Apple vs. Microsoft

Mac oder PC? Ein Test über zehn Runden

05.05.2014 von Stephan Wiesend
Dank iPad und iPhone ist Apple so beliebt wie noch nie, Windows 8 dagegen nicht jedermanns Geschmack. Ein guter Zeitpunkt für einen Realitätscheck: Eignen sich Apples iMacs und Macbooks als echte PC-Alternative?

Macs haben den Ruf des Hipster-Accessoires, wer "in" sein möchte, trägt seinen Rechner mit Apfel-Logo offen mit sich. Das erstaunliche ist, dass der Effekt schon seit Jahren zuverlässig funktioniert. Apple schafft es offenbar immer wieder, sich neu zu erfinden und im Gespräch zu halten.

Andererseits ist die Verbreitung von Mac-Rechnern insgesamt überschaubar. Der Anteil bewegt sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich, in deutschen Firmen sind sie allenfalls in Grafik-Abteilungen zu finden.

Mac oder PC? Ein Test über zehn Runden -
Mac oder PC? Ein Test über zehn Runden
Dank iPhone und Apple Watch ist Apple so beliebt wie noch nie, aber auch das neue Windows 10 sorgt bei Microsoft für Aufwind. Ein guter Zeitpunkt für einen Realitätscheck: Eignen sich Apples iMacs und Macbooks als echte PC-Alternative?
1. Runde: Design
1:0 für den Mac. Insgesamt kann der Mac hier in Führung gehen. Ist das Aussehen eines Rechners wichtig, ist ein Macbook oder iMac einfach die bessere Wahl.
2. Runde: Kosten
1:1 Der Sieg geht hier an den PC. Apple lässt sich seine Produkte zu teuer bezahlen.
3. Runde: Support und Garantie
2:1 Service ist bei PCs preiswerter und noch dazu einfacher zu bekommen - Vorteil für den PC.
4. Runde: Datensicherheit und Datenschutz
2:2 Der Mac ist die sicherere Plattform, daher geht der Punkt in die Apple-Welt. Frei von Sicherheitslücken ist jedoch kein Betriebssystem.
5. Runde: Softwareangebot
3:2 Der PC hat das größere Softwareangebot, vor allem im Bereich Branchensoftware.
6. Runde: Betriebssysteme
4:3 Kein Sieger. Windows und OS X sind erstklassige Betriebssystem mit jeweiligen Stärken und Schwächen.
7. Runde: Tauglichkeit für Firmen
5:3 Firmenkunden haben es mit Apple nicht immer leicht. Windows bietet außerdem die besseren Verwaltungstools.
8. Runde: Mobilgeräte
5:4 Hier gewinnt Apple überzeugend, Windows Mobile ist bei Mobilgeräten wenig erfolgreich.
9. Runde: Spiele
6:4 Bei diesem Thema geht der Punkt an den Windows-Rechner. PC-Spiele wie "Dirt Rally" erscheinen zuerst auf der Windows-Plattform.
10. Runde: Fairness und Umweltschutz
6:5 Green IT wird von allen großen Herstellern berücksichtigt - Apple gibt sich aber mehr Mühe.
Fazit: Windows gewinnt den Vergleich
Das Endergebnis lautet 6:5 - Sieg für die Windows-Plattform mit einem Punkt Vorsprung. Apple hat vor allem in den Bereichen Unternehmenseinsatz und Softwareangebot Schwachstellen. Größter Nachteil gegenüber der PC-Plattform ist hier weniger der hohe Preis, als die immer noch geringe Verbreitung in Deutschland.

Der Markt für Desktop-PCs, Notebooks und Laptops wird schon seit langer Zeit von Microsofts Betriebssystem Windows beherrscht. In den Firmen-Netzen ist die Windows-Plattform sowohl client- als auch serverseitig seit vielen Jahren gesetzt.

Anfangs wegen der Instabilität und dürftigen Benutzerführung oft verflucht, hat das Betriebssystem in den jüngsten Updates kräftig an Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit gewonnen.

Grund genug, die beiden Betriebssysteme einem Vergleich zu unterziehen. Wir prüfen in einem Wettkampf über zehn Runden, wo die Stärken und wo die Schwächen von Mac und PC liegen. Auf den folgenden Seiten stellen wir die Ergebnisse vor.

1. Runde: Design

Stärke der Apple Macbooks und iMacs ist das zurückhaltende und elegante Design, für das der prominente Chef-Designer Jon Ives steht. Eine gute Gestaltung hat Apple natürlich nicht für sich gepachtet. Lenovos elegantes Thinkpad X1 oder Asus Zenbook können gut mit Apples Macbooks mithalten. Um ein besonderes Aussehen zu schaffen, geht Apple allerdings radikaler vor, als alle anderen Computerhersteller: Damit ein flaches und elegantes Macbook Air oder Pro möglich wird, spart Apple rigoros Schnittstellen und optische Laufwerke ein, zudem wird der Akku fest in das Gehäuse geklebt.

