IBM und BEA Systems führen den AIM-Markt an

Integrations-Software auf Erfolgskurs

14.06.2006 von Tanja Wolff
Software-Anbieter haben ihre weltweiten Umsätze für "Application Integration and Middleware" (AIM) im Vergleich zu 2004 um 7,1 Prozent gesteigert. Die Hersteller erzielten im vergangenen Jahr Einnahmen in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Gartner.

Laut der Analyse teilen sich die Top-5-Anbieter 69 Prozent des Gesamtumsatzes im AIM-Markt. Deutlich an der Spitze war 2005 weiterhin IBM mit 37,2 Prozent, gefolgt von BEA Systems (14,5 Prozent). An dritter Stelle kommt Oracle (8,7 Prozent). Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr zusammen mit Microsoft ein zweistelliges Umsatzwachstum verbuchen.

Der Großteil der Erlöse wurde mit 41 Prozent in den USA verbucht. Mit einem Umsatzanteil von weniger als zehn Prozent spielen europäische Software-Anbieter im AIM-Markt nur eine Nebenrolle. Dennoch gelang es Herstellern wie Capeclear, Iona und der deutschen Software AG, erfolgreich in neuen Marktsegmenten zu operieren und Anteile zu gewinnen. Der Untersuchung zufolge gehört dazu auch die Kategorie Enterprise Service Bus (ESB), die als Integrationsschicht eine Schlüsselrolle in Service-orientierten Architekturen (SOA) spielt.

"Der Applikations-Integration- und Middleware Markt befindet sich in einer unberechenbaren Phase, weil sich die Integrations-Design-Schemata und die Technologie schnell entwickeln", sagt Joanne Correia, Analystin bei Gartner. Software-Anbieter würden sich bei ihren Produkt Architekturen wandeln. Das betreffe vor allem die verwendeten Standards und die Vertikalisierung ihrer Angebote.

Der Markt werde auch dadurch beeinflusst, dass neue Anbieter auf den Markt drängten und viele schwächere Unternehmen verschwänden, so die Studie. Das erschwert die Arbeit der Applikations-Architekten. Sie müssen sich mit einer wandelnden Technologie, wechselnden Anbietern und ihren eigenen Lernkurven auseinandersetzen.

Trotz der Schwierigkeiten wird auch für 2006 erwartet, dass der weltweite AIM-Markt weiter wächst. Laut der Studie sehen sich Firmen in diesem Jahr bei der Integration einer stärkeren Belastung ausgesetzt. Sie rührt aus einer anhaltenden Einführung neuer Systeme, unveränderlichen Altsystemen sowie internen Vorgaben und begründet die steigende Komplexität der IT-Systeme. Doch obwohl durch die Integration das IT-Umfeld einfacher gestaltet und mehr User erreicht werden können, haben die IT-Verantwortlichen Probleme die Budgets für diese Projekte zu kommunizieren.

Für die Studie "Market Share: AIM and Portal Software, Worldwide, 2005" wurde der weltweite AIM-Markt in sieben Regionen analysiert.