanzinvestor die Mehrheit der Unternehmensanteile. 2002 lag diese Art der Kapitalbeteiligung noch deutlich unter einem Drittel.

Risikokapital-Finanzierungen (Venture Capital) nahmen von gut zwei Drittel auf 57 Prozent ab. Start-up-Unternehmen erhielten statt 1,8 (2002) im betrachteten Jahr nur mehr 1,5 Milliarden Euro. Dies seien deutliche Hinweise auf die Vorsicht, die Geldgeber nach dem Kollaps des Neuen Markts vor allem bei jungen Unternehmen noch immer walten ließen, so PWC. Der Tiefpunkt bei den Kapitalbeteiligungen sei aber überschritten.

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