Eine Schattenseite des tollen Mac-Designs: Man benötigt viele Adapter.
Foto: Apple

Das kompromisslose Design hat seine Nachteile, dafür bieten die Geräte über die gesamte Produktpalette ein konsistentes Design - und das iPhone passt perfekt zum iMac. Ist man auf Außenwirkung bedacht, ist gutes Design ja kein Selbstzweck. So setz wohl manche Startup-Firma bei bewusst auf innovativ und cool wirkende Macs.

PC-Hersteller haben dagegen oft den Nachteil, sich an Vorgaben von Microsoft und Intel halten zu müssen: Beispielsweise, dass neue Ultrabooks jetzt zwingend einen Touchscreen haben sollen. Um einzigartige Designs zu entwickeln, ist das nicht gerade hilfreich.

1:0 für den Mac. Insgesamt kann der Mac hier in Führung gehen. Ist das Aussehen eines Rechners wichtig, ist ein Macbook oder iMac einfach die bessere Wahl.

Die größten Apple-Innovationen der letzten Jahre -
iMac (1998)
Als das erste große überarbeitete Apple-Produkt stellt der iMac mit seinen grellen Farben, durchsichtigem Monitor und Tastatur den Anfang der Zeitachse dar. Obwohl der iMac den Windows-basierten PC nicht überholen konnte, hat der iMac dennoch jede Menge erwünschter Veränderungen innerhalb der Computer-Industrie wie etwa die Abschaffung des Floppy-Disk-Laufwerks sowie USB-Anschlüsse ausgelöst. Noch wichtiger: der iMac hat den Wendepunkt für Apple eingeleitet, das nunmehr anfing sich darauf konzentrieren, sämtliche Energien auf Innovationen zu verwenden.
iPod (2001)
Mit dem iPod hat Apple seinen Ruf als die Comeback-Firma schlechthin fest in dieser Dekade verankert. Die erste Version spielte rund 1000 digitale Lieder ab und hat sogar Zufallswiedergabelisten unterstützt. Je ausgereifter der iPod jedoch wurde, desto mehr Geld hat Apple seinen Kunden abgeknöpft. Die letzte Variante des iPod Classic spielt für seinen Preis allerdings 40.000 Lieder ab, abgelegt auf einer Festplatte mit einem Gesamtspeicher von 160 GByte.
Xserve (2002)
Mit dieser Technologie hat Apple das erste Mal den Abstecher in das Unternehmens-Segment unternommen. Als Steve Jobs vor acht Jahren den Xserve vorgestellt hat, zielte er allerdings eher auf kleine und mittelständische Unternehmen ab als auf Großunternehmen. Zudem zeigt der Xserve, dass Apple nicht nur ein Endverbraucherunternehmen ist, sondern eine Marke, die sich aggressiv über den IT-Markt ausdehnen will.
MacBook Pro, MacBook, MacPro (2006)
Die wichtigste Änderung bei diesen Geräten war sicherlich der Umstieg von IBM- auf Intel-Prozessoren. Das MacBook Pro ist das erste Produkte, das auf die Intel-Architektur umgestellt wurde, ein 15-Zoll-Laptop der einen Intel Core Duo Prozessor beinhaltet und bis zu 1 GByte Arbeitsspeicher schluckt. Einige Monate später hat Apple das erste MacBook vorgestellt, dessen Spezifikationen denen des MacBook Pros ähneln. Allerdings fiel es mit 13-Zoll etwas kleiner aus. Zu guter Letzt hat Apple das Trio mit dem MacPro vervollständigt, Apples erster Desktop-Computer mit Intel-Architektur.
iPhone, iPod Touch (2007)
An das Jahr 2007 werden sich noch lange viele User erinnern, denn es gilt als das Jahr, in dem Apple den Handy-Markt mit dem iPhone auf den Kopf gestellt. Apple's äußerst beliebtes iPhone wurde zum Prototypen für alle modernen Touchscreen-Smartphones und hat seitens der Nutzer hohe Anerkennung für die einfache Handhabung seines Betriebssystems und im täglichen Gebrauch erhalten. Der iPod Touch, der nahezu wie das iPhone aussieht, jedoch keine Telefonfunktion besitzt, wurde im gleichen Jahr herausgebracht.
MacBook Air (2008)
Das MacBook Air gilt nicht gerade als revolutionäre Innovation wie etwa das iPhone oder der iPod, doch dient es als neues und schickes Produkt, mit dem Apple während der Entwicklung des iPads angeben konnte. Der große Aufmacher des MacBook Air war die Kampagne als Apples dünnstes und leichtestes Laptop. Das MacBook Air ist knapp 2 Zentimeter dünn und wiegt 1,36 Kilogramm.
iPad (2010)
Der Höhepunkt des letzten Jahres war zweifellos das Tablet iPad, ein Touchscreen-Computer, der knapp 25 Zentimeter in der Diagonale misst und somit in die Geräte-Kategorie zwischen Laptop und Smartphone fällt. Entscheiden Sie sich für diese zusätzliche Highspeed-Internet-Verbindungen, müssen Sie allerdings noch mit Provider-Gebühren rechnen; selbstverständlich ist das Gerät auch mit WLAN-Antenne ohne mobile Highspeed-Internet-Verbindung verfügbar.

