LinkedIn-Gründer im Interview

"Open BC hat den Weg für uns bereitet"

26. Februar 2007
Von Simon Hage
Momentan ist Open BC die klare Nummer eins der Business-Portale in Deutschland. Doch nun drängt die US-Konkurrenz auf den Markt. LinkedIn-Mitbegründer Konstantin Guericke erklärt, warum sein Unternehmen erst später an die Börse gehen soll - und zu welchem Preis er Open BC kaufen würde.

Herr Guericke, Sie sind zehn Jahre älter als Lars Hinrichs, der Gründer von Open BC. Im Gegensatz zu Ihnen hat er es jedoch bereits geschafft, sein Unternehmen an die Börse zu bringen. Sind Sie neidisch?

Nein. An der Börse gehandelt zu werden, hat Vor- und Nachteile. Es ist jedenfalls wesentlich schwieriger, strategisch zu denken und zu handeln, wenn man eine Menge Kleinanleger an Bord hat. Wir haben bei LinkedInLinkedIn zwei Investoren, die sehr langfristig denken - darunter der Wagniskapitalgeber Sequoia Capital, der auch Unternehmen wie GoogleGoogle , AppleApple und Yahoo finanziert hat. Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de Alles zu LinkedIn auf CIO.de

Mein Ziel ist es, eine neue und große Internet-Firma aufzubauen. Momentan wäre ein Börsengang verfrüht, weil man sich dann zu kurzfristig am Aktienmarkt orientieren müsste.

Durch den Börsengang kann sich Open BC mit frischem Kapital die Kriegskasse auffüllen. Ist das nicht ein großer Wettbewerbsvorteil Ihnen gegenüber?

Netzwerke im Internet sind schon immer organisch gewachsen. Das gilt nicht nur für Business-Portale, sondern für alle sozialen NetzwerkeNetzwerke - ob Sie sich nun MySpace, FacebookFacebook oder LinkedIn anschauen. 97 Prozent unserer Mitglieder sind zu LinkedIn gekommen, weil ein existierendes Mitglied sie geworben hat. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Netzwerke auf CIO.de

Dieses Interview erscheint mit freundlicher Genehmigung von manager-magazin.de
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Foto: manager-magazin.de

Insofern glaube ich nicht, dass es dem Wachstum hilft, wenn man viel Geld ausgibt, beispielsweise für Werbeanzeigen. Wir sind weltweit der klare Marktführer, auch in Asien und Europa. Deshalb brauchen wir einfach nicht so viel Kapital. Wenn wir welches bräuchten, würden wir uns sicher eher an Risikofinanzierer wenden, als an die Börse zu gehen.

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