Storage-Deal

NetApp kauft Flash-Speicher-Startup SolidFire für 870 Millionen Dollar

22. Dezember 2015
Mit einem tiefen Griff in die Kasse hat sich der Storage-Spezialist NetApp SolidFire gesichert, eines der vielversprechenden Startups im Bereich Scale-out-Flash-Speicher.

Insgesamt 870 Millionen Dollar in bar legt NetApp für SolidFire auf den Tisch - eine Investition in die Zukunft. SolidFires All-Flash-Systeme sind vor allem für Unternehmen gedacht, die Equipment für ein stark skalierendes Web-Business auf Basis verteilter Data-Center-Architekturen brauchen. SolidFire aus Boulder, Colorado, baut solche hochskalierenden Systeme, die bis zu 1,9 Petabyte Speicherkapazität bieten.

George Kurian, CEO von NetAPP, hat mit dem Kauf von SolidFire eine Investition in die Zukunft gewagt.
George Kurian, CEO von NetAPP, hat mit dem Kauf von SolidFire eine Investition in die Zukunft gewagt.
Foto: NetApp

Der Deal soll bis Ende April 2016 über die Bühne gehen. David Wright, CEO von SolidFire, wird das entsprechende Produktteam im NetApp-Konzern führen. Am Ende sollen SolidFires Produkte in NetApps Data-Fabric-Strategie integriert werden, so dass die Vision eines zentralen Daten-Managements über Disk-, Flash- und Cloud-Speicher weiter verfolgt werden kann.

Für NetApp steigt der Konkurrenzdruck

Wie alle großen Anbieter von Enterprise-Speicher-Systemen stand auch NetApp zuletzt unter Druck von Anbietern von Cloud-Speicher oder Software-defined Systemen, die auf generischer Hardware basieren. SolidFire gehört zu diesen jungen, gehypten Herausforderern, die solche Systeme anbieten. Wie die US-Kollegen vom CIO-Magazin berichten, soll auch Cisco eine Übernahme in Erwägung gezogen haben.

Natürlich produziert auch NetApp längst Flash-Speicher, darunter die Produktlinien "All Flash FAS" und die "EF Series". Die SolidFire-Produkte sollen Kunden angedient werden, die Web-scale Infrastruktur der nächsten Generation bauen und dafür sogenannte White-box-Hardware benötigen.

Mehr Flexibilität beim Data-Center-Bau

Flash-Speicher ist zunächst teurer als klassischer Plattenspeicher, bietet aber höhere Zugriffsgeschwindigkeiten und braucht weniger Platz und Strom. Scale-out-Architekturen wie die von SolidFire sollen Unternehmen mehr Flexibilität im Aufbau ihrer Data Centers geben und die Kosten unterm Strich senken. In den USA ist in den vergangenen Jahren eine Reihe von Flash-Speicher-Anbietern aus den Startlöchern gekommen. Am prominentesten ist wohl Pure Systems, das im Oktober 2015 an die Börse ging. (hv)

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