2. Runde: Kosten

Macs sind teure Computer, schon das billigste Macbook Air kostet 999 Euro. Es gibt zwar Lenovo- oder Asus-Notebooks ab 280 Euro, allerdings hinkt hier der Vergleich. Macbooks sind Luxus-Notebooks, bieten erstklassige Verarbeitung und Leistung. Ähnlich positioniert sind eher das Lenovo Yoga für 680 Euro oder das X1 Carbon von Lenovo, die mit Preisen ab 680 beziehungsweise 1300 Euro nicht nur optisch und technisch, sondern auch preislich mit den Apple-Geräten mithalten.

Mac-Rechner sind elegant, das tolle Design hat aber auch Schattenseiten: Apple lässt sich die besondere Gestaltung teuer bezahlen.
Foto: Apple

Nicht gerade für Preisfairness steht allerdings die Preispolitik bei Apple. So kostet ein Macbook Air mit 128 GB stattliche 1000 Euro und das identische Modell mit 256 GB gleich 1200 Euro. Spätere Upgrades des proprietären Speichers oder verlöteten RAMs sind so gut wie unmöglich. Wie Apples gute Verkaufszahlen zeigen, kann sich Apple diese Preisstrategie aber erlauben.

1:1 Der Sieg geht hier an den PC. Apple lässt sich seine Produkte zu teuer bezahlen.

3. Runde: Support und Garantie

Kostspielig ist Apple ebenfalls bei Service und Support: Ein drei Jahre laufender Apple Care-Vertrag kostet für ein Macbook Air 249 Euro - bei Dell bekäme man dafür drei Jahre Vor-Ort-Service. Fährt man zum nächsten Apple Store, bekommt man zwar gute Beratung und Sofortreparaturen, allerdings sind die Flagship-Stores immer noch weit über das Bundesgebiet verstreut.

Die Apple Stores bieten guten Service, sind aber in Deutschland weit verstreut.
Foto: Apple

Beim Kauf im Fachhandel ist man aber nicht auf Apple Care beschränkt, diverse Händler bieten günstigere Versicherungen und Garantieverlängerungen. Problematischer ist für Firmen und Selbstständige die Verfügbarkeit von Mac-Support: Ein Vor-Ort-Reparatur- oder Leihgeräte-Service ist für Firmen von Apple selbst nicht zu bekommen, nur von Spezialisten wie Cancom und Computacenter.

In Deutschland ist es vor allem in Randgebieten aufwendiger, einen Mac-Supporter zu finden. Für einen sofortigen PC-Notdienst genügt dagegen ein Blick in die Gelben Seiten. Apple-Fans argumentieren zwar gerne mit der TCO: Mac hätten weniger Probleme und würden weniger Supportkosten verursachen. Das lässt sich aber nur begrenzt sinnvoll belegen, trotz einiger Studien.

2:1 Service ist bei PCs preiswerter und noch dazu einfacher zu bekommen - Vorteil für den PC.

4. Runde: Datensicherheit und Datenschutz

Microsoft und Apple sind amerikanische Firmen und die Server der immer tiefer ins System integrierten Cloud-Dienste iCloud und One Drive stehen auf amerikanischem Boden: Nicht erst seit dem NSA-Skandal ist das eine schlechte Ausgangsposition für das Vertrauen in den Schutz der Daten, die in Apple- und Microsoft-Data-Center gespeichert werden. Hier gibt es keinen Gewinner.

Im Design können viele Ultrabooks mit Apples Macbooks mithalten. Schwächen hat Windows in puncto Sicherheit. Die Plattform wird häufiger von Schadsoftware attackiert.
Foto: Toshiba

Beim Schutz gegen Malware und Spyware hat dagegen Apple immer noch die Nase vorn. Nur sehr wenige Computerschädlinge für den Mac sind bekannt, das neue System Mavericks bietet guten Schutz gegen Cyber-Angriffe. Ohne Fehler ist allerdings auch OS X nicht, wie peinliche Schwächen wie der SSL-Bug von iOS und Mavericks zeigten. Unter Windows 8 ist erstmals ein Antivirenscanner vorinstalliert, trotzdem bleibt Windows das weniger sichere Betriebssystem.

