Dash-Buttons

Verbraucherschützer knöpfen sich Amazons Kauf-Knopf vor

16. September 2016
Alltagsartikel auf Knopfdruck nachbestellen, bevor sie zur Neige gehen. Das ist die Idee hinter Amazons Dash-Button. Verbraucherschützer sehen aber gleich mehrere Rechtsverstöße. Amazon weist die Vorwürfe zurück.

Verbraucherschützer nehmen Amazons Kauf-Knopf, den sogenannten Dash-Button, ins Visier. Die Verbraucherzentrale NRW hat den weltgrößten Online-Händler deshalb abgemahnt und will die jüngste Innovation des US-Konzerns nun gerichtlich stoppen, wie sie am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Inzwischen gibt es eine Fülle von Dash-Buttons, doch ihre Nutzung ist umstritten.
Inzwischen gibt es eine Fülle von Dash-Buttons, doch ihre Nutzung ist umstritten.

Sie sieht eine ganze Reihe rechtlicher Probleme beim neuen Knopf. Der Dash-Button soll in Haushalten auf Knopfdruck Online-Bestellungen des täglichen Bedarfs auslösen: etwa Waschmittel oder Toilettenpapier.

Es fehle aber der Hinweis, dass per Knopfdruck eine kostenpflichtige Bestellung ausgelöst werde. Auch werde dem Kunden der Preis erst im Nachhinein mitgeteilt. Im Kleingedruckten behalte sich AmazonAmazon sogar vor, den Preis und die Versandkosten für das jeweils ausgesuchte Produkt zu ändern. Alles zu Amazon auf CIO.de

Preissteigerungen sollen den Kunden nur bei Aufschlägen "um mehr als zehn Prozent" gesondert mitgeteilt werden. Amazon räume sich sogar das Recht ein, statt des bestellten Produkts Ersatzartikel zu versenden.

Zwar verschicke die App eine Push-Nachricht, sobald der Knopf gedrückt wurde. Wer es aber versäume, binnen 15 Minuten zu stornieren, habe den Kauf rechtsverbindlich getätigt. "Das wirft die Frage auf, was ist, wenn unbefugte Dritte oder kleine Kinder den Knopf drücken", sagte ein Sprecher der Verbraucherzentrale am Donnerstag. Die Kunden könnten ihr Smartphone schließlich nicht ständig im Blick behalten.

Amazon argumentiert, dass die Details der Bestellung im Browser oder der App festgelegt werden. Dort werde auch über die Preise informiert und der Hinweis auf die kostenpflichtige Bestellung gegeben. Außerdem könnten die mit dem Dash-Button bestellten Waren kostenfrei zurückgesendet werden.

Die kleinen Geräte sehen wie eine Türklingel mit Marken-Aufkleber aus. Amazon verkauft die Dash-Buttons für 4,99 Euro - die beim ersten Einkauf mit ihnen gutgeschrieben werden. Jeder Knopf ist für nur ein Produkt einer Marke programmiert. (dpa/ib)

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Thema: Amazon

Kommentare zum Artikel

CAD-Robert

Laut der aktuellen Zeitschrift "CT" scheint es so abzulaufen: So lange die Ware noch nicht ausgeliefert sei, könne man es über diese App-Nachricht noch stoppen, danach nicht mehr. Das ginge im Schnitt 10-30 Minuten lang. Ich persönlich glaube, dass Amazon "unerwünschte" Ware wohl kulant zurücknehmen wird: lieber mal eine Retoure, als zum Start negative Presse.

Aber ehrlich gesagt: mich würde weder das eine, noch das andere stören, weil ich keinen Dash-Button installieren werde. :-)

CAD-Robert

Hallo Herr Wiltscheck, das hört sich nach einem vernünftigen Schutzmechanismus an. Alles andere wäre fahrlässig.

Aber auf der anderen Seite: warum eine "Ein-Knopf"-Hardware, wenn man dann am Ende doch wieder ein Smartphone + App benötigt. Dann wäre es doch sinnvoller, diesen "Dash-Button" gleich auf die persönliche Webseite beim Lieferanten zu setzten. So eine Art "Favorit".

Schiffscontainerweise Elektronikschrott könnte so vermieden werden.

Ronald Wiltscheck

Soweit mir bekannt, bekommt man zuvor eine Message aufs Handy, dort muss man die Bestellung endgültig bestätigen.

CAD-Robert

Beim Lesen Ihrer ersten Nachricht, dass AMAZON den "Dashbutton" einführen will, hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht:

Wenn dann die Nachbarskinder in der Waschküche den AMAZON-Button an der Waschmaschine drücken, drücken, drücken und drücken... Und wenn wenige Stunden diese Kinder grinsend hinter den Hecken lauern auf die AMAZON-Drohnen, gefolgt von rasenden Lieferwagen, die sich in die Strasse drängen, den Gehweg bis in dritte Reihe zuparken. Lachend werden die sich kullern!

Dann spätestens werden die Anwälte einen "Dashbutton" für den gestressten Kunden anbieten... Oder in Anlehnung an eine uralte Comic-Reihe: "Ach wie dröhnt Meister Willhelm Busch`s Kopf, wenn des Nachbars Kinder drücken beständig auf den Knopf!"

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