IT-Profis genossen verkleinerte Cebit

01. April 2002
Heinrich Seeger arbeitet als IT-Fachjournalist und Medienberater in Hamburg. Er hat über 25 Jahre IT-journalistische Erfahrung, unter anderem als Gründungs-Chefredakteur des CIO Magazins. Er entwickelt und moderiert neben seiner journalistischen Arbeit Programme für Konferenzen und Kongresse in den Themenbereichen Enterprise IT und Mobile Development, darunter IT-Strategietage, Open Source Meets Business, droidcon und VDZ Tech Summit. Zudem gehört er als beratendes Mitglied dem IT Executive Club an, einer Community von IT-Entscheidern in der Metropolregion Hamburg.
150000 Besucher und gut 100 Aussteller weniger, das alles auf kleinerer Fläche: Die Cebit ist dieses Jahr erstmals geschrumpft. Dafür sei die Qualität der Messe gestiegen, sagen die Veranstalter – und die IT-Entscheider widersprechen dem nicht.

Eine Reihe großer Namen fehlte in der Ausstellerliste, und trotz der Verlängerung der Messe um einen Tag kamen statt 850000 Besuchern wie noch im Vorjahr nur 700000. Die waren jedoch mit dem Event zufrieden: In den Hallen war ein Durchkommen, und auf den Ständen sah man weniger graue Burnout-Gesichter als sonst. Die extreme Hektik scheint aus der IT-Branche gewichen zu sein.

„Das Publikum hat sich verändert“, sagt Klaus Peter, CIO des Flugzeug-Herstellers Fairchild-Dornier aus Wesseling bei München. „Genau wie die IT in den Unternehmen steht auch die Messe im Zeichen der KonsolidierungKonsolidierung.“ Mit dem Ende des „E-Hypes“ sei das obligatorische Präfix „E“ vor allen möglichen IT- und Business-Vokabeln auch von der Messe verschwunden, so Peter. Für die IT-Entscheider stehe beim Cebit-Besuch ohnehin die Suche nach Lösungen im Vordergrund, nicht die nach Produkten. Und diesen Zweck habe die Messe mindestens ebenso gut erfüllt wie 2001.

August-Wilhelm Scheer, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender des Saarbrückener IT-Dienstleisters IDS Scheer, spannt den Bogen vom quantitiativ abwärts zeigenden Messetrend zur IT-Branchenkrise - die nach seiner Ansicht keine Krise ist. Der Cebit fehle nichts, obwohl die in den vergangenen zwei Jahren dominanten Dotcoms und ihre Besucher kaum noch anzutreffen gewesen seien.

Die Branche wie die Messe haben sich in Scheers Augen auf ihre Vernunft besonnen. Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, die der Optimierung der IT in den Unternehmen dienen, seien nach wie vor wichtig und gefragt – auch und gerade auf der Cebit. Der IDS-Gründer: „Die Krise wurde herbeigeredet; jetzt sollte man sie dann auch wieder wegreden.“ Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

Weniger Gedränge, mehr Gespräche: Die Cebit 2002 war nicht mehr so extrem hektisch wie in den Vorjahren.
Weniger Gedränge, mehr Gespräche: Die Cebit 2002 war nicht mehr so extrem hektisch wie in den Vorjahren.

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