2:2 Der Mac ist die sicherere Plattform, daher geht der Punkt in die Apple-Welt. Frei von Sicherheitslücken ist jedoch auch das neue Betriebssystem Mavericks nicht.

EU-Datenschutzreform 2014: Die zehn wichtigsten Änderungen
Ein Gesetz für alle
EU-weit gelten die gleichen Datenschutzregeln. Das bedeutet auch eine gestiegene Verantwortung und Haftung für alle, die persönliche Daten verarbeiten.
"Recht auf Vergessen"
Wollen Nutzer ihre Daten nicht weiter verarbeitet sehen, werden diese gelöscht - vorausgesetzt, es spricht aus juristischer Sicht nichts dagegen.
"Opt-in" statt "Opt-out"
Sollen persönliche Daten verabeitet werden, müssen Nutzer aktiv zustimmen (und nicht aktiv widersprechen wie bisher).
Recht auf Transparenz
Nutzer haben ein Recht auf Transparenz - sie dürfen erfahren, welche Daten über sie gesammelt und wie diese verarbeitet werden.
Zugang und Portabilität
Der Zugang zu den bei Dritten über einen selbst gespeicherten Daten soll einfacher möglich sein. Zudem ist die Dartenportabilität zu gewährleisten - also sicherzustellen, dass persönliche Informationen leichter von einem Dienstanbieter zu einem anderen übertragen werden können.
Schnellere Meldung
Tritt ein Datenverlust auf, müssen Unternehmen und Organisationen im Regelfall binnen 24 Stunden, mindestens aber so schnell wie möglich ihrer behördlichen Meldepflicht nachkommen.
Weniger Behördenchaos
Unternehmen müssen sich nur noch mit einer einzigen Aufsichtsbehörde auseinandersetzen - und zwar dort, wo sie ihren Hauptsitz haben.
Grenzübergreifend
Privatanwender dürfen jeden Fall von Datenmissbrauch an ihre nationale Aufsichtsbehörde melden - selbst dann, wenn die betroffenen Daten im Ausland verarbeitet wurden.
Erweiterter Geltungsbereich
Die EU-Richtlinie gilt auch für Unternehmen, die keinen Sitz in der EU haben, sobald sie Waren oder Dienstleistungen in der EU anbieten oder auch nur Online-Marktforschung unter EU-Bürgern betreiben.
Höhere Bußgelder
Verstößt ein Unternehmen gegen die Datenschutzbestimmungen, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
Bürokratieabbau
Administrative Umstände wie Meldepflichten für Unternehmen, die persönliche Daten verarbeiten, entfallen.
Erst ab 16
Die rechtswirksame Anmeldung bei Internetnetservices wie Facebook oder Instagr.am soll Jugendlichen im Regelfall erst ab 16 Jahren möglich sein - weil sie erst ab diesem Lebensalter eine gültige Einwilligung in die Verarbeitung ihrer persönlichen Daten geben können. Nationale Gesetze sollen laut Datenschutzverordnung hier aber Ausnahmen möglich machen.
Stärkung der nationalen Aufsichtsbehörden
Nationale Datenschutzbehörden werden in ihren Kompetenzen gestärkt, so dass sie die neuen EU-Regeln besser umsetzen können. Unter anderem dürfen sie einzelnen Unternehmen verbieten, Daten zu verarbeiten. können bestimmte Datenflüsse stoppen und Bußgelder gegen Unternehmen verhängen, die bis zu zwei Prozent der jeweiligen weltweiten Jahreseinkünfte betragen. Darüber hinaus dürfen sie Gerichtsverfahren in Datenschutzfragen anstrengen. <br /><br />(Quelle: Forrester Research)

5. Runde: Softwareangebot

Das deutschsprachige Softwareangebot auf der PC Plattform ist eindeutig größer. Das ist bei 8,6 Prozent Mac-Marktanteil in Deutschland kein Wunder. Besser sieht es für Macianer in den USA aus, dort kommt der Mac auf fast 18 Prozent Marktanteil (laut Stat Counter).

Viel Auswahl an Software gibt es in den Bereichen Audiobearbeitung, Videoschnitt, Bildbearbeitung und DTP-Software, in der Mac- wie in der Windows-Welt sind Adobe und Microsoft die wichtigsten Anbieter für diese Art der Programme. Microsoft Office für den Mac beinhaltet aktuell nur Excel, Word, Power Point und Outlook, auf Projects, Access und Visio muss man verzichten. Doch weil die Zahl der Web-Anwendungen stetig steigt, spielt das zugrundeliegende Betriebssystem in einigen Bereichen eine immer unbedeutendere Rolle.

