Einsparpotenziale in der Logistikbranche

Wie ein Startup mit Transparenz Geld verdient

12. Juli 2013
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Ein arrivierter Manager der ersten Internet-Welle gründet ein Logistik-Startup und lehrt die Etablierten der Branche das Fürchten.

Steffen Rabus wollte es noch einmal wissen. Er gehörte zu den Managern, die im goldenen Zeitalter der ersten Internet-Revolution Ende der 90er und Anfang der Nuller Jahre gut dabei war. Dann, vor etwa fünf Jahren, hat er eines seiner Unternehmen, in dem er auch eine aktive Rolle übernommen hatte, die Dynamic Media,an den E-Learning-Anbieter imc aus Saarbrücken verkauft. Die vergangenen Jahre hatte Rabus dann in einige Firmen investiert.

Irgendwann vor fast drei Jahren reizte es ihn dann doch, wieder aktiv mitzumachen, er wollte nicht mehr nur Beteiligter, sondern Handelnder sein. Und allein schon an der Gründung seiner Gobal Supply Chain Solutions (G-SCS) merkt man, dass da ein Erfahrener zur Tat schreitet und nicht ein Student, der sich mit einer App selbständig macht - wobei dies in keinster Weise als Wertung zu verstehen ist.

Steffen Rabus von G-SCS meint, dass "viele Unternehmen allein in der Transportlogistik im Jahr neun Prozent Kosten einsparen können."
Steffen Rabus von G-SCS meint, dass "viele Unternehmen allein in der Transportlogistik im Jahr neun Prozent Kosten einsparen können."
Foto: Privat

Gemeinsam mit einem Logistikexperten stellte er fest, dass große Kfz-Zulieferer über keinerlei Kostentransparenz ihrer europa- und weltweiten Transporte verfügten, wenn beispielsweise deren Ware zu einem Automobilhersteller gebracht wird. Rabus macht es deutlich: "Wenn die multinationalen Unternehmen wissen wollen, wie viel ihre Werke in einem bestimmten Monat, einem bestimmten Logistiker gezahlt haben, war das ohne großen Aufwand kaum möglich." Es fehlte und es fehlt diesbezüglich bei sehr vielen internationalen Unternehmen an jedweder Transparenz. Verständlich, wenn man bedenkt, dass große Zulieferer ihre Werke weltweit verteilt haben, dass viele davon ziemlich selbständig arbeiten, dazu mit unterschiedlichen IT-Systemen und sich ungern von der Zentrale in die Karten schauen lassen wollen ("wir sind doch profitabel").

Zudem befindet sich auch dieser Markt in einem starken Konsolidierungsprozess, Konzerne kaufen und verkaufen Werke. Rabus verweist auf eine Untersuchung, in der es heißt, dass die großen Zulieferer im Schnitt drei bis sechs Werke pro Jahr kaufen und verkaufen. "Wenn ein Global Player wie TRW, der allein in Europa 60 Werke besitzt, die von G-SCS angeboten Dienstleitung über die vorhandenen ERP-Systeme einführen wollte, würde das bestenfalls Jahre dauern, wahrscheinlich aber wäre es erst gar nicht möglich," gibt der Gründer zu bedenken.

Mangelnde Kostentransparenz in der Supply-Chain

Rabus sorgte für Aufsehen, als er auf der Messe Automotive Logistics Europe in Bonn selbstbewusst verkündete, dass "die Unternehmen allein in der Transportlogistik im Jahr neun Prozent Kosten einsparen können." Dies sei durch eine stärkere StandardisierungStandardisierung, Harmonisierung und Automatisierung der Abläufe möglich. "Globale Unternehmen vermissen weitgehend eine Transparenz ihrer Kosten innerhalb der Transport-Supply-Chain-Prozesse", weiß Rabus. Alles zu Standardisierung auf CIO.de