Negativ: Mit seiner manchmal unberechenbaren Produktpolitik bei Software hat Apple schon viele treue Anwender verärgert: So hat eine völlig neue und grundlegend überarbeitete Version der Schnittsoftware Final Cut Pro viele Video-Profis unangenehm überrascht. Auch die neuen Versionen von OS X Server und iWork sind ebenfalls auf wenig Beifall gestoßen. Der Mac-Welt fehlen aber auch viele spezialisierte Unternehmensprogramme und kaufmännische Anwendungen. Bei gelegentlicher Nutzung müssen Anwender auf eine Virtualisierungslösung wie Parallels oder Vmware ausweichen.

3:2 Der PC hat das größere Softwareangebot, vor allem im Bereich Branchensoftware.

Windows 8 Apps -
TouchMail
Wenn der mitgelieferte E-Mail-Client von Windows 8 nicht gefällt, könnte TouchMail eine passende Alternative bieten. Allerdings eignet sich die App vor allem für Wenig-Schreiber, wer täglich mehrere hundert Schreiben kriegt, dem ist TouchMail vielleicht etwas zu platzhungrig.
To-Do-Liste
To-Do-Liste ist angenehm simpel: Sie können neue Aufgaben eintragen und erledigte Punkte abhaken. Was die App aber so besonders macht, ist die Unterstützung für die Live-Tile-Kacheln von Windows 8 und Windows 8.1 Damit werden die aktuellen Aufgaben direkt im Modern-UI-Startmenü angezeigt.
TeamViewer Touch
Für den entfernten Zugriff auf PCs reicht dank TeamViewer Touch künftig ein Tablet aus. Die App arbeitet ähnlich einfach wie die Desktop-App, um auf einen entfernten Rechner zuzugreifen, reicht die ID und ein etwaiges Passwort.
Tankalarm
Die Tankalarm-App liefert Preisinformationen zu Diesel, Super E5 und Super E10. Besonders praktisch: Die App kann eine eventuell vorhandene GPS-Funktion nutzen – alternativ kann man die Adresse direkt eingeben. In den Einstellungen lässt sich zudem eine Unterstützung für die Live-Tiles auswählen.
Stimulsoft Designer
Daten in einfach verständlichen Berichten aufzuarbeiten, gehört zur Königsklasse der Büroarbeit. Mit der App Stimulsoft Desginer lassen sich solche Berichte einfach erstellen, eine ganze Reihe von Vorlagen sind bereits integriert.
Schredder8
Mit der Anwendung Schredder8 lassen sich Daten auf dem Rechner oder Tablet vernichten – je nach gewählter Methode werden diese mehrfach überschrieben. Laut dem Hersteller können diese Daten anschließend nicht mehr hergestellt werden.
OneNote
Das Notiz-Programm von Microsoft ist eine der Vorzeige-Apps für Windows 8. Das bedeutet nicht, dass sie im Funktionsumfang eingeschränkt ist, im Gegenteil. Die Touch-App von OneNote wurde an die Fingerbedienung angepasst, so dass man sie auch bequem auf einem Tablet nutzen kann. Definitiv einen Blick wert.
Network Speed Test
Sie sind sich nicht sicher, ob ihre Leitung so schnell ist, wie Ihnen Ihr Anbieter in Rechnung stellt? Die App Network Speed Test prüft die Datenverbindung und zeigt Ihnen, wie schnell Informationen fließen.
Lync App
Klar, Microsoft will natürlich die eigenen Produkte auch auf den Tablets sehen. Der Lync-Client liegt da nahe – schließlich muss ein Windows-Tablet mit Kamera und Mikrofon ausgerüstet sein. Tatsächlich ist der Lync-Client auf den Tablets ziemlich brauchbar.
Flipboard
Mit Flipboard kann jeder sein eigenes Magazin basteln, als Quellen dienen etwa Facebook, Twitter, RSS-Feeds oder bestimmte Partnerseiten. Die App lässt sich anschließend schön durchblättern, Informationen werden ansehnlich aufbereitet.
espresso Mind Map
Mindmapping kann vor allem bei der Ausarbeitung von Ideen ein großartiges Werkzeug sein. Mit der App espresso Mind Map light lässt es sich bequem vom Tablet aus planen, umstellen und verknüpfen.
CodeWriter
CodeWriter hilft Programmierern und allen, die gerne unterwegs an ihren Projekten arbeiten. Die App kennt über 20 verschiedene Programmiersprachen, kann deren Syntax erkennen und die Anweisungen entsprechend markieren.
Bamboo Page
Notizen sind nicht so ihr Ding, sie zeichnen dafür gerne? Dann sollten Sie Bamboo Page vom Zeichen-Tablet-Hersteller Wacom ausprobieren. Vor allen in Kombination mit einem digitalen Stift kann man mit der App überraschend gute Ergebnisse erzielen.

6. Runde: Betriebssystem

Mavericks und Windows 8 sind ausgereifte Betriebssysteme ohne echte Mängel. Die Vorteile von Windows liegen vor allem in den Bereichen, die wir in den vorigen Kategorien bereits besprochen haben: Softwareangebot und Verbreitung in Unternehmen. Grundsätzlich könnte man bei Mavericks Aussehen und Bedienkomfort als etwas besser, den Funktionsumfang bei Windows als überlegen bewerten.

Die Bedienkonzepte von Mac-OS X und Windows 8 zeigen einige Parallelen.
Foto: Apple

Auffallender finden wir die immer mehr Ähnlichkeiten zwischen den beiden Systemen: Programme soll der Nutzer über einen integrierten Softwareshop beziehen, ein Webspeicherdienst ist in das System integriert. Wie bei einem Mobilgerät kann man seine Programme in einer bunten Icon-Übersicht verwalten, viele Funktionen sind per Gesten oder Touchscreen steuerbar.

Bei der Verwaltung von Programmen gibt es Ähnlichkeiten zwischen Windows 8 und Mac-OS X.
Foto: Microsoft

Apple setzt hier eher auf multifunktionale Touchpads, Windows auf Touchscreen-Bedienung. Bei Windows 8 gefällt uns die Zweiteilung der Bedienung weniger: Hat man nicht vor, seinen PC per Touchscreen zu bedienen, ist diese Oberfläche schließlich eher störend.

4:3 Kein Sieger. Windows und OS X sind erstklassige Betriebssysteme mit jeweiligen Stärken und Schwächen.

Geschichte der Betriebssysteme -
Geschichte der Betriebssysteme
Betriebssysteme und Anwender haben oft eine wechselhafte Beziehung zueinander. Mal ist das OS zu jung und noch nicht ausgereift. Mal ist das System schon älter und zeigt sich neuer Technologie gegenüber verstockt. Erst im Rückblick zeigt sich die wahre Bedeutung von Windows 95, BeOS und AmigaOS.
CPM
CP/M bildete den Anfang des Personal Computings. es war das erste Betriebssystem mit Kommonadozeile und sollte das Vorbild für DOS sein. Dargestellt ist CP/M-86 Version 1.0 auf einem IBM PC 5150. (Quelle: Personal Computer Museum)
DOS
DOS beherrschte mit seiner Kommandozeileneingabe über 15 Jahre den Markt. Seine Entwicklung war vielschichtig und nicht nur auf eine Version beschränkt, sondern wurde von verschiedenen Herstellern entwickelt. Zu ihnen gehörte beispielsweise DR DOS von Digital Research. Dargestellt ist ein IBM PC 5150 mit PC-DOS Version 1.10. (Quelle: Personal Computer Museum)
MacOS
Das klassische Mac OS kam 1984 auf den Markt. Bekannt als "Das System" sollte 16 Jahre lang den Macintosh antreiben und auf vielen Rechner-Klonen laufen. Dargestellt sind die Oberflächen von System 1.1 und System 4.2. (Quelle: GUIdbook)
GEOS
GEOS kam ursprünglich als ein dem Mac nachempfundenes Acht-Bit-Betriebssystem für Commodore Computer zum Einsatz. Später wurde es als GeoWors auf die PC-Plattform portiert und lief dort auf DOS. Dargestellt ist GEOS 1.2 für den Commodore 64C (oben) und GEOS 2.0 für den Commodore 128. (Quelle: GUIdbook)
AmigaOS
AmigaOS war dank seine Multithreading- und Multitasking-Fähigkeit gut geeignet für anspruchsvolle Grafikanwendungen seiner Zeit und gewann mit der Zeit eine treue Nutzergemeinde. Dargestellt ist die Amiga Workbench 1.2 und 2.0. (Quelle: Amiga Future)
OS2
Geboren aus der Zusammenarbeit zwischen IBM und Microsoft sollte OS/2 in den 90er Jahren die PCs der Banken und Versicherungen besiedeln. Nur bei Anwendungsentwicklern fand es keinen Anklang. Dargestellt sind OS/2 2.1 (oben) und OS 2 Warp 4. (Quelle: GUIdbook und Personal Computer Museum)
Nextstep
NeXTStep war ein flottes Betriebssystem, das Steve Jobs und sein Firma NeXT entwickelt hatten. Als OpenStep sollte es später die Entwicklung von Mac OS X beeinflussen. Dargestellt ist der NeXTStep 3.3 Desktop. (Quelle: Personal Computer Museum)
BeOS
BeOS, ein multi-threaded. medienfreundliches Betriebssystem, konnte problemos mehrere Videoszugleich unterstützen. Dargestellt ist der Desktop der BeOS 5 Personal Edition. (Quelle: Personal Computer Museum)
Windows95
Windows 95 war ein Wendepunkt bei der Windows-Entwicklung und sollte die Stabilität des Betriebssystems wesentlich verbessern. Mit Windows 95 kamen auch das Startmenü und die Taskleiste hinzu.Dargestellt ist der Windows Desktop. (Quelle: Personal Computer Museum)
Windowsx
Das X Window System ist kein Betriebssystem, sondern ein Netzwerkprotokoll und eine Software, die Fenster auf Bitmap-Displays auf den meisten Unix-Betriebssystemen und OpenVMS ermöglicht. Dargestellt ist der X Window Desktop mit dem Fensterprgramm Toms Window Manager (twm) und weitere Client-Anwendungen. (Quelle: Wikipedia)

7. Runde: Tauglichkeit für Firmen

Macs in deutschen Firmen sind selten, selbst wenn Büros von Berliner Startups voller schicker iMacs einen anderen Eindruck erwecken. Für Heimanwender und Kleinfirmen spricht eigentlich wenig gegen einen Mac als Bürorechner, anders sieht es bei Firmen mit über zwanzig Arbeitsplätzen aus. So ist die Integration einzelner Mac-Arbeitsplätze in ein bestehendes Windows-Netz bei Admins wenig willkommen. Als Alternative zu Windows scheint in Deutschland sogar eher Linux als OS X erwogen zu werden.

Der Springer-Verlag ist eins der wenigen deutschen Unternehmen mit Macs als Standardrechner.
Foto: Springer

Die große Ausnahme: Axel Springer SE ist vor einigen Jahren komplett auf Apple-Rechner umgestiegen - und dies sogar erfolgreich. Nur als Sonderfall kommt hier noch Windows zum Einsatz, wie man uns auf unsere Nachfrage hin bestätigte. In den USA und England sind Macs in Firmen dagegen weiter verbreitet, so ist Google ein Apple-Großkunde.

Firmenkunden haben es mit Apple aber auch nicht immer leicht, in den letzten Jahren scheint sich Apple vermehrt auf den Heimanwender-Markt zu konzentrieren. Die abrupte Produktpolitik von Apple kann außerdem selbst für kleine und flexible Firmen zum Problem werden. Aktuelle Macs unterstützen nur die neuesten OS X-Versionen problemlos, was in einigen komplexen Arbeitsumgebungen zum Problem werden kann. Viel Frust haben ebenso die plötzliche Einstellung der Server-Linie Xserve und die völlige Neupositionierung von Final Cut Pro ausgelöst.

Dagegen hat Microsoft das Betriebssystem Windows XP immerhin dreizehn Jahre offiziell unterstützt und garantiert den Support gegen eine Sondergebühr bis 2015 (wie das Beispiel des Bundeslandes Niedersachsen zeigt). Unschlagbar ist Microsoft im Bereich Server. Um beispielsweise mehrere tausend PCs zu kontrollieren, bietet Windows einfach die besseren Tools.

Selbst Unternehmen mit Mac-Infrastruktur suchen außerhalb der Apple-Welt nach Alternativen für das IT-Management: So nutzen die Unix-erfahrenen Google-Admins für die Verwaltung ihrer vielen tausenden Mac-Rechner Open Source-Tools wie Puppet und crankd. Apples Remote Desktop-Software sei bei so vielen Rechnern zu instabil, monieren sie.

5:3 Firmenkunden haben es mit Apple nicht immer leicht. Windows bietet außerdem die besseren Verwaltungstools.

8. Runde: Mobilgeräte

Macs in Unternehmen sind selten, iPhone und iPad dagegen sehr verbreitet. Es ist fast schon selbstverständlich, dass ein Lidl-Verkaufsleiter mit einem iPad durch die Filiale läuft oder ein Manager seinen Blackberry durch ein iPhone ersetzt. iPhone und iPad sind oft der Grund, warum der Kauf eines Macs erwogen wird.

Microsofts Mobilgeräte haben samt der Betriebssysteme Windows RT und Windows Mobile dagegen kaum Erfolg. Windows Mobile ist zwar das einzige System mit nativer Sharepoint-Unterstützung, das beeindruckt aber nur wenig Endnutzer - der deutsche Marktanteil liegt bei 2,5 Prozent, der von iOS bei 31 Prozent (in den USA ist iOS Marktführer).

Weil viele leitende Manager auf eine vernünftige Unterstützung gedrängt haben, sind iPhone und iPad gut in die Unternehmens-IT integriert. Hilfreich dabei ist die große Auswahl an Lösungen für das Mobile Device Management. Selbst Apple hat mittlerweile eine MDM-Software für die Verwaltung von iOS-Geräten veröffentlicht. In gewisser Weise ist es ja eine Kapitulation, dass Microsoft nun seine Office-Suite für das iPad vorgestellt hat und Azure iOS-Geräte verwalten kann.

5:4 Hier gewinnt Apple überzeugend, Windows Mobile und RT sind bei Mobilgeräten nicht erfolgreich.

9. Runde: Spiele

Computer werden nicht nur für die Arbeit verwendet. Die meisten neuen Spiele erscheinen nach wie vor für den Windows-PC. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwar etwas geändert, weil es auch für Mac-Plattform genug Spiele gibt. Doch die Mac-Spiele erscheinen oft erst nach der Windows-Version.

In Deutschland liegt der Mac-Marktanteil laut Stat-Counter bei 8,6 Prozent, in den USA sind es fast 18 Prozent. Die schwächere Verbreitung hat Folgen: Das Angebot an Software und Spielen ist für den Mac weniger üppig.
Foto: statcounter

Aber auch bei der Hardware hat Apple Schwächen: Windows-Desktops können relativ einfach mit einer schnelleren Grafikkarte ausgerüstet werden, bei iMac und Macbook fällt diese Option weg. Viele Spiele-Fans mit Mac installieren deshalb für Games mittels Bootcamp Windows auf ihrem Apple Rechner. Der neue Mac Pro wäre zwar ein guter Spiele-Rechner, ist aber dafür einfach zu teuer. Es ist daher kein Zufall, dass viele Mac-Fans zusätzlich eine Playstation besitzen.

Allgemein scheinen die Spielehersteller ihre Entwicklungsanstrengungen aber immer stärker auf Konsolen und Mobilgeräte zu konzentrieren. Möglicherweise verliert das Betriebssystem im Spielesegment an Bedeutung.

6:4 In der aktuellen Situation geht der Punkt an den Windows-Rechner. PC-Spiele erscheinen für Windows schneller und in höherer Anzahl.

10. Runde: Fairness und Umweltschutz

Beim Thema faire Arbeitsbedingungen bekam Apple in den letzten Jahren viel schlechte Presse. Arbeiter in den chinesischen Firmen würden ungerecht behandelt, Apple sei ein Ausbeuter. Die Kritik durch Greenpeace und Co. liegt aber nach unserem Eindruck vor allem am hohen Anspruch, den man an den US-Hersteller stellt - schließlich gibt fast keinen großen PC-Hersteller, der nicht in chinesischen Werken fertigen lässt. Allenfalls von Fujitsu gibt es einige in Deutschland produzierte Geräte.

Immerhin lobte Greenpeace USA im Februar Apple, Samsung solle sich an dem Konkurrenten ein Beispiel an Transparenz über seine Lieferketten nehmen. Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit treibt Apple einen hohen Aufwand, hier ist aber vor allem die USA die Zielrichtung. Die für Unternehmen in den USA wichtigen Richtlinien der EPEAT erfüllt Apple.

Eigentlich erstaunlich, da viele Macs schlecht zerlegbar sind - ein Nachteil beim Recycling. Bemüht um Nachhaltigkeit sind alle großen PC-Hersteller. Von Fujitsu gibt es die Pro Green Produktlinie, HP gilt bei Greenpeace sogar als besonders umweltfreundlich.

7:5 Green IT wird von allen großen Herstellern berücksichtigt - zumindest bei einigen Modellen: Unentschieden.

Fazit: Windows gewinnt den Vergleich

Das Endergebnis lautet 7:5 - Sieg für die Windows-Plattform mit zwei Punkten Vorsprung. Apple hat vor allem in den Bereichen Unternehmenseinsatz und Softwareangebot Schwachstellen. Größter Nachteil gegenüber der PC-Plattform ist hier weniger der hohe Preis, als die immer noch geringe Verbreitung.

Völlig anders ist es bei iPad und iPhone: Hier hat die hohe Verbreitung automatisch die notwendige Infrastruktur an Software und Service gesorgt. Für Privatanwender sind Macs dagegen keine schlechte Wahl, hier ist außerdem ein wenig Exklusivität sogar ein echter Verkaufsvorteil.

Die Mac-Plattform

Pro:

Contra:

Überzeugendes Design

Hohe Kosten

Sichere Plattform

Teurer Support

Zuverlässiges Betriebssystem

Schmaleres Softwareangebot

Starkes Mobility-Angebot

Teils unberechenbare Update-Politik

Dürftiges IT-Management

weniger Spiele

Die Windows-Plattform

Pro:

Contra:

Geringere Kosten

Anfälliger für Schädlinge

Besserer Support

Schwaches Mobility-Angebot

Umfangreiches Softwareangebot

Zuverlässiges Betriebssystem

Bessere Verwaltung in der Business-IT

Viele PC-Spiele